Band 
Erster Theil.
Seite
129
JPEG-Download
 

^ Capomazzo .

dessen SE das Blut in ein Gefäß fließet, mit ne-benstehenden Bildern. Er blühete um i 58 v. Dome-»icr II. i 65 .

Capomazzo (Ludovica), Malerin zu Neapel .Man kann nicht mit Gewißheit sagen, wer ihr Lehr-meister gewesen; am Wahrscheinlichsten I. AntonSantoro. Sie gieng frühzeitig in ein Kloster, undmalte verschiedene Heiligenbilder für Privatpersonenund Kirchen; unter diesen zeigt man einige zu St.Clara und Jesus Maria, in denen man schone Land-schaften , wohlgezeichnete Köpfe, Hände und Füße,nebst einem guten Colorit bemerkt. Sie starb umi6H6. Domem'cr III. 90.

* Caporali (Benedict oder I. Baptist), ge-nannt Bitte, Maler von Perugia , lernte bey PeterPerugino. Er übte die Malerey, noch mehr aberdie Baukunst. Caporali arbeitete an dem Dom zuMailand und in der Carthause zu Pavia , schriebauch Anmerkungen über den Vitruv, welche i 536 .gedruckt, aber in keiner Achtung sind. Dieser Künst-ler st. i 56 o. — Sein Sohn Julius arbeitete unterdes Vaters Aufsicht. Man kennt keine Nachrichtvon seinen eigenen Werken. Er starb um i 58 o un-gefähr 70. I. alt. Bu-co/r p. 5 o. u. 92.

Cappa (Hieronymus ), geschickter Bildhauer,der in dem Art. Frau; da f)onre - Bassano ange-führt ist.

Capra (Alexander), Baumeister von Cremona ,schrieb über die Feldmesser- Civil- und Kriegsbau-künste in drey Quarrbänden, die von 1672—1680.gedruckt sind.

Caprera. S. den Art. A. M. Colonna,seines Schülers.

Capriani (Joh. Baptist). S. Cipriani.

Caprini oder Caprinozzi (Marc), ge-nannt del Ruspoli, von Civita - Castellana gebür-tig, lernte bey dem Ritter Dencfiale, und blüheteum 1760. Er malte für die Kirche delle sacre Stim-mate di S. Francesco a i Cesarini zu Rom eine geist-reiche Tafel, welche den sel. Joseph Calasanzio vor-stellt. Trti.

* Caprioli (Alexander oder Aliprando) vonTrient, Kupferstecher zu Rom , gab 1696. die Bild-nisse von hundert Kriegshelden, und arbeitete auchnach F. Zucchero u. s. f.

Capua (Eligio di). S. EIrgis.

Capucin 0. Unter diesem Namen versteht manden Cosinus Piazza, und zuweilen den BernhardEtrozzi, der aber mehr unter dem Beynamen prereGenosse bekannt ist.

* Capugnano oder Campugnano (Jo-hann da), ein Bauer aus einem Dorfe in den Ge-genden von Bologna , bildete sich ein, er sey ein ge-schickter Maler, und kam daher nach Bologna , wo er«ine Werkstätte öffnete. Er malte Stühle und Tische,wobey er sich immer beklagte, daß man seine Kunstnicht genug kenne und bezahle. In dieser Einbildungstärkten ihn einige schalkhafte Nachbarn, und rühm-ten seine Geschicklichkeit; da er sich aber unterfan-gen wollte, Heiligenbilder zu malen, ward ihm sol-chesvondemErzbischofe verboten. Ein lustiger Kopflegte ihm das Verbot so aus, daß es nur das Ma-len dieser Bilder um Belohnung betreffe, und beredteihn, ein Marienbild mit dieser Ueberschrift zu ver-fertigen : A'o/ra»ur5 ste LÄ/MA-rmro ssclr istam del-lsm lU-istoiiinam llevotionis gratia. Er über-schmierte einige Tafeln und bildete sich ein, er maleLandschaften, in welchen die Vögel größer als dieMenschen, Hunde größer als Baume, Schafe grös-ser als Ochsen u.s.f. abgebildet sind, die aber nichtsweniger als die Gestalt dieser Thiere hatten. Vielevornehme Liebhaber setzten aus Spaß seine Gemäldeden Werken der berühmtesten Meister in ihren Gale-rien an die Seite. Capugnano suchte einen Schüler,und bekam Leonel Spada, einen Lehrling der Car-racci, welcher diesen neuen,Lehrmeister beständig

