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zu kurz. Zch Hirte heute einen Schuhputzer mit ei,nem Manne zanken, der ihn nicht bezahlen wollte,und erstaunte über da« Besonnene und Abgemesseneseiner Ausdrücke mitten im lebhaftesten Zorne; er wußteseinen Gegner mit einem Strome empfindlicher Redenzu beschämen, ohne ein unanständige« Wort zu sagen.Wo findet man da« anderswo? — Aber e« war aufeinem offenen Platze unter einer Menge von Leuten;ob e« unter vier Augen auch so höflich abgelaufenwäre, ist noch die Frage. Denn da« ist eben deö Pa-riser« souveräner Grundsatz, welchem Vornehme undGemeine bis in den Tod getreu bleiben, sich derBeobachtung Vortheilhaft zu zeigen, und vor der Weltalle« mil bonne grâce zu thun. Nach dieser Maximebildet er seine Geberden, seine Sprache, und sein gan-ze« gesellschaftliches Leben. Daher bey den Vornehmendieser leise Ton, dieser Schein von Geduld und Theil-nahme, diese oberflächliche Harmonie, diese Furcht vorEigenheiten und „cet esprit fondé sur les phrasesqui circulent,“ und bey ben Gemeinen die behutsameund doch leichte Manier in Ausdrücken, die Mäßigungim Affecte, das Schönreden mit Unbekannten, unddie bey allem Freyheitsstolz sclavische Unterwerfungunter da«, wa« öffentliche Manier ist.
Am meisten muß ich mich über die Leichtigkeit ih-rer Sprache verwundern, denn e« ist unglaublich, mitwelcher Wohlredenheit man hier alles zu sagen weiß,und mit welcher Bereitwilligkeit sich ihre Worte ihrer
Ver-