Colomba.
vertrat. Endlich gieng er in sein Vaterland zurück,arbeitete aber noch zwey Jahre in gleicher Beschäf-tigung an der königl. Schaubühne zu Turin . DieDecke des Opernhauses zu Ludwigsburg von 80.Schuhen in die Länge und 5 o. in die Breite, wird füreines seiner Meisterstücke gehalten. Tolomba lebtenoch in seinem Vaterland« 177.4. Füßli I V. 14V.
Tolomba (Luc. Anton), geb. znArcegno 1661.lernte bey seinem Vater I. Baptist, den er hernachweit übertraf. Er arbeitete zu Wien bey dem Prin-zen Eugen von Savoyen , der ihn dem HerzogenEberhard Ludwig von Würtemberg empfahl, alsdieser, sein Schloß Ludwigsburg zu zieren, einen ge-schickten Frcscomaler suchte. Lolomba arbeitete24 Jahren an dem Hofe dieses Fürsten , der ihm zu-gleich erlaubte, mit Beybehaltung seiner Besoldungauch an andern deutschen Höfen und in Klöstern zuarbeiten. Endlich gieng er mit einem Capital vonLüo,voo Gulden in sein Vaterland zurück, wo er sehrprächtig lebte, und nach Verfluß zweyer Jahre(1737.) in sehr mittelmäßigen Umstanden starb. Seinebeßten Werke sind in dem churmaynzischen Lustschlvssekiebereich, in dem großen Saal und in der Kapelledes Fürstlich-Toxischen Pallastes zu Frankfurt amMahn, in den Kirchen des deutschen Hauses zu Heil-bronn, zu Frauenalb, des Klosters Schönthaln. s. f. zu sehen. Füßli IV. 73 .
* Loloinbanr, vielleicht da S- Colom,bans (Bernhardin ), Geschichtsmalcr, arbeiteteum ihrh. in einigen Kirchen zu Pavia . Lmtoüll.
*ToIombel (Niclaus),MalervonSottevi'llenahe bey Rouen gebürtig, lernte bey Eustachius leEueur. Nachdem er lange unter diesem Meisterstudirt hatte, gieng er iu Italien , und befliß sichwährend seinem vieljährigen Aufenthalt zu Rom , sei-nen Geschmack nach Raphaels und Ponssins Wer-ken zu bilden, konnte aber nie, weder die Hoheitihrer Gedanken und Ausdrücke, noch die Verschie-denheit und Größe der Charaktere, welche sie ihrenschönen Figuren zu geben wußten, erreichen. Erzeichnete zwar richtig: Die Auswahl seiner Gegen-stände, besonders derjenigen, mit welchen er dieScenen seiner Gemälde auszieren wollte, zeigten,daß es ihm nicht an Genie fehlte; aber bey alle demwar er immer frostig, etwas trocken, furchtsam undgezwungen. Man suchte seine Werke wegen ihrerschönen Ausarbeitung, wegen ihrer mit Gebäudenreichlich gezierten Gründe, und wegen einem hellen,silbcrfärbigcen Colorit. Er arbeitete in der Mena-gerie zu Versailles und in dem königl. Schlosse zuMeudon . Tolombel ward Professor der Acüdemie1702. und st. 1717. 71. 1 . alt. Cl. Duflos,M. Dos-sier u. s. f. haben nach seinen Werken gestochen. Erhatte niemals weder Weib, noch Schüler, noch Be-diente, und behauptete: Ein Mensch sollte keinesandern Hilfe bedürfen.
* Tolombini (Cosinus) , Kupferstecher,lernte bey P. Anton Pazzi. Er arbeitete mit vielenandern an den Malerbildnissen der großhcrzogl- Ga-lerie zu Florenz . 6a»clel/mr.
Tolombo (Jacob), Bildhauer zu Neapel ,lernte bey Domi'nicus di Nardo und bey Solimena .Er verfertigte nach den Zeichnungen und unter derAufsicht dieses letztem das schöne Grabmal der Prin-zessin von Piombino und ihres einzigen Söhnchens,in der Minoritenkirche dell' Ofpedaletto; wogegendasjenige Grabmal, welches er in der Kirche St.Cakhcrina a Formell» aus eigener Erfindung verfer-tigte, ziemlich schlecht gerieth. Er lebre um 1710-IN. 3 gr.
— -- ( ) Musivarbeiter, lebte im XVIl.
Jahrhundert. Fnr-ietti 0. IV.
