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und Spiel diese und andere allgemeine Betrachtungenleicht darbiethen; über den künstlerischen Werth ein-zelner Schauspieler aber war ich noch nicht im Standein Urtheil zu fällen, weil man keinen Menschen, dereine öffentliche Rolle spielt, richtig beurtheilen kann,ohne ihn persönlich zu kennen, das ist, ohne mit sei-nen Eigenthümlichkeiten, dem, was ihm die Naturaus Liebe oder aus Haß gab, vertraut zu seyn, umnicht, welches so oft der Fall ist, an Idiosynkrasienzu hängen, und das wahre Talent zu übersehen.
Doch kann ich über Talma, der den Orest spielte,nicht schweigen. Der Verstand, womit er, ausgezeich-net vor allen andern, seine Rolle vortrug, machte mirihn gleich anfangs schätzbar. Es war nicht bloße her-gebrachte Manier der Déclamation, sonder» Gefühldessen, wa6 er sagte, und ohne die nothwendige tra-gische Würde zu vergessen, wußte er Wahrheit undLeben auch in den längsten Reden beyzubehalten. —Ob er im Affecte nicht zu oft die Hände über demHaupt schüttle, ob sein Kopf nicht zu rund und seinGesicht zu kleinlich für diese großen heroischen Rollensey, wage ich noch nicht zu sagen, ob cö mir gleich sovorkam; denn dieses sind eben jene vorübergehendenEindrücke unvollkommener Neuheit, welche bald vordem Uebergewicht der Trefflichkeiten verschwindenmüssen.
Auch im Costüm zeichnet er sich aus, und scheintder Wahrheit desselben ernstlich, ja ängstlich nachzu-