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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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entfernen zu dürfen, ohne daß die ganze Hausordnungdarunter leide; kaum ist man aber fort, so schwindetüber den neuen Eindrücken das Andenken an die man/chcn kleinlichen Sorgen zu Hause, wie nach dem Todeso manche materielle Peinlichkeiten schwinden, möchteich Hinzusehen, wenn ichs nur sicher wüßte! — Manbekommt leichten Muth, und läßt alle^ gehen, wie esmag, und gewöhnlich gehl es auch ohne uns ganz gut— wie meistens auch nach dem Tode.

Es lebe dein leichter Muth! wirst du sagen. 2«/Schwester, über das was hinter mir ist, hatte ich scl-ten einen schweren Muth, auch nicht über die Zukunft ;nur das was mich umgibt, die Gegenwart, ist mir nieganz recht, und ängstiget und plagt mich auch jctzonoch nur gar zu oft, ungeachtet der heilsamen Ziegen-molkcnkur, auf deren Wirkung ihr so viel zählet.

Seil meinem letzten Briefe hab ich einen kleinenAbsprang, denn der Aufenthalt hier langweilet mich,nach Konstanz am Bodcnscc gemacht, wovon ich demMajor Nachricht geben werde. Ich nahm jedoch nurden Tobias mit, denn Clotilde und ihr Mädchen ha-ben ganz andre Dinge zu thun; sie sind verliebt —ja wahrhaftig — verliebt! — Damit aber dein Mut-terherz nicht zu sehr erschrecke, muß ich dir sagen, daßihre Liebe einstweilen nur noch an leblosen Gegenstän-den hastet; indessen kann ich für nichts gut stehen,wenn ihre Bewunderung für das helvetische Tempe,wie sie dieß Land nennen, so fortgeht. Was sich jetzt