Band 
Erster Theil.
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94
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94 Bos.

Blüthe seiner Jahre weggerafft. Man erstaunt überdie Menge schöner Zeichnungen, die man von ihmin den Händen der Liebhaber sieht, s/orchr-ate-rII. 328.

Bos (Cornelius S. Bus.

* — — (Hieronymus). Maler von Herzogen-dusch, blühete im X V. Jahrhundert. Obwohl ereiner der ersten war, die in Oelfarben arbeiteten,ist doch seine Manier weniger hart, seine Gewän-der sind von besseren Geschmacke, die Falten natür-licher und von mehr Abänderung als die seiner Zeit-genossen. Das Schreckliche und Drollichte schienen

* die angenehmsten Vorwürfe seiner Arbeit zu seyn, in-dem er die Hölle mit allen ihren Werkzeugen zumöftern vorstellte. Er trug seine Farben nur einmalauf; gleichwohl haben sie sich nicht verändert DerGrund seiner Gemälde ist weiß; auf diesen wußte erdie Farben so durchscheinend anzubringen, daß hier-aus ein glühendes Colorit entstand. Seine Werkesind hin »nd wieder zerstreut; verschiedene sieht manin dem spanischen Escurial. Man glaubt, er habeeinige von seinen Erfindungen selbst geetzt. H. Cockhat ein historisches Blatt nach ihm gestochen. /)e§-

cnnrxn I. ig.

* — — (H.), Maler, verfertigte das Bild-niß des berüchtigten Roman de Hooghe, welchesI. Houbraken gestochen hat.

— — (Joh. Ludwig I , von Herzogenbnsch that

sich in Früchte- und Blumenmalen hervor; seineWerke sind wohl ausgearbeitet und sehr natürlich.Es ist unmöglich, die Reinlichkeit und Lebhaftigkeitder Farben höher zu treiben In seinen Bluincn-büschen brachte er so kleine Jklsecten an, daß mansie nicht anders als durch Vergrößerungsgläser se-hen kann Oefters stellte er seine Blumen in glä-sernen Gefäßen vor. Er blühte gegen das Endedes XV. Jahrhunderts. I. 21.

— — (Maria I. Renard du). S. Dubos.

Bosboom. S. Boosbsom.

Bosc (Claudius du), französischer Kupferste-cher, arbeitete um 17Z0. nach Raphacl, Lina»,Jouvenet u s. f. Lncnu.

* Boscarari (Felix), Maler, von welchem

man in dem Oratorio St. Ambrosius zu Dresciaein Altarblatt siebt» weiches den H. Cajetan miteinigen andern Heiligen, die auf den Wolken sitzendeH. Maria anbetend, abbildet. Er hat auch einAbendmahl für die dasige Kirche St. Proculus ge-malt. etc. str Äi'eccür.

* Bosch (Balthasar van den), Maler zu Ant-werpen , lernte bey Thomas, der in Tenicrs Ge-schmacke Zimmer mit Figuren malte, van denBosch studirte die gleiche Manier; aber er füllteseine Gemälde mit ediern Figuren aus, als seinLehrmeister. Seine Arbeit stieg auf einen außer-ordentlichen Preis ; sie ist öfters sehr wohl zusam-mengesetzt und gezeichnet. Man findet zwar in der-selben keine sonderbare Ausarbeitung, aber ziemlichgute Stellungen, und gewöhnlich eine angenehmeFärbung. Seine Gegenstände sind wohl gedacht;es sind fast immer in ihren Werkstätten arbeitendeMaler und Bildhauer. Sein Pinsel scheint leicht,schätzbar und geistreich behandelt. Die Figurensind zierlich und nach der Mode gekleidet, und dieStoffen sehr wohl nachgeahmt. Dessen ungeachtetkann er blos in die zweyte Classe der Künstler, die indieser Gattung arbeiteten, gerechnet werden. ImSaale der neuen Bogenschützengcsellschaft zu Ant-werpen sind auf einem Gemälde alle damals le-bende Vorsteher derselben abgebildet. Die Figurenhat van den Bosch, die Architektur verftraaren,und die Landschaft Hupsmans dazu geliefert,van den Bosch starb als Director der Academie1715. äc> Jahr alt. Ferth hat eins seiner Gemäl-de, welches der Graf von Vence besessen hatte, ge-stochen. DeccaM/n II. 178

— — (Caspar van den), von Antwerpen , maltealler Gattung Gesellschaften, und wußte die Leiden-

B 0 s c 0 l i.

schaften wohl auszudrücken; aber seine Zeichnungwird nicht sehr gerühmt, III. 355 .

