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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Wie gcht's dann öfters? fuhr er fort. Entwederist der Meister lenksam aus Schwachheit, das heißt, erwird dem Weibe Unterthan, oder er ist streng aus Uc-bcrinacht. In beyden Fallen hat die Frau ihren wah-ren Standpunkt verfehlt: Muß sie mehr gehorchen, alssie erwartet hatte, so fühlt sie sich an der Würde derHausfrau gekränkt; führt sie aber die Alleinherrschaft,so ist sie über den Kreis der Weiblichkeit hinausgetre-ten, und wird, was ein weibliches Wesen nie seynsollte, ein Gegenstand der Furcht.

Nun ja, versetzte die Freundin, Enttäuschungenmüssen kommen; aber wenn diese vorüber sind, so gehterst der wahre Ehestand an. Wer diesen kennt, lieberOheim Hagestolz, der mag auch wissen, daß es eineHerrschaft durch Liebe, einen Gehorsam aus Pflichtgeben kann.

Ich kann mir auch eine gegenseitige Verträglich-keit denken, that Clotilde hinzu: wohl auch eine süsscWchmuth der Aussöhnung.

Ihr habt Recht, Kinder, erwiederte der Oheim;denn so wie jeder Mensch Gutes und Böses in sichvereinigt, so wird auch jeder Stand in den er tritt,durch ihn abwechselnd gut und böse. Gott bewahremich, schlecht von der Ehe zu sprechen, wenn ich schonein alter Junggeselle bin l Man versteht mich immerunrecht; nur den überspannten Erwartungen bin ichnicht hold, und wollte Clotildcn vorläufig auf denNachtheil derselben aufmerksam machen, aus Besorg-