Band 
[Band 4.]
Seite
534
JPEG-Download
 

534 Zur Geschichte

ten und Urtheilen nickt übereilen: sondern alle alsunsere Bruder auf Erden erkennen sollen, wovonwir noch hoffen können, daß wir im Himmel mitihnen zur Vollkommenheit gelangen werden. In-zwischen entfernen wir uns auch einigermaßen auf'Erden, der Brüderschaft ohnschädlich, von andren,je mehr und nachdem sie sich von dem Grundsätze undMaalzei'chen der gläubigen Liebe entfernen. Wirtragen ober seidige in geduldiger Liebe, weil wir wis-sen, daß alles Gute vom Herrn kommen müsse,und wir ihm keine Zeit, noch Maaß vorschreibenkönnen.

Bin ich also an einem Orte, wo sich Reformkrtefinden, so halte ich mich vornehmlich zu ihnen, ohne dieandern zu verurtheilen und zu verdammen. Kommeick an einen Ort, wo keine Reformirte, sondern nurLutheraner oder Memnoniten, und Arminianer sind,so halte ich mich zu ihnen, weil ich hoffe und wün-sche, daß auch unter ihnen noch solche seyn werden,die der Herr lieb hat, und die Christum aufrichtiglieb haben.

Ich nehme also Theil an allem ihrem Guten,und trage das Schwache, weil mich der Herr indiese Umstände gesetzt hat. Will man mich abernicht tragen, so begnüge ich mich damit, daß ich kei-ne Schuld an der Trennung habe, und halte michzu Christo, worinn wir doch alle vereiniget wer»den. Ick halte mich also dadurch zugleich zu allen,die Christum lieb haben, und weiß, daß das Chri-stenthum nicht bestehe in Worten , Formeln, Zei-