A u d r a n.
der Radiernadel und des Grabstichels, durch eineverständige Mischung freyer Schraffierungen undunordentlich aber wohlangebrachter Punkten, undeinen vortreflichcn Geschmack, die erforderliche Wir-kung hervorzubringen. Und hierdurch hinterließ erder Nachkommenschaft Modelle des beßtcn Slyls,in welchem historische Kupferstecher dergleichen Ge-genstände behandeln sollen. Dieser vortrcfliche Künst-ler starb zu Paris 1702. 62. Iah.e alt. Lacomüb.
* Audran, (German )ClaudiusI.Sohn,lerntebey seinem Vater, und zu Paris bey seinem OheimCarl Audran. Er gieng hierauf in seine GeburtsstadlLyon zurück, wo er Professoradjunctus der Maler-akademie ward, und starb daselbst 1710. 79 Jahrealt, und hinterließ vier Söhne, die in so viel ver-schiedenen Artikeln vorkommen, /.acombe.
* — — (Johann) geb. zu Lyon 1667., lerntebey seinem Vater German, und bey seinem ObeimGcrard. Er war einer von den arbeitsamsten Kup-ferstechern : Schon in seinem 20. Jahre gab erdie erste Arbeit heraus, und fuhr darinne fort bisin sein 87. Jahr. In 1707. ward er königl. Kup-ferstecher, und bekam ein jährliches Gehalt nebstder Wohnung aux Gobelins, und in 1708. eineStelle in der königl. Maleracadenue zu Paris . Seinein kleinern Format gebrachte Feldschlachten Alexan-ders, die Königin Esther , Athalia und die Krönungder Königin Maria von Medicis sind so viele Pro-ben seines vortreflichen Grabstichels und unermüde-ten Fleißes. I» allen großen Werken von Kupfer-stichen, die zu seinen Zeiten unternommen wurden,findet mau einige Stücke von seiner Arbeit, als: Indem Cabinet von Crozat, in den Galerien von Lu xemburg und Versailles u. s- w. Man zahlt ho. Ma-ler , nach welchen er gearbeitet hat. Er starb aux Go-belins 1706. — Nebst obenbemeldtem Benedicrhinterließ er * Michel, einen vortreflichen Tape-zierer, der eine neue Gattung dieser Arbeit erfand,/.aconrüe.
* — (Ludwig) Genna,rs jüngster Sohn,kam, wie seine Drüder, »ach Paris . Man hat vondiesem Kupferstecher die sieben Werke der Barmher-zigkeit nach S- Bourdon, und einen Leichnam nachR- Houasse. Er starb plötzlich um 1712. ohngefähr42. Jahre alt, ledigen Standes, /.acomüe.
Audrouer oder Androuer. S. Cerceau.
Audyn ( ) ein holändischer Geschichtsma-
ler, von welchem ein Stück die Decke der Schilder-kammer in Haag ziert. Uffenbach lll. 270.
* Aved, (Jacob Andreas Josevh) geb. zuDouay 1702. lernte die Anfänge der Zeichenkunst zuAmsterdam bey Bernhard Picard und warb seithereiner der besten Bilduißmaler seiner Zeit. Er setztesich zu Paris , wo er 172s. in die königl. Academieaufgenommen wurde. Man bemerkt in seinen Ge-mälden eine richtige Zeichnung, mit welcher er die soseltene Kunst zu verbinden wußte, daß er nicht alleindie Figur, sondern auch das Genie, die Talente unddie Eigenschaften seiner Gegenstände ausdrückte Erst. 176V. Epiciö, Schmidt, Fessard, Petit. le Bas,Balechou u. s. f haben verschiedene Blatter nachseiner Arbeit gestochen. OlLtionairo historiguexortatis.
Avelar, (Joseph von) aus Portugal , malteFiguren in Oel, und man verlangte durch das ganzeKönigreich von seiner Arbeit. Von ihm siehet manviele Bilder in der Bibliothek des Patriarchats, dieihm Ehre erwarben. Avelar lebte im Ueberfluß, weiler durch seine Arbeit so viel gewonnen hakte, daß erzu Lisabon eine ganze Gasse mit Häusern bauenkonnte, die seinen Namen trug. Avelar blüheteum 1640. 6na»re»ti.
