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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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pfehlungsbcsuche gekommen, und der dritte Platz indem Halbwagcn schon durch den Professor besetzt sey;die Tante blieb darauf, der Vetter im Rhcinthal brau-che Hülfe, und der Professor werde wohl eine andreGelegenheit finden. Snschcn mußte es dem Oberstenanzeigen, und machte die Eröffnung mit schweremHerzen, bekam aber von ihm lauter ungestüme Ant-worten: er sey nicht in die Schweiz gekommen, ummit alten Weibern herumzufahren, und seine Freundedarüber hintanzusetzen, und dergleichen mehr; welchessie zwar der Tante in milder Einkleidung hinterbrachte,die es aber als eine Geringschätzung annahm und sichdarüber sehr ereiferte, so daß Suschcn jetzt zum erstenMahl eine kleine Erfahrung von den Unannehmlich-keiten machen konnte, die den Eintritt ins bürgerlicheLeben begleiten. Sie mußte sich das ganze Geschlechts,rcgistcr der beleidigten Person erzählen lassen bis zueinem ihrer UrvLtcr, der ein Standcshaupt gewesen;sie mußte von dem seligen Ehehcrrn hören, der mehrzu bedeuten gehabt, als ein Professor; und von unbe-kannten Fremden, die oft nicht das seyen, wofür siesich ausgeben.

Das arme Mädchen, dem diese Art der Selbst-schätzung noch neu war, hatte Freundlichkeit von derVerwandten ihres Geliebten erwartet, und nicht solcheBelehrungen; daher kam sie in große Verlegenheit,und konnte eine Thräne nicht zurückhalten. AlleinThränen besänftigen diese zähen Herzen nicht, die An-