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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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sie nicht wohl bey ihrem Bräutigam hätte bleiben kön-nen, ehe sie vermählt war. Zwar schien es der Bräu-tigam zu wünschen, wenigstens hatte er schon zurfreundschaftlichen Aufnahme in einem benachbartenPfarrhaus« für sie Anstalt getroffen, bis die zu ihrerVerbindung nöthigen Scheine aus der fernen Hcimathangelangt wären; allein bey Suschcn war die An-hänglichkeit an ihre geliebte Gebieterin, da die Tren-nung bevorstand, noch lebhafter geworden; sie bestanddarauf, sich nicht von ihr zu scheiden, bevor es dieNothwendigkeit erforderte, und Clotildcn, die mit ihrim freundschaftlichsten Verhältnisse aufgewachsen, wardas auch recht. Jedoch als Kammermädchen sollte siejetzt nicht mehr auftreten, da sie einem höher« Standegcwcihet war, sie wurde als Gesellschafterin mitgenom-men. In diese neue Rolle konnte sie sich aber garnicht finden, weil ihr die Gewohnheit entgegen war;das gute Kind hatte von Jugend auf dem Fräuleingedient, und wenn diese jetzt den Dienst nicht mehrhaben wollte, so weinte sie und hielt sich für hintan-gesetzt. Auch vergaß sich der Oberste zuweilen, undsprach vor Leuten, die nicht zum Hause gehörten, mitSuschcn im alten Tone, und brachte damit ebenfallsmanche auffallende Störung in das neue Verhältniß.Zum Glücke sahen sie selten große Gesellschaft, undhalfen sich dann, wie man sich im Umgang immer ambesten hilft, wenn man etwa aus seiner Rolle tritt, siesuchten ohne viel Umstände wieder hinein zu kommen.

Der