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das ganze Jahr die gleiche einförmige Ansicht gewährt,die Landschaft hingegen sich mit den Jahreszeiten ver-ändert.
Du erwartest keine Reiscbcschrcibung, sagtest dnschon beym Abschied, nur einige Angaben der erhalte-nen Eindrücke, und daß ich mit dir schwatze; hörealso weiter und nimm vorlieb. — Konstanz liegt auchsehr angenehm zwischen dem Ober- und Unterste. Eshat leere Gassen, sagt man. Was thut daß! Muß esdenn immer von Menschen wimmeln, wo es einemwohl seyn soll? Die Industrie mit ihren zwey Zungenund hundert Händen, muß sie uns immer umschwir-rcn, damit wir nie zu uns selber kommen können ?Bey einem außerordentlichen Vorfall allein ist der Zu-sammenfluß vieler Menschen anziehend; ist der Vorfallfreudig, so erhebt die Theilnahme der Menge dasHerz, und bey einem allgemeinen Unglück ist Trost un-ter den Menschen, weil dann die Einsamkeit ängstigt;sonst habe ich allezeit gesehen, daß die Weisheit derStille den Vorzug gab vor dem Getümmel. Esherrscht übrigens ein guter Ton unter den hiesigenEinwohnern, höher« und geringern, so viel ich in derkurzen Zeit meines Aufenthalts habe wahrnehmen kön-nen. Die deutsche Umständlichkeit hat sich recht gutmit der schweizerischen Zutraulichkcil vereinbaret, manist bequem und ungezwungen. Schon unter der öst-reichischen Regierung soll hier viel Freyheit im Denkenund Sprechen statt gefunden haben, so daß ein Gen-