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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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der redliche Dürgcrsinn; wird Fleiß und Genügsam-keit nicht mehr geachtet; und ist die Bescheidenheit, diejedes Verdienst ehrte, von uns gewichen? Der Menschmuß das Glück erst in sich selbst, und dann unter derGesellschaft von Seinesgleichen suchen, olme das wirdihm auch der heiterste Himmel nicht lachen; sollte dießaber unter einem ehrbaren Volke nicht so gut zu fin-den seyn, als unter den schönern Larven Italiens ? —Dieß und noch mehr sag ich mir schon hier, und sagees noch stärker, wenn man mich überreden will, weiterzu gehen, und mich wohl gar auf längere Zeit dortniederzulassen.

Um mich zu zerstreuen, und doch auch etwas vonder sso gepriesenen Schönheit der Schweiz zu sehen,machte ich mit dem alten Professor aus Z. eine kleineAusfahrt nach dem benachbarten Konstanz. Dennhier ist ein unfruchtbares Land, nichts zu sehen, alsTannenwälder und unförmliche mit Grün bekleideteund von unzähligen todten Hecken durchschnittene Hü-gel, denen allein die vielen zerstreuten Häuser, das wei-dende Vieh und das muntere Rufen der Kühcr eini-ges Leben geben.

9. Juli.

Dieser Professor ist mir eine liebe Erscheinung,die ich gerne um mich habe, weil sie aus eignem Lichteleuchtet. Er ist aus der gründlichen Schule Bodmersund der Alten, hat aber von diesen weniger das Aesthe-lischschöne als das Sittlicheinfache sich zu eigen gc-