Band 
Erster Theil.
Seite
48
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48 Barili.

Fenster, Balken u. s. f. des vaticanischen Pallastcszu Rom unter Raphaels Aufsicht so vortreflich, daßLudwig X III. in Frankreich diese Verzierungen genauabzeichnen und in dem Louvre nachahme» ließ. DerCardinal Sylvias Dalenti nahm sich 1747. vor, dieseArbeit in Kupfer siechen zu lassen, wovon aber da-mals nur ein einziges Stück zum Vorschein kam.Barile schnitzte auch die Nahme, welche Raphaelsberühmte Verklarung Christi in St. Pietro in Mon-torio einfaßt, und die mit Erzfarbe bemalt ist. Fottar-r

II. 120.

Barili, (Anton und Salust) genannt Sanesi,Bildhauer, von welchen man in der Hauptkirchc zuEiena Arbeit von Eisen, Erzt und Holz sieht.

Barlacchi, (Thomas) Kupferstecher undKunsthändler zu Rom , kopirte die von M- A. Ray-mond! nach Raphaels Gemälden in Kupfer gebrachteLogen des Pallastes Maffimi, und der Tapezerien desSaales, in welchem das päbsiliche Consistorium ge-halten wird. Sandra« I. 207.

* Barlow, (Franz) ein englischer Maler ausLincolshire gebürtig, arbeitete zu London . Er lerntebey Sheppard, einem Dildnißmaler; aber Barlow'sHang zog ihn auf das Thierzeichnen nach der Natur;allein es glückte ihm nicht in dem Colorit, welchesman der Unerfahreuheit seines Meisters in dieser ArtMalerey beymißt. Er etzte auch einige Blatter; seineManier und Ausführung haben etwas Gefälliges,wenn beyde gleich nicht sehr schön sind. Die Zeich-nung verdient eben so wenig, als der Ausdruck nachder Natur gelobt zu werden. Ueberhaupt sind dieBöge! besser als die vierfüßigen Thiere. Barlowst. 1702. W. Hollar, R. Stoop und I. Griffierhaben nach seinen Zeichnungen Esops Fabeln radirt;I. Smith wildes Geflügel u. s. w. /Wi»§to».

Barnazzano. S. Bernazzano.

Barnuevo; Beyname von Don Sebastiande Herrera.

Barocci oder Barsche. S. Barozio.

Bar 0 mrni. S. Boromini.

* Baron, (Bernhard) ein geschickter Kupfer-stecher von Paris , lernte bey seinenvEchwiegervalerNiclaus Heinrich Tardieu. Er arbeitete lange Zeitzu London , wo er um 176». starb. Man sieht vonseiner Arbeit in der Sammlung von Crozat, in desWateau Kupferwerke u. s. f.

* Baron oder Baronrus, sJohann) ge-nannt Tolosano, Kupferstecher von Toulouse , ar-beitete zu Rom . Man zahlt unter seine Werke einePest nach Pouffin, und eine kleine Madonna nachBernini ; er arbeitete auch nach verschiedenen an-dern Meistern, worunter ein Zeichenbuch von 12.Blättern nach Peter Fcrrerio mitzurechnen ist.ckck/mi.

Baronzello, (G- F.) zeichnete um 1670. denherzoglichen Pallast la Venerie unweit Turin , wel-chen G. Tasniere gestochen hat.

Barone, (Anton) Maler zu Verona , lerntebey Simon Brentana und Marc Anton Franceschini.Von ihm sieht man in dem Speisesaai des Klostersdclla Carita zu Bologna die Geschichte des H. Gual-fardus Guidokti, und in der Kirche St Blasius zuVerona die Aufopferung Jsaacs. Er blühete um1718. 1Z2.

* (Joseph) Kupferstecher von St. Gin-liano, arbeitete zu Venedig in des Louistr K'earro6l Vene^ia; dann nach I. B. Piazetta, P. Liberiu s. f. Seine Arbeit besteht meistens in heiligen Bil-dern und kleinen Andachtsstücken. Er starb in hohemAlter um 1720. * Seine Schwester Angelicahat 1729 das Officium B. B- Maria sehr schon inKupfer gebracht. Christ führt E. 189. JosephsZeichen an.

Baroni, (Andreas) Maler, war des Loren;Paffinelli Lehrmeister.

Barozzi.

Baron», (Bernhard!») Maler zu Siena , vonwelchem man in einigen Kirchen dieser Stadt Ge-mälde findet, /'eecr.

