Hirt sagt in seiner Geschichte der Baukunst bei den Alten:„Ich wüßte nicht, welche Erfindung nach der der Schrcibekunst fürdas menschliche Leben wohlthätiger gewesen wäre, als die des Glas-machcns in Hinsicht der Fenster, ohne welche unter keinem Himmels-strich ein Volk in einem civilisirten Zustande leben kann/'^)
Daß schon den alten Aegypt ern^^ie Kunst der Glasbereitunggeläufig war, und dieselbe dann von den Phöniziern über die Völkerdes mittelländischen Meeres verbreitet wurde, ist allbekannt. Aber denvornehmsten Gebrauch machte das gcsammtc Alterthum von diesemKunsterzeugniß zu Gegenständen des Schmuckes und zu Gefäßen. Fürdie alten Aegyptcr beweisen dies zahlreiche Gräberfunde. Bei denRömern war die Bereitung verschiedenfarbiger Glasflüsse, war dasBlasen, Abdrehen und Schneiden des Glases zu einer Höhe der Kunst-fertigkeit gediehen, von welcher noch jetzt jene milchweißen oder schillerndenGlasgefäße, mit einem Netz von purpurnen oder himmelblauen Stäbenüberzogen, oder jene berühmte im Britischen Museum befindliche Portland-Vase, die auf blauem Grund ein aus opakem weißem Glase geschnittenesReliefbild ausweist, Zeugniß ablegen. Auch zur trügerischen Nach-ahmung von Edelsteinen wurden solche Glasflüsse oft benutzt.
Daneben verstanden die Römer aber auch, Glas in flachen Tafelnanzufertigen, welches als kostbare Bekleidung der Wände mit andernPrunkstofsen verwendet wurde. So schmückte M. Scaurus sein für