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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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meiner noch erinnern, mich nicht vergessen, wenn ichferne bin ?

Gustav! Mein Auscrwähltcr! . . . war iht Ge,danke, und unwillkührlich ihr Wort. — Und in demAugenblicke, ergriffen von der Allgewalt der verschlos-senen Empfindung, umschlangen sie sich in unendlicherLiebe, und tauschten die Seelen im ersten glühendenKusse.

Der Bund war ausgesprochen, geschlossen für dieEwigkeit; und wie nach einem Gewittersturme dieSonne wieder mit friedlichem Glanz in die aufgestörteNatur tritt, so umfloß jetzt das Gemüth der Liebenden,entladen der höchsten Spannung, eine stille Ruhe, einesüße sorgenlose Freude an der Gegenwart. Sie wa-ren sich einander sicher für immer, und konnten nunauch aus Scheiden mit Gelassenheit, ja fast mit Ver-langen, u», eher wieder zusammenzukommen, denken.Sie schienen um ein paar Jahre älter geworden, undempfanden doch, wie noch nie, die Fülle jugendlicherKraft.

Die Veränderung war auffallend; auch der Oberstenahm sie wahr: Es ist was unter den Kindern vorge-fallen, sagte er Abends zum Major: sie sind so freu-dig, wie ich es unmittelbar vor der Trennung nach solanger Bekanntschaft nicht erwartet hätte; es ist gut,daß der Junge bald wegkömmt, er würde noch demMädchen den Kopf verrücken!