Band 
Erster Theil.
Seite
132
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lzr Cartone.

kaiserl. Hof nach Wien berufen, wo er viele Arbeitverfertigte und daselbst starb. Er blühete um 1670./Ä5co/r II. 198.

^ Cartone (Carl), Geschichtsmaler von Como ,hielt sich um 1720. zu Mailand auf. Erarbeitete mitden Perlpectivmalern Anton Agrari, Anton Mazzaund Peter Anton Pozzi in den Kirchen zu Brescia ,Asti u. s. w. Man findet in Rilians Bibel eineschöne Abnehmung vom Kreuze nach seiner Erfin-dung. Er selbst radirte nach seinen eignen Werken.

* — (Johann),des Taddeus Sohn, lerntebey Peter Sorri. Er arbeitete unter Dominicus Pa-ßignano, und übertraf alle seine Mitarbeiter in Oel und Fresco. In seinem Vaterland brachte er sichdurch seine Geschicklichkeit, besonders in Verkürzun-gen, in großes Ansehen. Alles, was von seiner Handkam, ist groß, kräftig und correct. Die Decke derVerkündigungskirche, welche die Geschichte der H.Jungfrau vorstellt, ist ein sehr schönes Werk Die-ser Künstler heyrathete die Tochter des berühmtenBernhard Caftelli. Carlone malte 1620. dieTheatinerkirche St. Antonius zu Mailand , starbaber, da er erst die halbe Arbeit verrichtet hatte, nochnicht 40. Jahre alt. /Ärco/r II. 196.

* - - (Joh. Andreas), des I. BaptistSohn, durchreiste verschiedene Städte von Italien ,und studiere zu Venedig nach P. Veronese, Lintoretund Titian. Zu Perugia malte er in der Kirche Jesus die Geschichte Josua; an dem Gewölbe der KircheSt. Herculanus die Thaten des Apostels Paulusu. s. f. Während seinem dasigen Aufenchalt wohnteer beständig in dem Hause des Grafen Horaz Ferretti ,und hielt eine öffentliche Schule. Nachher arbeiteteer zu Rom und in seinem Vaterlanbe, wo er 1697.70. I. alt starb, /'arcoir II. 188.

(Joh. Baptist), des Taddeus Sohn,lernte nicht in des Dominicus Fiasella Schule, wieOrlandi sagt. Er vollendete die von seinem BruderJohann in der Theatinerkirche zu Mailand ange-fangene Arbeit. Man siehet auch noch verschiedeneandere, die er in Kirchen und Privathausern zu Ge-nua auf nassen Kalkgemalt, worunter etliche Statüenan der Mauer eines Landhauses, wegen der natür-lichen Nachahmung des Marmors sehr bewundertwurden. Dieser Künstler arbeitete auch zu Rom .Brrco/r II. 197.

— -- (Joseph), des Taddeus Bruder und

Schüler, arbeitete gemeinschaftlich mit ihm für dieHöfe von Spanien, England und Mantua . We-gen einer Krankheit begab er sich nach Rovio , seinemGeburtsorte; er starb daselbst, und hinterließ zweySöhne, Bernhard und Thomas, von denen in be-sondern Artickeln gehandelt wird. p. 297.

* — — (Taddeus), Maler, Bildhauer undBaumeister von Rovio , an dem Lauisersee, lerntebey seinem Vater Johann. Nachdem er zu Rom siudirt hatte, setzte er sich zu Genua , und verfertigteviele Arbeit. Er war dergestalt in seine Kunst ver-liebt, daß er solche seinen Schülern gleichsam einzu-gießen suchte, indem er sie mit ungemeiner Freund-lichkeit in den vornehmsten Stücken unterwies; auchwandte Taddeus all fein Vermögen darauf, seineSöhne in allenWiffenschaften unterweisen zu lassen,da er zu sagen pflegte: Diese wären der Kinderrechte Erbschaft. Er st. i6iZ. und ward in der Kir-che St. Francesco di Capelletto, wo ihm sein SohnJohann ein Monument setzen ließ, begraben, äo-/-ra-rr p. 292.