.* Eolombstii (Angelus Maria) von Eub-bio, Abt des Olivetanerordens, Malte Blumen undVogel in Miniatur. Diese letztem sind mit ausneh-mender Kunst in Abbildung der zartesten Federn undder mannigfaltigen Abwechslungen in den starkenund mittelmäßigen Schatten und den Lichtern vor-trefijch ausgearbeitet, weswegen der berühmte Guer-
Colonna. 167
cinv ihm das größte Lob beylegte. Tolomboni maltezwey solcher Sammlungen von Vögeln, in welchener jedem seine eigene natürliche Stellung zu gebenwußte. Er starb in seinem Vaterlande 1662. /ia/-sttmcrr 8ec. h. Zo 5 ..
Lolon, antiker Edelsteinschneider, von dessenArbeit man das vortrefiiche Brustbild einer Bac-chantin mit ihrem Stäbe findet: Dieses hat Schweisckarl in einem schönen Blatte vorgestellt.
Toloni (Adam) von Rotterdam , malte Ge-schichte, zahmes Vieh und Landschaften. Er hieltsich seine meiste Lebenszeit zu London auf, und warvorzüglich wegen seinen kleinen Compofitivnen vonJahrmärkten, ländlichen Auftritten u s f. b. konnt.Verschiedene Gemälde der Dassanen kovirte er mitbeßtem Erfolg, Toioni stand, so lang er lebte, ingutem Rufe; gleichwohl ward seine Arbeit seithernicht sehr gesucht. Er starb zu London - 685 . 5 i. I.alt. — Sein Sohn, Adrian, hatte nebst dem Va-ter auch seinen Schwager, Adrian van Diest, zuLehrmeistern. Er suchte sich im Zeichnen nach denbeßten Mustern zu üben, und erlangte dadurch eineso feste Hand, daß seine akademischen Zeichnungensehr berühmt wurden. Er malte oft in van DieftsLandschaften die Figuren; aber einige derselben sindsehr nachläßig und incorrect gezeichnet, auch vonschlechter Erfindung und ohne Zierlichkeit angebracht.Allein diese Figuren, in denen er den Geschmack desSalvator Rosa nachahmte, sind blos als eine unent-behrliche Ausstaffierung anzusehen. Toloni hatteeine lebhafte und fertige Phantasie, und in der Aus-führung eine ungemeine Leichtigkeit. Heut zu Tagegenießt er unter den Künstlern keinen beträchtlichenRang. Er st. 1701. ZZ. I. alt.
* Tolonna (Angelus Michael), Maler von
Rovenna in dem Bistum Como, lernte bey Caprera ,einem Maler zu Como , und bey Gabriel Ferrantinizu Bologna . Er ward sowohl in Figuren als derArchitectmmalerey so geschickt, daß er „likAuguftmVNerelli an verschiedenen Höfen in Italien arbeitenkonnte. Sie wurden mit guten Bedingnissen an denspanischen Hofberufcn, wo VNerelli die Architektur,Tolonna aber die Figuren sehr meisterhaft malten.Nach dem Tode des Merelli arbeitete Tolonnanoch einige Zeit an diesem Hofe mit DionpsiusManruano, genannt Domno; hernach kam erwieder in Italien zurück und malte zu Bologna vor-trefliche Werke in Kirchen und Pallästen. Um 1662.arbeitete Tolonna auch zu Paris in dem Hotel vonLionne, starb endlich zu Bologna 1687. 87. I.alt, und ward in der Kirche St. Barthoiomäus be-graben. xu'kwrce III. Zi.
* — — (Franz), Dominicaner-Ordensbru-der zu Venedig , ist der Verfasser eines schätzbarenBuchs: H^pnerotoluscüis, oder des Ooltphl-lus Traum, worin er die Baukunst in aller ihrerGröße und Pracht, auch als die Richtschnur allerübrigen Wissenschaften vorstellt. Die erste Ausgabedieses Werk ist von Aldus Manutius 1499. gedruckt;daher man zweifelt, ob die Zeichnungen von Ra-phael, der damals erst 14. Jahre alt war, seyn kön-nen. Allein was man dabey vermuthet, daß sienemlich von Johann Cousin seyn könnten, kann vonkeiner andern, als Servers Ausgabe i 56 i. verstan-den werden. Die letzter» Holzschnitte sind zwar nachdes Aldus seinen kopirt, aber besser gezeichnet undmit mehrerer Freyheit geschnitten. Man hat auchnoch andere Ausgaben, worunter eine französischevon /ranzBeroaldo, Herrn von Verville über-setzt, die 1600. zu Paris bey Marthieu Guillemontmit Rervers Holzschnitten unter dem Titel erschien:I.e tableau <les rlcliss lnventions. Tolonna starbum löse. in dem Kloster St. Paul zu Venedig .Ako»ra/cü«r p. 177.
— — ( Jacob), Bildhauer zu Venedig , lerntebey Jacob Sansovino. Man siehet in etlichen Kir-chen zu Venedig und zu Padua so schöne marmorneSkatüen von Tolonna, daß sie unter die beßte Bild-hauerarbeit, welche man in diesen Städten findet,