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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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chcn einen lieblichen Kampf zwischen ihrer Jungfräu-lichkeit und den gaukelnden Bildern des neuen Stan-des aufregte. — Einer der Briefe lautete, wie folgt:

Ein Herz und Eine Seele sind wir schon, meineTheure, selbst in der Entfernung. Du bist mein Ge-danke, mein Alles; und ich weiß es, das bin ich auchdir. Aber noch eine glücklichere Zeit steht uns bevor,die Verbindung vor dem Altare, der heilige Bundzwischen Mann und Weib, den nichts trennen wirdals der Tod, und auch der nur für kurze Zeit. O daßdu bald kämest, und mit dir jene seligen Tage!

Schon wird an beträchtlichen Veränderungen uns-rer künftigen Wohnung emsig gearbeitet; d» bekömmstaußer der Wohnstube noch ein Bcsnchzimmcr für liebeGäste, und dieses letztere wollen, wie ich unter derHand vernehme, einige meiner begüterten Kirchgenos-scn auf eigne Kosten möblircn lassen; es sind wackereLeute, die schon lange meine Achtung hatten, und dusiehst, ich genieße auch der ihrigen. Meine Arbcitstube,vorher düster und abgelegen, kömmt nun oben insHaus, wo ich eine freye Aussicht in die Berge undüber den Rhein hinaus habe. Und dann wird nochein Gemach im Hause bereitet, woran es aber zuletztkommen soll, weil dessen Bewohner noch ferne sind,und erst nach Jahren erwartet werden; erräthst dumich, liebes Suschcn?

An diesen Wohnplah sind wir dann vermuthlichzeitlebens gebannt; uns liegt also ob, von »n^ hängt