Buch 
1 (1828) Auch ich war in Paris / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
251
JPEG-Download
 

251

die beträchtlichste» sind, denn die besten Stücke deralten italiänischen Mahler sollen sich in dem Strudelder Revolution auf eine geheimnißvolle Art verlorenhaben. Von jenen findet sich hier ein großer Schatz,und ich muß gestehen, daß mir diese Handrisse fran-zösischer Künstler sehr wohl und meistens besser ge-fallen, als ihre Gemählde. Das Ungezwungene, Freyeund Flüchtige derselben nimmt sich hier, bey richtigerZeichnung, und gutem Verstand in der practischen Be-handlung, besser aus, und kündigt mehr Geist an, alsin den ausgeführten Oehlgcmähldcn, wo es durch um-ständlichere Beleuchtung mir Farben leicht zur flachenManier wird. Es sind Zeichnungen da von la Hire,le Brun, le Sueur, Mignard und andern Franzosen,die durch edle Composition, und vornehmlich durch dieArt und Weise der Ausführung, ähnlichen Arbeitender berühmtesten Ztaliäncr den Rang streitig zu ma-chen scheinen, mit denen sie, in Farben gebracht, nach-her keine Vergleichung mehr aushalten.

Große, und zierlich vollendete Rubensische Zeich-nungen von seinen berühmtesten Gemählden, findensich auch ln Menge; sie scheinen mir aber um ihrerdetaillicten Ausführlichkeit willen eher von den geschick-ten Männern zu seyn, die nach ihm ln Kupfer gesto-chen haben.

Tizian und Claude zeigen sich mir auch hier alsdie Meister in Landschaften, und sind nichc nur durchdie großen Zdeen ihrer Entwürfe merkwürdig, sondern