892 Geschichte
zu Tage auf gleiche Weise sich denenjemgen ofenba-ren, bey welchen er es für gut befindet. Man findetauch in der heiligen Schrift nicht das müdeste,welches hiermit stritte. Ich urtheilte derohalben,daß diejenigen sehr irren, welche sagen, daß Gottanieht nicht noch bisweilen seine Kinder, durchTräume und Gesichte, zu ihrer auönchinendm Er-bauung in geistlichen Dingen, auf eine befindeteWeise besuche. Ich bin auch geneigt zu drnken,daß der unpartheyische aufrichtige Leser meinerMeynung seyn wird, wenn er nur den anmerkli-chen Träumen, welcher mir am Tage meinerHeimsuchung ist zugesandt, und dem ich nun er-zählen will, mit Andacht wird überlegt haben.
Ich war dem ganzen Tag über mit dem Ge-nuß geistlicher Dinge sehr erfüllt gewesen, und desNachts, nachdem ich mich zu Bette gelegt hatte,konnte ich einige Stunden lang, nicht in den Schlafkommen, weil mein Herz in einem feurigen Ver-langen nach Gott gleichsam entzücket ward. End-lich schlief ich ein, und hatte folgenden Traum.
Mich beuchte; ich lag in meines Vaters Hauseauf dem Bette krank darnieder, und alle meineFreunde und Bekannte- welche mich von himm-lischen Dingen reden höreten, stunden um meinBette rund herum: Denn ich hatte, so wie mirrraumece, nur noch zwo Stunden zu leben übrig:aber eine grosse Freude hatte mich eingenommen;Denn ich war aufs völligste versichert, daß ich nachdem Orte der Herrlichkeit hingicngc. Denn, wieich mich noch erinnere, ich. sahe Jesum Christum