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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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nicht so viel Umstände mit ihm machte. Sie warnichts von allem dem, was die Tante von ihr crwar,ten lassen; in ihrer Vaterstadt unter gntcr Gcspielschaftaufgewachsen, verband sie mit einem aufgeweckten Kopfallerhand Kunstgcschicklichkcitcn; sie zeichnete, sang znrGuitarre, und war in Manchem bewandert, was sonstüber den Erreich munterer Mädchen geht. Das alleswnßte sie mit einer unverstellten Natürlichkeit zu vcr,binden, so daß auch die Freundinnen sie ehrten undgerne um sich hatten; sie mahlte ihre Blumen, undsang ihre Verse, und ihre Anmaßungslosigkcit standden Anmaßungsloscn nicht im Wege. Das woraufdie Tante stolz gethan, war eine kleine Vergreise, diesie beschrieben, die von einem Bekannten nachher über,arbeitet und irgendwo dem Druck übergeben worden;sie hatte es aber bey diesem Versuche bewenden lassen.Der Oberste fand Gefallen an ihrem Vorlesen, undsuchte ihr die richtige Aussprache des Deutschen bcyzu,bringen, bemerkte aber, daß solche auch den geläufig,steN Schweizcrmädchcnzungcn etwas schwer falle. Siebringen es selten weiter, als bis Zum Schwabendeutsch,meinte der Professor.

Als nun die jüngcrn Bewohner Grünenstcins einesMorgens mit einem kleinen Verein aus der Nachbar,schüft eine nahe Anhöhe bestiegen hatten, um die auf,gehende Sonne zu sehen, wobey denselben einige Abcn,teuer aufgestoßcn» die ihnen zwar den Zweck der Reiseverschoben» jedoch so viel Befriedigung gewahrt hat.