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Trinkgeld; Leute, die nie allein und für sich empfindenkönnen, und nicht aus Freundschaft, sondern aus An-maßung verlangen, man soll alle ihre Affecten mitihnen theilen, und mit ihnen lieben und hassen. Der,gleichen gibt e6 eine Menge, die, wenn sie euch ihreAngelegenheiten erzählt haben, und ihr nicht sogleichin ihren Ton einstimmt, weil ihr noch ansteht, ob esder rechte Ton sey, euch für kalt und unempfindlichausschreyen.
Hauptsächlich aber bewahre einen Gott, daß seineEmpfindungswârme nicht in Revolutionen auf dieProbe gesetzt werde, wo böser Wille sich Freyheiksliebe,und kurzsichtiger Eigensinn sich alte Treue nennt; woSchwärmer und heuchlerische Laurer ein thermometri-scheö Register über jeden selbstdcnkenden Mann süh,ren, nach welchem aller Wahrheit zum Trotze seinWerth und Unwerth bestimmt werden soll; wo mandie schwache Seite am politischen Freunde nicht ein-mahl mehr leise berühren, vielweniger das Gute amFeinde gut nennen darf; wo zwey Parteyen, jede ausLiebe zum Vaterlande, das Vaterland zu Grunde rich-ten, und dabey wechselsweise in schaalen .Proclama-tionen den Gott ihrer Väter anrufen, als wenn jedeunter dem besondern Schutz eines eignen Zehovahstände; und man dieses alles noch rührend und schönfinden sollte. Hier ist Geduld und Glaube der Hei-ligen! Denn wer da noch kalt bleibt, und sich nichthinreißen läßt zu den Zubeltönen der siegenden, oder
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