(Dominicus) Maler zu Bologna , ver-fertigte die erste Altartafel der Kirche belle Convertite.welche die Himmelfahrt Mariä vorstellt, die Tafeldes Hauptalkars in der Kirche St. Johannes derFlorentiner, und alle Figuren des Oratorii der da-sigen Brüderschaft. Er starb in dieser Stadt 1671.

111. 28.

(I. P.) Graf von Tavigiiano, gab1728. auf 20. großen Blattern das Modell der Kir-che St. Philippi Neri zu Turin nach den Zeichnun-gen des RittcrS Philipp Juvara, ersten königlichenBaumeisters.

Baronio, (Anchises) genannt dell Difegno,einer der ältesten Maler zu Bologna . Ma/r-a-m 1 .21.

Baronzinos ) Bildhauer von Brescia ,verfertigte einige Statüen für die St. Martinskirchezu Alsano. ä".

Barozio, (Ambrosius, berühmter Bildhauervon Mailand , ward von Friedrich Feltrino, Her-zogen von Urbino , nebst vielen andern Künstlern da-hin berufen, seinen neuerbauren prächtigen Pallastmit ihrer Arbeit zu zieren. Barozio war einer vonden Voreltern, oder vielleicht Vater von FriedrichBarozio Sein Dildniß wird in der großherzoglichenGalerie zu Florenz aufbehalten; es ist aber des Fried-richs, welches sich in gleicher Sammlung befindet,so ähnlich, daß fast zu vermuthen ist, es müsse da-bey ein Irrthum vorgegangen seyn. S. auch denArt. Ambrosius da Urbino. /wrE-uo

IV. 297.

* (Friedrich) Maler von Urbino , lerntebey Baptist Franc» Er arbeitete in dem Belvedcrzu Rom , wo er Raphaels Zeichnung und des Cor-reggio Färbung treflich nachahmte. Als er aber indiesen'zwey wesentlichen Stücken seiner Kunst wohlzugenommen hatte, nöthigte ihn eine unverseheneKrankheit, in sein Vaterland zurückzukehren. NachVerflusse ganzer vier Jahren erlangte er erst seine Ge-sundheit wieder, und fuhr jetzt fort, in seiner schö-nen und angenehmen Manier zu malen. Er verfer-tigte viele Bildnisse und historische Gemälde, undwar besonders in andächtigen Bildern glücklich, inwelchen er die Maria nach seiner Schwester, und dasJesuskind nach seinem kleinen Neffen schilderte. Ba-rozio pflegte auch die Bilder, d>e er zu malen vor-hatte, entweder in Wachs zu formen, oder seineSchüler als Modelle zu den erforderlichen Stellun-gen zu gebrauchen. In der Zärtlichkeit und Lieblichkeil seines Colorits näherte er sich dem Geschmackedes Coreeggio, den er in richtiger Zeichnung über-traf. Seine Färbung ist lebhaft, und er kannte dieWirkung der Lichter sehr gut. Seine Gesichtszügesind lächelnd und angenehm. Er zeigte auch in sei-nen Zusammensetzungen vielen Verstand, wogegener seine Stellungen übertrieb, und Muskeln u. s. f.allzustark ausdruckte. Uebrigens kann er mit allemRecht unter die beßten Maler aller Zeiten gezähltwerden. Wan erstaunt, wenn man in Erwägungzieht, daß dieser Künstler so viel große Werke undeine unendliche Menge Zeichnungen habe hinterlassenkönnen, da seine sehr schwächliche Gesundheit ihmnicht erlaubte, täglich mehr als zwey bis drey Stun-den zu arbeiten. Bey müssiger Weile etzte er aucheinige Blätter nach seiner eigenen Zeichnung in Kup-fer, die ungemein fleißig, und mit einer sanftenzierlichen Nadel ausgeführt, wovon aber die gutenAbdrücke sehr selten sind. Papillon fuhrt ihn auchunter den Formschncidern an- Dann zählt man un-gefähr 4 ». Blätter, welche Andre nach ihm gestochenhabe». Barozio st 1O12. 8 s I alt. Unter vielenandern Schülern unterwies er auch seinen Neffen* Franz Barozio p 98.

Barozzi (Jacob) genannt vignola, vonseiner in dem Herzogthum Modena gelegenen Ge-burrsstadt, lernte die Malerey bey Dartholome Pas-