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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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174
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Wenn es nur nicht schon z» spät ist, antworteteder Major.

Darüber ergrimmte der Oberste; er hatte dieWahrscheinlichkeit zwar auch gefühlt, aber er hörte sienicht gern aussprcchcn. Was zu spät! schrie er: derBursche wird sich doch nicht einfallen lassen, verliebtzu seyn? Der Sohn eines Geistlichen in meineNichte? — Und nun brauste der Sturm, den manmußte toben lassen, bis er fertig war. Der Majorkonnte kaum vcrhüthcn, daß er nicht auf bloße Ver-muthung hin Clotilde so gleich zur Rede stellte.

Ueber Nacht legte sich indeß die Hitze: Noch istdie Sache eine bloße Muthmaßung, sagte er des Mor-gens; wenn sie aber auch mehr wäre, so ist das besteMittel ja schon ergriffen; sie entfernen sich auf Jahre,und werden inzwischen wohl klüger werden. Und daer ohnedies bey aller auffahrenden Reizbarkeit dochnie im Stande war, einen erloschenen Zorn wiederanzufachen, so nahm er sich jetzt bloß vor, die Sachemit ruhigem Auge zu beleuchten. Als er aber die lie-ben Kinder wieder vor sich hatte, und ihre Unbefan-genheit sah, überwog sein väterliches Herz; er ließ al-les gut seyn, um sich und ihnen die Stunde des Ab,schicds nicht zu trüben. Es wurde jedoch, hauptsäch-lich auf Veranstaltung des Majors, nach der Stadtgeschrieben, daß Clotilde bald möchte abgchohlt werden,und Tuschen ward über manches ausgeforscht; alleinSuschen sagte weniger als sie wußte, denn die Rolle,