mige wohlmöblirtc Wohnung auf cincr Anhöhe, einsogeheißnes Schloß, Erüncnstcin genannt, wartete sei-ner. Um dasselbe aber nach seinem Geschmack, undzum Empfang aller seiner Gastfrcunde einzurichten,wollte er jetzt selbst Hinreisen, und es wurde beschlos-sen, daß Suschcn ihm zur Hülfe mitgehen sollte, wel-ches sich diese auch um so viel eher gefallen ließ, daihr Fräulein nunmehr eine andre Kammcrjungfer an-genommen hatte, mit welcher sie nicht recht zusam-menstimmte.
Dieß war ein gewandtes niedliches Bernermäd-chcn, das sich in seiner etwas nrbanisirtcn Landestrachtgar sein ausnahm, und fertig französisch zu plaudernwußte, welches Suschen nicht konnte, und daher auchnicht gern hörte. Zudem war es ihr auch zuwider,daß die Jungfer ihren Anzug beybehalten mußte, dersich, wie sie meinte, für die Bedienung eines adclichcnFräuleins nicht schicke. Das wollte aber hauptsächlichder Oheim: Die Grazie dieser Mädchen, sagte er, haf-tet an ihrer Kleidung; sie haben solche gleichsam mitder Muttermilch cingcsogcn, ihre ganze Haltung undBewegung ist darauf berechnet; ziehen sie andre Klei-der an, so findet sich die naive Anmuth nicht mehran ihrem Platze, sie werden linkisch und alltäglich. —Wer weiß, sagte er zu Tobias, als sie Abends beymAuskleiden von dem Bernermädchen sprachen, ob nichtSuschcn deßwegen so sehr auf Abänderung der Trachtgedrungen, weil sie besorgt, neben der neuen Zofe über-