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1 (1828) Auch ich war in Paris / Ulrich Hegner
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streben. Die empvrgekrLusten schwarzen Haare fallenfreylich jetzt weniger auf, weil sie gerade Mode sind;aber die bis hinter die Elbogen nackten Arme hättenmeiner Meinung nach mit fleischfarber Seide bekleidetseyn sollen. Ihre blasse Farbe und starken männlichenMuskeln gaben ihnen unter dem reichen farbigen Ge-wände ein trockenes und mageres Ansehen, das denheutigen Geschmack, der nicht gewohnt ist, nackteMannsarme zu sehen, beleidigt. Der griechische Orestmag freylich keine seidenen Ermel getragen haben, aberder französische darf es gleichwohl thun, thut und sagter doch noch vieles, das eben so wenig griechisch ist.Des Euripideö Orest in der Maske und den Kothur-ne» mag dem Sohne des Agamemnon eben auch nichtsehr ähnlich gesehen haben. — Das Costüm des Thea-ters muß, so wie es Empfindung und Sprache auchist, theatralisch, das ist, sublimirte Natur und nichtbloße historische Wahrheit seyn, und sich daher auchnicht allzustcenge weder an die alte noch neue Modebinden, um nicht durch jene zu fremde und durch diesezu alltäglich zu werden.

Uebrigen« ist es doch ein großer Unterschied, einStück nur zu lesen oder von einem solchen Schauspie-ler aufführen zu sehen, denn so ein geschickter Mannweiß oft gerade das am meisten zu beleben, worüberman im Lesen kalt hinweggeht. So hat der letzteAuftritt, wo Orest den Geist des Pyrrhus zu erblickenglaubt, nie keinen Eindruck auf mich gemacht, sondern