Er scheint einige Aehnlichkeit mit obigem Balrha«sar van den Bosch zu haben.

Bosch (Jacob van den), Maler zu Amster-dam , dessen Arbeit, die in Baum - und Erdfrüchtenbesteht, so natürlich abgebildet ist, daß den Nä-schern das Maul darnach wässert. Er st. 1676. 40.Jahre alt. Aoribr-akcir III. 78.

Boschaerr (Ambrosius). S. Ampriiiger.

— — oder Bossaerr, Beyname von Tho-mas Wllleborr.

Bosche. S. den Art. rsUclaus Romans.

Boscher (Philipp van), niederländischerKünstler, welcher in einem Gemälde der Gallcriedes Palais royal zu Paris ein lesendes Weib vor-gestellt hat. örice.

* Boschi (Alphons), Bildhauer, blühte umdie Mitte des XVII. Jahrhunderts in Italien .

* — — (Fabricius), Maler zu Florenz, lerntebey Dominlcus Paßignano. Er stellte schon inseinem Achtzehnten Gemälde an öffentlichen Ortenauf, in welchen man eine schöne und hurtige Ma-nier in Führung des Pinsels, eine gute Zusam-mensetzung und wohlgewählte Erfindungen bemerkt.Er malte auf Mauern und Tücher figurenreiche Ge-schichten , und würde derselben noch viel mehrereverfertigt haben, wo nicht sein öfterer Aufenthaltauf dein Lande seinen sonst lebhaften Geist so ge-schwächt hätte, daß er mit zunehmendem Alter zuden gemeinsten malerische» Erfindungen untüchtigwurde. Er st. 16^2. 72. Jahre alt. La/cirmrccr8eo. H. III. 260.

* — — (Franz), Maler zu Florenz , lerntebey Mathäus Roffelli. Er kam in den Ruf einesgeschickten Künstlers, und arbeitete sowohl fürFremde als für seine Mitbürger. Boschi trat inden geistlichen Stand, und wurde Priester. Erstarb 1676. 56 I. alt. La/äümcci 8sc. 5 .

* B 0 schini (Marc), Maler und Kupferetzer zuVenedig . Er machte sich durch seine Schriften be-kannt. Man hat von ihm: Earta iil navigsre p!t-toriüico, eine Schrift, in welcher er die vornehm-sten Gemälde in venetianischeu Reimen beschreibt;sie ward 1664. in 4 to zu Venedig gedruckt. Jl. einBüchlein in 12MV, betitelt: Is lVliners üella pit-turs, welches die öffentlichen Gemälde zu Venedig anzeigt, und zu verschiedenen Malen herausgege-ben und vermehrt worden ist. Er brachte die Aus-sichten des Königreichs Candien und des Archipe-lagus, jedes dieser Werke aus 6n. Blättern be-stehend, in Kupfer. Man hat auch Blatter vonihm nach P. Liberi, T- Linelli u. s. w. /.ctr /ta/iai

IV. 2tr.

Bosco (Maso del). S. Thomas Boscoli.

* Boscoli (Andreas), Maler zu Florenz ;lernte bey Tito Titi. Er arbeitete mit einer hurti-gen Manier; seine Figuren sind natürlich, unddas Colorit stark. Man erzählt von diesem Malereinen seltsamen Zufall , der ihm auf seinen Reisenbegegnet: Er trug allzeit ein Buch bey sich, inwelches er die schönsten Aussichten, die ihm vorka-men, zeichnete; auf dem Wege nach Loretto sah'Boscoli unter Macerata einen schönen Prospektvon dieser Festung, den er zu zeichnen anfieng;über solcher Arbeit ward er von den Haschern be-treten und ins Gefängniß gebracht, und, da mannoch mehrere Zeichnungen von Festungen bey ihmfand, als ein Spion zum Tode verurrheilt, wel-ches auch wirklich an ihm wäre vollzogen worden,weiln nicht zu seinem Glücke der Gubernator sichwegen seiner Person in Floren; erkundigt hätte.Er starb 1606. 53 - I. alt. Peter Jode hat diePassionsgeschichte nach seinen Zeichnungen in 14.sehr schonen Blattern gegeben, und I. Callvt hatden Exorcismus nach ihm geetzt. /sto»-. I. sär«