Caraglio. 129

lobte, und sich dem Scheine nach die größte Mühegab, seine Werke zu kopiren. Nach einiger Zeit malteSpada in desselben Abwesenheit einen sehr schönenKopf der Lucreria, ließ solchen in der Werkstatt« ste-hen, und klebte eine satirische Schrift an die Thüre,welche ein großes Gelächter erregte. Capugnano.zeigte sie mit großen Klagen den Carracciz'als erdie Werkstatt öffnete, und den Lucretienkopf fand,wollte er gegen die Carracci behaupten, Leonel habe,vermittelst seiner Unterweisung, diese Geschicklichkeiterlangt; diese aber hielten ihm seine Unwissenheit,Thorheit und falsche Einbildung mit Ernst vor, undließen ihn ganz beschämt stehen Er lebte um dasEnde des XVI. Jahrhunderts. Man zeigt ein Ge-mäld, in welchem L. Spada sich selbst an der Seiteseines lächerlichen Lehrmeisters vorstellt P. A. Pazzihat es in Kupfer gebracht. II. 122.

* Capuro (Franz, Maler zu Genua , lernte beyDominicus Fiaseüa. Er besuchte Rom und Neapel ;hier nahm er des Joseph Ribera Manier an Ca-puro arbeitete an dem Hofe zu Parma und in seinemVaterlande, wo seine Werke sehr beliebt waren Die-ser Maler blühete um die Mitte des XVII. Jahr-hunderts, und starb zu Genua in jungen Jahren.

p. 260.

Capuro (Franz), Miniaturmaler zu Neapel ,lernte bey seinem Schwiegervater, Joh. Baptist Rot-si. Er malte nach dem Gebrauche der damaligen Zeitengeistliche Geschichten in Bibeln und Chorbüchern.Er lebte um das Jahr i 65 o. Do-Ericr II. 229.

Caque (Peter), Baumeister zu Paris um 1760.Nach seiner Zeichnung ist das Portal der Kirche derP. P. des Oratorii aufgeführt. L-ice.

Carabaial (Ludwig), Stiefbruder des I.Baptist Monegro, geb zu Toledo i 5 Z-j- Ermattefür die Kirche des königl. Klosters Escurial einigeAttarbiätter. Dieser Künstler st. 1691. ^st/s§roX°. 2 i.

CarabeIli (Franz), geb. zu Castel St. Pietroin der Landvogtey Mendris 17a/, lernte bey seinemVater die Bildhauerkunst, und stu-irte etliche Jahrezu Mailand . Die Vorsteher der Hauptkirche zuMonza suchten sein Modell von einer Madonna mitdem Kind Jesus , unter vielen andern als das Beßre,welches er auch mit vieler Geschicklichkeit ausführte.Zeichnung, Ausdruck, schöne Falten und eine edleEinfalt zeugen in diesem Werk von dem guten Ge-schmacke des Künstlers. Mailand war der Ort sei-nes Aufenthalts, /üßli IV. 170.

* Caraccioli (Joh. Baptist), genannt Bar-ristello, Maler zu Neapel , lernte bey Franz Jm-parato und M. A Merigi. Er malte an der Seitedes Hauptaltars in der Kirche St. Fortunatus zuNeapel verschiedene Werke nach dcsHannibalCar-raccio Manier, Carracciolr hatte den Ruhm einesvortreflichen Zeichners, und st. 1641. TlomemcrII. 275.

Carache. S- Carraccio.

Laradosso; Beyname von AmbrosiusFoppa.

Caraffa (Joh. Anton), ein Bresciancr, dersehr schöne Gefasst aus Glas verfertigte. Er wardum 147c», nach Venedig berufen, wo ehedem in demZimmer der Advocaten ein solches Gefasst stand,welches drey Schöpfeimer Wasser faßte; es war mitscherzenden Nymphen unter Bäumen von erhabenerArbeit geziert. Caraffa starb in blühenden Jahrenan beygebrachtem Gifte. O. p. 5i§.

* Caraglio oder Caralius (JohJacob),Kupferstecher von Verona , ahmte den Marc Anto-nio nach, und arbeitete mit vielem Lobe nach Ra-phael, M. Rosso, Perino del Vaga , Parmesan,Litian ». s. f. Er übte nachher das Edelstein - undCrystallschneiden; verfertigte auch mit vieler Ge-schicklichkeit einige Schaumünzen. Caraglio arbei-tete in allen diesen Künsten um i 5 - 4 o. in Polen , woer große Summen verdiente, die er zum Ankaufe eini-ger Güter in dem Herzogthum Parma anwandte, undseine übrige Lebenszeit daselbst zubrachte,

X°. 22.

R