* Aveline, (Antonund Peter) Kupferstecherzu Paris . Der erste gab neben Andcrm RaphaelsBibel in 52 . Blattern; man hat auch von ihm dieAussichten des Spithals, la Galperriere genannt,der Sternwarte, des hohen Altars der Soldaten-sptthalkirche, des Grabmals vom CardinalMazariu
Avibus. AZ
u. s. w. — perer war ein Schüler der berühmtenPoilly. Er arbeitete nach Wateau, Boucher, Ou-dry, Natoire , Bcrghem u. s. w. Dieser Künstlerwar ein geborner Pariser , Mitglied der königl Aca-demie, und starb in großer Armuth in dasigem Spi-thale 1762. vhngcfähr 60. I. alt. Bibliothek sch.Wissenschaften X. 217.
Avelllno, (Onophrius) Maler zu Neapel ,lernte bey Lucas Giordano und Franz Solimena .Er malte Feldschlachten, gute und wohlglcichendeBildnisse, und einige Altarbläter; kopirte auch vieleGemälde seiner Lehrmeister, die für Originale infremde Länder verkauft wurden. Avellino starbz» Nom 1741. 67. Jahre alt. Maßt hat das Bild-lich des Cardinals Aloysius Caraffa nach ihm inKupfer gebracht. DvEM'cr 111 . 45 c>. u. 67h.
Ave m ann. (Wolf) Maler zu Nürnberg , fandseine größte Lust, nach des H. Steenwyks Manierdas Inwendige der Kirchen perspektivisch vorzustel-len, und erlangte dadurch den Ruhm eines gutenKünstlers Er zog nach 1620 von Nürnberg inHessen , und kam dort bald darauf durch einen De-genstich um sein Leben. Doppelmayr S. 2i5.
Aven, (Leo d') Kupferstecher, lebte um dieMitte des X VI. Jahrhunderts. Er abeiiele zu Nomund zu Paris nach Primaticcio , M. A. Bonaroti,Parmesan, Mr. Roux rc. Lasan.
Anev, (Jvh. Paul) Maler zu Nürnberg , lerntezu Regenspurg bey dem altern G. C. Eimart und zuVenedig bey Peter Liberi. Er zeigte seine Geschick-lichkeiti» Bildnissen, Geschichte und Landschaften.Auer starb in seinem Vater'ande 1687. 5 l Jahrealt. Der jüngere G- C. Eimart, I Sandrart rc.haben nach ihm gestochen. Doppelmayr S 24».
— — (Niclaus). S. den Art Johann Höl-zer, seines Schülers.
Avera ria, (Joh. Baptist) von Bergamo ge-bürtig , malte in der dasiqen Kirche St. Franciscuseine sehr künstliche Verkürzung. Kr'cko/fl I. 122.
* Auerbach, (Johann Gottfried) ein guterBildnißmalcr, arbeitete um 1720. zu Wien Manfindet Blätter nach seinen Gemälden von I. B.Probst u. s. f.
Aver camp. S Havercamp.
* Averlino, Averolt'no oder Averu-lino, (Anton) ein florentinischer Baumeister,schrieb auf Befehl Matthias, Königs von Ungarnund Böhmen , ein Buch übet die Baukunst. Manverwahrt in der Domiuicaucrbibliothek S. S. Jo-hannes und Paulus zu Venedig eine von AmonAscolano verfertigte lateinische Uebersetzung diesesBuchs, die auf Pergament geschrieben, und mitMiniaturgcmälden geziert ist. Averolmo wird voneinigen Schriftstellern für den Baumeister des gros-sen Spithals zu Mailand gehalten, /.ettrre L«/'rt/i-ra IV. 212.
Averfa, (Mercurius von) Maler zu Neapel ,lernte bey I. Baptist Caccioli, und malte Vielesunter seines Lehrmeisters Namen; nachher verän-derte er seine Manier, und verfertigte für die Je-suiterkirche St. Joseph einige Gemälde. DieserKünstler lebte um i 65 o. Domemcr 11 . 287.
Avesse. S. Havesfe.
* Aufenrverrh. (Johann) Goldschmied zuAugspurg, machte sich durch zierlich geschmelzte Ar-beit auf sächsisches Porcellain berühmt. Er starb imXVIII. Jahrhundert, von Srerren ^rief IX.
Aug 0 s (Johann de). S- L de Aranda.
Augustln-veneziano. S. veneziano.
* Avibus, (Caspar oder Cesar de) Kupfer-stecher von Citradeüa, arbeitete zu Padua und zuVenedig . Eines seiner vornehmsten Werke ist eineSammlung von Bildnissen der Fürsten des Eckhau-ses Oesterreich, die er auf 66. Blattern in gr. Folio
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