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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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ihn voraussetzt. Der romantische Berg- und Höhen-sinn zum Beyspiel, auf den er so viel hält, scheint ihrnicht recht natürlich zu seyn, denn Moden halten nichtlange.

Gnade! rief Clotildc: was haben wir nicht allesschon hierüber hören müssen!

Und von seinen langen Heldengedichten, fuhr erfort, wird Tuschen bald genug sich zu den kurzweili-gen Romanen der Schwester flüchten. Das ist danndie Täuschung der allzustchcrn Voraussetzung, und dieist unangenehm.

Clotildc seufzte ohne zu wissen, oder wenigstenszu sagen, warum; und die Schweizerin lachte: Solltesich wohl der Mann allein in seinen Erwartungen ge-täuscht sehen?

Hier, antwortete der Oberste, hat ein Unterschiedstatt. Versprechen sich die Männer von ihren Bräutenvorzügliche Ausbildung besondrer, wirklicher oder ein-gebildeter Eigenschaften, so sind hingegen die Erwar-tungen des weiblichen Geschlechts vom Ehestand allge-meiner. Sie nehmen zwar alle an, daß sie einen Mei-ster bekommen, denn das ist die Ordnung der Natur,die sie wohl fühlen; aber alle sind der Lcnksamkcit die-ses Meisters gewärtig, einer Eigenschaft, die sich nichtwohl mit der Meisterschaft verträgt. Und das ist eureTäuschung, ihr Kinder; ihr seyd zwar geneigt zumGehorchen, erwartet aber lauter angenehme Befehle.

Seht den Kenner! rief die Schweizerin.