Band 
Erster Theil.
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93
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B o r n e r.

* Bornev (Peter Paul), sehr geschickter Me-dailleur von Luzern in der Schweiz, ließ sich zu Rom hanshablich nieder, wo ihm seine Kunst die Ehreverschafte, die Bildnisse dreyer Päbsic, als Jnnorcenz Xl., Alexander VIII . und Jnnoeenz XII. ingroßen und kleinen Sckanpfcnmngen abzubilden.Erstarb in dieser Hauptstadt, vermuthlich in einemder letzten Jahre des XVII. Jahrhunderts. Füßli

11!. /i.

Borns (Baptist). S. Bsrro.

— — Veyname von Ignacius Benoli.

* Bors mini (Franz), geb. zu Bissone in dem

Disthum Conio i 5 gg, lernte die Baukunst bey CarlMaderni und I. Loren; Bernini . Loromini er-warb sich mit seine» Talenten die Gnade der Päbste,nebst dem Beyfall und der Freundschaft des römischenVolks. Er baute Kirchen und Pallaste zu Rom und zu Neapel . Seine Werke hatten den gleichenCharacler wie sein Leben, nämlich Eigensinn. Erhatte wenig Geschmack; aber die innere Einrichtungseiner Gebäude war für die Bequemlichkeit vorrrcf-lich, wie man beydes an dem Orakorio der KircheVallicella sehen kann. Die Vater der CongregaüonSt. Philippi Neri in eben diesem Kloster zeigen auchvon Boroimkii einige Gemälde, die er mit einerkecken Manier verfertigt. Der Pabst gab ihm denChristus- und der König in Spanien den St. Ja-cobsorben. Man behauptet, er habe aus Neid undMißgunst gegen den Ritter Bernini sich selbst ersto-chen. Aber passem sagt bloß: Er habe sich 1667.in einem heftigen Anfall von Raserey, der von einemhitzigen Fieber entstanden, umgebracht. Das Buch,welcheser von den Gebäuden des gedachten Oratoriigeschrieben, erschien erst 172-0. mit 67. Blattern.Seine Bauarbeit in dem Collegio der Sapienz wardnach seinen Zeichnungen gestochen und 1720. in At-lasfvrmat gegeben. 1. 298. — Bernhard

BorsittlNi gab die Zeichnung zu einem Altar in derKirche St. Maria in Via laka zu Rom . 7 )ti.

Bsrra (Ioh Baptist), Baumeister von Tu-rin , blähete um 17H8. Er erneuerte die dasigc H.Kreuzkirche samt dem Glockenrhurm und das Thea-ter von Carignano. Borra baute auch die Vor-derseite des Pallastes des Prinzen von Carignan zuRacconigi, den er inwendig erneuerte und erwei-terte. S. den Art. s) Fourdrinier. I.

Borro (Baptist), Glasmaler zu Arezzo , warein Schüler und Nachahmer deü Wilhelm von Mar-seille. Er arbeitete in den vornehmsten Kirchen destoscanischen Gebiets, und erwarb sich durch seineKunst Ehre und Ruhm. Borro blühete um i 5 so.

111. lM.

— (Ioh. Stephan), Bildformer von Mai-land , verfertigte schöne, lebhafte und ähnliche Bild-nisse in Wachs. Er arbeitete um 1620. zu Genua .

Xcy-i'Mtt y. 2gi.

* Borroni (Ioh. Angclus), Ritter und Ma-ler von Cremona, arbeitete zu Mailand , wo man inder Kirche St. Simplician ein Ovalgemald auffrischen Mörtel von ihm sieht. Er malte auch eineKapelle in der Cathedralkirche zu Monza. üar tost l.

— — (Panp, Maler von Voghera , lerntebey Bossi, Professor der Acadcmie zu Parma . Erbekam 1771. den ersten Preis in gedachter Acadcmiemir einem Gemälde, welches den Durchmarsch Han-nibalS über die Alpen vorstellt. Man lobte darineine verstandiqe Zusammensetzung, harmonischesColorit und wohiausgestubirte nackte Figuren. Mrr-cm-e ste, sanvler 1772. p. 1 jä.

* Borst,m (A. van) , niederländischer Ma-ler , ahmte in seinen Wecken die Landschaften undThiere des Arlhuü van der Nccr nach. G.Valk, Kup-ferstecher und Kunsthändler, hat einige Blatter vonThieren nach seinen Zeichnungen gegeben. Bibl. derschonen LDissensch. X. 221.

Borr, (Constantln), malte für die Kirche St.Srcffano in Pescivola zu Rom daS Bildniß des Erz-engels Naphael. /comal aut/cn e »uLierua.

