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Unlängst schrieb ich dir, daß sie sich auch mit derneuen Erziehungslchre beschäftige; seitdem hab ich ver-nommen, daß sie sogar Vorlesungen darüber beyge-wohnt habe, die ein sachkundiger Anhänger der neuenLehre für Damen hielt; daß sie aber auch praktischauftreten werde, daran kam mir kein Gedanke, bis siesich neulich an den Pfarrer wandte, ihm auf Spazier-gängcn einen Abriß von der neuen Methode machte,und verlangte, daß er diese auch in der hiesigen Schuleeinführen solle- wobey sie ihm ihren Beystand ver-sprach. Sie gewann ihn leicht durch ihren Hochsinn,ihre fließende Sprache und ihr schönes Deutsch, Vor-züge, die in der Schweiz wegen ihrer Seltenheit et-was gelten; übcrdicß glaubte der gute Hirt mit Rechthoffen zu dürfen, daß seine Schafe dadurch etwas wil-liger werden sollten. Die Sache selbst zu begreifen,war ihm weniger schwer, als sich mit den neuen Re-densarten zu verständigen und ihrem hohen Flugenachzuflattern; zu diesem Behuf erhielt er von ihreinige Lehrbücher und derselben Erklärung, die er mitheißem Eifer und sichtbaren Fortschritten studirtc. —„Um aber," sagte sie, „die Erziehung auf ein naturge-mäßes Fundament zurückzuführen, und die Entwick-lung der Menschennatur nach den organischen Gc-„sctzcn dieser Natur selbst im ganzen Umfang ihres„Seyns, ihrer Verhältnisse und Thätigkeit zu bezwecken,„müsse nothwendig die Masse der schon angestellten„Schulmeister noch einmahl in die Schule genommen.