Buch 
1 (1828) Auch ich war in Paris / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
197
JPEG-Download
 

197

gebildeten Classe sich dieses GestLndniß nur zu oft ma-chen müsse, wo ebenfalls, so viel ich weiß, zu einer,, Gift"') Vergnügen zwey „Giften" Geduld un-entbehrlich sind. Man ennuyirt sich zuletzt an denTafeln der Vornehmen und im Umgänge mit den Ge-lehrten, wie auf dem offnen Markte; wurden nichtselbst die Tischgenosse» Friedrich des Großen endlichdes Salzes feines Witzes, wie der Gewürze seinerSpeisen überdcüßig!

Meiner Meinung nach muß also der Menschen-beobachter in Hauptstädten, wenn er in seinen Erfah-rungen regelmäßig zu Werk gehen will, bey dem öffent-lichen Leben des Volkes den Anfang machen. Er wirdlange genug lehrreiche Beschäftigung dabey finden, undwohl eher müde als fertig werden. Findet er dannnoch Zeit und Gunst zum Zutritte bey höher» Stän-den oder ruhigern Zirkeln, so werden ihm auch dieseanziehender» Genuß verschaffen, je mehr er zuvor seineignes Urtheil über die Sehenswürdigkeiten der Stadtund den Charakter des Volkes festgesetzt hat.

Dar, waö ich weiß, mit dem was ich sehe zu ver-gleichen, und hieraus mir täglich neue Erfahrungen zusammeln; diesem mikrokosmischen Schauspiele, so langeeü mir gefällt, als einziger Zuschauer beyzuwohnen,dieß ist das Geschäft und die Freude meines kurzen

») ueber die Reinigung und Bereicherung der deutschen Sprache,«»» I. H. Campe. Braunschweig , 1794. Seite 144.