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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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den. — Doch können wirs ihnen wehren, sagte er. —Wenn sie nicht gcsckeidtcr sind als ihr, erwiederte ich.

Was ausserhalb der Schweiz vorgeht, das liest erin der Zeitung, und legt es mit der Zeitung auf dieSeite; hingegen was in dem Lande selbst geschiebt,das intcresssrt ihn bis auf Kleinigkeiten; er schmäbltzwar oft darüber, wie alle Schweizer , aber, auch wiealle, mit geheimer Liebe. Von neuern Dingen sprichter mit kluger Zurückhaltung, damit er nicht auf denhier und dort noch schlummernden Parthcygeist treffe,den» der ist sagt er, das größte Uebel, das die Hölleunter die Menschheit gespien, das niemand kennt, alswer in seinem giftigen Hauche gelebt hat. Sonst ister über die wiederhergestellte Ruhe herzlich froh.

Seine Gestalt ist reinlich, seine Bewegung lang-sam, sein Innres ohne Ehrgeiz. Wer sich nicht kanneigner Größe frencu, darf doch mit seinem Kleinen sichgütlich thun, meint er, und das kann und thut erauch, ohne viel nach äußern Vorzügen zu fragen.Denn, wiewohl in der Schweiz das Geld sehr geach-tet ist, so haben die Schweizer doch noch einen Sinnfür die Einfalt des Lebens, der sich bey uns, die wiruns in Rang und Titeln verloren haben, selten mehrfindet. Zum Theil habe ich es schon selbst bemerkt,auch von glaubwürdigen Zeugen vernommen, daß selbstin den Hauptstädten des Landes, wo sonst von demUnkraut der neuern Zeit viel aufgeschossen ist, einrechtlicher Mann, bey dem Kopf und Herz an der