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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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stcsgegenwart und heroische Uncmpfindlichkcit bewun-dert ; aber die Schönheiten der rohen oder sanften Na-tur, so weit ich mich derselben noch zu erinnern weiß,mochten bey uns wohl ein dunkles Gefühl größererBehaglichkeit erregen, doch zum Faden eines feinenGespräches wurden sie nie hcrausgcsponncn, oderkannst du dich dessen erinnern? Allein wer das jetztnicht kann, dem läßt man merken, daß ihm etwas ander Bildung abgehe; daher wollen es Alle können,und sie wissen gegenwärtig bey einem Büchlein, dasüber einen Stein hinunterfällt, mehr zu sagen, alswir beym Sturze des Niagara. Einer lernt es vomAndern, und jeder Reisebeschrcibcr nimmt Unterrichtbey seinem Vorgänger,

Einige nothgcdrungenc Ausfälle abgerechnet, wo-mit ich zuweilen die hochfligenden Gesinnungen derMädchen niederschlagen mußte, ging die Reise gut undfriedlich von statten. Meine Gcsundhcitsumständekannst du, wenn du Lust hast, von dem Arzte verneh-men, dem ich geschrieben, und für seinen Rath, womiter mich den weiten Weg in dieß Bcrgland geschickt,eben nicht gedankt habe; unter uns soll es bey der al-ten Abrede bleiben, du nicht über deinen verstümmel-ten Arm, und ich nicht über meine Gliederschmerzen,gegenseitig zu klagen; es gibt in der Welt ohne dießnoch Stoff genug zur Unzufriedenheit. Glücklich du,der du zu Hause bliebst! Grüße den Pastor! O liebesPaar, wär' ich wieder unter Euch!