Bös.

YZ

Borrsls (Maestro), obrigkeitlicher Baumei-ster der Stadt Bologna , nach dessen Zeichnung diezierliche Kirche St. Maria della Pieta, genannt deiMcndicanti erbaut wurde- ^§co§c>.

— — Deyname des ü^rrrholoine pedone.

Borrolomasi (Geminian) , vortreflicherSchrcibmeistec zu Modena , gab ein Werk in Kfern, welches aus sehr sinnreiche» Zügen, die Fi-guren und Grotesken abbilden, besteht,x. rss 5 .

BoresIon, (Matthäus oder Matthias),venetianischer Maler, lernte bey Anton Balestra. »Er malte eine theologische Tugend an dem Gewölbeder Kapelle Labbia der Kirche St. Nicolaus de To-lentino, und in dem Spithale St. Petrus und St.Paulus die Bildliche dieser Apostel und der H. Ma-ria. Es'sind auch einige gute Plafonds von ihm inder Domiuicanerkirchc ;» Bergamo . Borroioniarbeitete in Piemont mit Felix Biella, einem Ar-chitecturmalcr Seine kleinen historischen Gemäldesind von glühender Färbung. Er hatte zu Mailand in der Kirche St. Darkholome das Gewölb zu malenangefangen , starb aber über dieser Arbeit 1720, undsie ward hernach dem Caspar Diziani zu vollendenanvertraut, /.cttere ftr /Etiu-a I V. 88.

* Borzone (Lncian) , Maler zu Genua , lerntebey seinem Vetter Philipp Berkolokko, und bey Ce-sar Corre. Schon in seinem Sechszehnken malte erso kleine Bildnisse, daß man sie in Ringe fassenkonnte. Er übte sich in allerhand schönen Wissen-schaften , und seine Werkstätke war immer mit Stan-despersonen angefüllt, für welche er mir micrniüde-tem Fleiße vortrefliche Werke mir natürlichem Colo-m, fleißiger Zeichnung, lebhaften Figuren und gu-ter Ausführung verfertigte; dieses that er auch inverschiedenen andern Werke» auf frischen Mörtel.Als er an dem Gewölbe der Kirche dclla Nunziataarbeitete, fiel er ab dem Gerüste, undst i 6 s 5 . 55 .J.alt. M. l'Asne, L. Kisian ». s. f. habe» nach seinenWerken gestochen. Er selbst hat einige Blätter geetzt.

— Er hinterließ drey Söhne, Carl, der große undkleine Bildnisse malte, auch einige historische Ge-mälde für öffentliche Gebäude verfertigte. DieserKünstler starb in jungen Jahren >627. — FranzMaria, Enzians zweyter Sohn, malte Landschaf-ten, Eeestückc und Stürme, die in Frankreich sobeliebt waren, daß er 167-j. ein jährliches Gehalrvon dem Hof erhielt. Er st. 167g. 5 g. I. alt Manmerkt von ihm an, daß er sich öfters der rohen Wit-terung und de» wilden Wellen blosgesetzk, damit erdie schönen Vorfälle der Natur, die in ihren Wir-kungen öfters so sonderbar, so majestätisch und ein-nehmend ist, in der Nähe betrachten, und in seinenGemälden anbringen könnte. Seine Manier gleichedes Claudius Lorrain und des Dughet. Coelemanshat eines von seinen Gemälden gestochen. — Ioh.Baptist, Lucians dritter Sohn, legre sich anfdasGeschichtemalen, und vollendete das von dem Vaterin der Kirche della Nunziata angefangene Bild. Erst- ihau.

Bos (Abraham). S. Bosse.

— — oder van den Bosch» (Cornelius).

S. Bus.

— — (Caesarvan deiV, geb. zu Hooru iy Nord-holland 16ZH Sein Bruder, ein öchiffszim,»er-mann, ließ ihn Anfangs dieses Handwerk lernen,welches er auch wohl bcgrif. Dieses aber konnteseine natürliche Neigung znr Zeiehenknnst nicht er-sticken ; in den Ruhestunden seiner Arbeit, die er nachaller Möglichkeit verlängerte, zog er sein DleysiiftauS der Tasche, und zeichnete auf Papeir mit größ-tem Eifer die stille und die bewegte See mit allerGattung Schiffen mit solcher Fertigkeit und zierlicherAusarbeitung , daß Kenner darüber erstaunten; undBronckhorst. ein berühmter Maler gestand, daß erniemals etwas Bessere, in dieser Arc gesehen habe.

Er wäre auch ohne Zweifel einer der geschicktestenKünstler geworden, haue ihn nicht der Tod in der