— — (Thomas), Josephs Sohn und Schü-ler, verfertigte für die Kirche Jesus zu Genua zweyEngel von Marmor an dem Altare des gekreuzigtenHeilandes, und ein Basrelief für die Kapelle St.Maria delle Grazie in der Kirche St. Ciro u. s. f.Derselbe ward an den Hof nach Turin berufen, woihm auf sein Absterben, zufolge herzoglichen Befehls,ein Grabmal mit seinem Brustbild ausgerichtet wurde.

p. 297.

Caro.

Carloni da varallo. S. den Art. peeerda verallo.

Carmanides, antiker Schmelzmaler. S. denArt. Anstobulus.

Carmelirano (P. Luca). S. Luca.

Carmeron (Georg). S. Charmeton.

^ Carmine (Frater Philipp del); Beyname desältern Philipp Lippi.

Carmois (Carl) malte das Gewölb der H.Kapelle des königl. Schlosses Vincennes und verfer-tigte Patronen zu den Tapezereyen zu Fontainebleau .Er arbeitete unter Primaticcio um i 56 o. S. denArt Simon le Roi. III. 117.

— — (Martin di). S. Charmois.

* Carmona (Manuel Salvador), geschickterspanischer Kupferstecher, lernte zu Paris bey CarlDupuis, und ward Mitglied der königl. Künstler-academie daselbst. Um -760. gieng er nach Madrid zurück. Man hat von ihm einige mit dem Grab-stichel schön ausgearbeitete Blätter nach Vandyk,C. Vanloo, Pierre, Roslin ; dann ein allegorischesBlatt auf Carl lll., König in Spanien , nach einerZeichnung des Franz Solimena u. s. f. Lass».

* Carmonrel (L. C. de), franzSsischer Ma-ler, machte sich um 1765. durch eine Tafel, welchedie unglückliche Familie Calas vorstellt, einen be-rühmten Namen. Dieses Stück ward von la Fossegestochen. Die Kupferstecher I. B. Tilliard, obi,ger la Fosse, Houel u f. w. haben auch nach Car-montcls Bildnissen gearbeitet.

Carneri (Matthäus), Bildhauer und Bau-meister zu Venedig , erneuerte 1610. das Grabmaldes Paul Caliari in der Hieronymitenkirche St. Se-bastian. Er verfertigte auch i 6 Z 3 . das prächtigeGrabmal des Doge Franz Erizzv in der PfarrkircheSt. Martinus. /(itrntto äi /'eneLia..

Carner 0 (Stephan) malte zu Venedig in einemZimmer, Magistrats del Monte novissimo genannt,die Bilder der H H. Petrus und Paulus . LnnnSim.

* Carnevale (Dominicus), Maler und Bau-

meister von Modena , hinterließ eine unzählige MengeGemälde in Oel und Fresco, die er mit einer sehrangenehmen Manier verfertigte. Die Architekturmalte er so natürlich, daß die Augen der erfahrenstenKunstverständigen dadurch getäuscht wurden. Die-ser Künstler arbeitete in seinem Vaterlande um 1364.S. den Art. Hieronymus da Fano. ?. 99.

— — ( ) Baumeister zu Rom , wo er die

Kirche St. St. Cosma und Damianus 1722. wiedererbaute. Mtica e Moäerna.

Carnio (Anton) aus Friaul gebürtig, lerntebey seinem Vater, einem ziemlich guten Maler. Erarbeitete nach einer guten Manier, und malte dasNackende gelind und zart; weil er aber niemals aus-ser sein Vaterland kam, war er auch anderswo ganzunbekannt, hatte wenig Arbeit, und wurde schlechtfür seine Kunst belohnt; daher er bis in sein hohesAlter ein kümmerliches und elendes Leben führenmußte. Er blühete um 1680. Suarrenti.

Carnio le. S. Corgnivole.

Carnovale. S- Carnevale und Barrholomeda Urbino .

* Carnuko (Simon da) in dem Gebiete vonVoltri , ein lrcflicher Perspectiv- und Figurenmaler,arbeitete mit einem unvergleichlich schönen Colorit.Er trat in den Franciscanerorden, und blühete um1220. ä'o/iram x. 27.

Caro (Balthasar di), Maler zu Neapel , lerntebey Andreas Belvedere. Er malte Anfangs mit gu-tem Erfolge Blumen; aber seine Neigung zog ihnauf die Jagden. In dieser neugewähltcn Art schil-derte er Vögel, wilde und.zahme Thiere, mit einervortreflichen Manier. Caro arbeitete um 1740. für