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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Seite
26
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zu, was mir aber fast zu sonderbar vorkam; die büßteund natürlichste Art, die Poesie vorzutragen, stehe zwi-schen der singenden Manier des Volkes und der redne-rischen Deklamation in der Mitte. Auf den Modcgc-schmack komme es nicht an: aber Jeder, in dem „äch-tes Gefühl des Schönen wohnt," werde, wenn er fürsich selbst, von andern unbchorcht, ein Gedicht hersage,das ihm den Busen belebt (circum zirsscorckis luäir),es in einem etwas modulirtcn Rhythmus thun, fernvon anmaßendem Vcrstandcsausdruck; dieß sey dieStimme der Empfindung, also auch, in diesem Falle,der Natur.

Was sollen übrigens diese Leute in der Schweiz ?Man versteht sie nicht, wenigstens wer nicht Umgangrnit Deutschen gehabt hat, und an ihre Aussprachegewöhnt ist; das sah ich ganz deutlich. Sie könnendoch zur Umänderung unsrer Sprache beytragen, sagendie Einen. Das wäre Schade, sagen die Andern: solange wir Schweizer sind, sollen wir auch die Sprachebeybehalten!

An den Pastor ^

Auf Gaiß, den 29. Juni.

Ich habe mich schon oft gefragt, wie zwey Men-schen in Freundschaft verbunden bleiben können, diean Schicksal, Charakter und Lebensweise so verschieden