Band 
[Band 4.]
Seite
479
JPEG-Download
 

vesHrn. Nicolaus Westennamf. 479

eben daffelbige. Indessen mag doch sein äußerlichesdie Ursache gewesen seyn, daß er in feinen gewißnützlichen Vorlesungen selten viele Zuhörer gehabt;es sen denn, daß vielmehr, wie auf manchen Aka.demien, die Collegia, welche seine Profession mitsich bringen, wenige Liebhaber gefunden haben.Wenigstens jenes gab man vor. Aber, eö sey jenes,oder dieses; seine Vorlesungen waren gewiß so be.schaffen, daß man wohl mit dem Dichter, wie mitmanchmal beyfiel, hätte sagen mögen: Felices, suasi bene norint commoda, ciues.

Das Amt eines Professors der Beredtsamkeitauf dortiger Universität erfordert nicht weniger,daß er aste Einladungsschriften zu öffentlichenReden verfertigte, diejenigen ausgenommen, welcheein jeder Lehrer bey dem öffentlichen Antritte seinesAmtes hält, als wozu er selbst ein Programma,worinn er durchgehendS einen gewissen Stoff mitFleiß abhandelt, in den Druck gehen läßt. Nunfallen nicht nur überhaupt auf allen Akademien,dergleichen Gelegenheiten zum öftern vor, sondernauch die königlichen märkischen, die werlienschen,und einige andere Stipendiaten sind öffentlicheReden zu halten verbunden, deren auch manche inden Druck erscheinen. Es ist demnach wiederumgar leicht abzunehmen, daß Herr westermanneine Menge solcher Einladungen habe aus devPresse gehen lassen. Mir ist ein ziemlicher Theilderselben bekannt, und ich glaube, daß ich ihreAnzahl zusammen wohl über zwey Hundert angebendarf. Einige bestehen aus bloßen Anschlägen,Hh 4 andere