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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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züglichkeiten wurden fortgesetzt, bis zuletzt die gereizteDulderin aufstand und sagte, sie sey überzeugt, daß esihre», Bräutigam selbst nicht lieb wäre, wenn sie Bc,lcidigungcn, die nicht sie allein angehen, länger an,hörte.

Was Thränen nicht vermögen, thut oft der Muth;die Alte war dessen nicht erwartet, und da sie ihreGründe hatte, es mit dem Prediger nicht zu verder-ben, suchte sie mit schaaleu Reden wieder in das Ge-leise der Gefälligkeit einzulenken, ja sie weinte selbstüber das Mißverstehen, wie sie es nannte, und nahmdie leidende Braut mit sich zu ihrem wöchentlichenAbcndbcsuchc, wo sie dafür sorgte, daß dieselbe schonals künftige Frau Pfarrcrin behandelt wurde, die auchdurch ihre Sittsamkcit die Achtung der jüngcrn, unddurch ihre jugendliche Frischhcit das Wohlgefallen derältern Frauen, welche über die Jahre der Verglcichung

hinaus waren, zu erhalten wußte.

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Ungeachtet einer gewissen Scheu, die Suschcnvor den beyden alten Herren, bey denen sie jetzt imWagen saß, hatte, so daß sie sich wenig zu sprechengetraute, und obwohl des Professors Tabackpscifc ihrlästig war, befand sie sich doch besser zu Muth, als ge-stern bey der geschraubten Frau Amtsräthin (so hießdie Tante) und in ihrer Abendgesellschaft. Die beydenHerren aber waren seelcnvcrgnügl; der Oberste, weni-ger von Mißlaunen gestört als vormahls, war sehr of-