18
rung meines llnmuths, wärs mich nur auf dem Pa-piere, am meisten Erhohlung. Mich also, wie dnmeinst, nach und nach wieder mit der gefälligen Wellauszugleichen, das geht nicht so leicht, liebe Swcster,ich hab es schon zu oft versucht und alle Mahl gesundden, daß die Bemühung die Sache nur ärger mache ;wie jede Anstrengung des Menschen, aus seinem Cha-rakter herauszutreten, ihn mir närrisch oder falschmacht.
Nun hat auch der Tag seine bcßrc Ordnung, seit-dem der Himmel günstig ist. Anfangs mußten wirdie Molken auf dem Zimmer trinken, nunmehr aber,da sich viele Fremde eingcfundcn, trinkt man untenauf dem großen Platze, der mitten im Dorf ist. Die-sen Platz kann dir unser Freund der Pastor (den ichzu grüßen bitte) aus seiner Prospektsammlung weisen.Es ist Raum genug da für alle Scholtentriuker i» derganzen Schweiz , aber kein Schatten, keine Spur vonkunstgcregcltcr Anlage. Die Schweizer thun über-haupt, wie man sagt, wenig zur Verschönerung derNatur im Kleinen, das heißt, für den Geschmack; siemeinen, man solle sich mit der großen Natur begnü-gen, die schön genug sey. Von dem Appcnzellcr-Volke— denn hier zu Land ist Alles Volk, und von Herr-schaften weiß man nichts, aber auch desto weniger vomPöbel — ist hier gar nichts zu erwarten; alles Alleist ihnen recht, und, was Neu ist, verdächtig und ver-haßt; auch haben sie kein öffentliches Gut zu Bestrci-