der widrigen Gesichter und unangenehmen Störungenunter Weges viele gibt, und ich herzlich gern zu Hausewäre, so empfinde ich doch von der Bewegung unddem Wechsel der Gegenstände ein physisches Wohlbe-hagen, das ich lange nicht mehr kannte. Dessen un-geachtet (ihr werdet es zwar Grillen nennen) will esmir oft scheinen, als wenn in den schwülen Bangig-keiten und Plagen, die ich zu Hause in meiner Ein-samkeit empfand, im Grunde noch ein geheimes Lust-gefühl des Geistes gelegen habe, das diese körperlicheBehaglichkeit überwog; hab ich doch auch Personengekannt, die nach vicljähriger Gefangenschaft sich ausder Freyheit der Welt zuweilen wieder in die Abge-schiedenheit ihres Kerkers zurücksehnten.
Ich hatte die Schwachheit den jungen deutschenArzt, weil er mir jüngst von einem besondern Fallrecht gut zu sprechen schien, über meinen Zustand zubefragen. Meine Schmerzen nannte er ein rein gastri-sches Leiden, fand meine inflammatorischc Dispositionbedenklich, und meinen Mißmuth, den ich so ungernmit dem verhaßten Namen Hypochondrie belegen höre,bezeichnete er als Abnormität des hcpatischcn Systems.Gott bewahre! rief ich, nnd kehrte ihm den Rücken.Gleichwohl hat mir das Wort viel Nachsinnen verur-sacht , und mich ein Paar Tage elend gemacht. Daßich fragen mußte, so einen jungen Zieraffen, der sichMit neuen Wörtern brüstet! — Und das Nachsinnen,betreffe es Besserung oder Schlimmcrung, ist vollends