F r e n o i s.
erden. Freminer st. 1619. 5 s. I. alt. Er war inallen Wissenschaften, welche einige Verbindung mitseiner Kunst hatten, wohl erfahren; denn er verstanddie Anatomie, Pcrspectiv und Architektur; er warein großer Zeichner, und man sieht viele Erfindungin seinen Gemälden: Aber seine wilde Manier, derstarke Ausdruck in seinen Figuren, Muskeln undNerven, die er allzuhart vorstellte, und seine allzu-gekünstelten Stellungen sind nicht nach jedermannsGeschmacke. - Ph. Thomaffin, C. du Paas u. s. f.haben ungefähr g. Blätter nach ihm gestochen, »e
p.
Frenois. S- Fresnoy.
Fcenrano (Anton). S. Teeneo.
Frere Romain. S- Romain.
Freres (Theodor), ein guterGeschichtsmaleraus einer alten und reichen Familie von Enkhuysengebürtig, studirte zu Rom sehr fleißig nach den Alter-thümern und den ersten Meistern, besuchte auch da-neben die Gelehrten und die beßten Gesellschaftendieser Stadt: Durch diese erlangte er die Bekannt-schaft vornehmer Leute, und durch jene ward erindem Feinen seiner Kunst, und in denjenigen Hilfs-mitteln, durch welche seine nachmaligen Werke sohochgeschätzt wurden, unterwiesen. Freres hatteGenie; seine Zeichnung ist zierlich und voller Fein-heit; aber in dem Colorit war er nicht allzuglücklichMan verwahrt seine Zeichnungen sehr sorgfältig inden Sammlungen der Liebhaber. Von seinen histo-rischen Gemälden sieht man in dem fürstl. Lustschlossevon Honslaarsdyk und auf dem Rathhause seinerGeburksstadt. Er st. 1690. 5 o. I. alt. OercampLIII. i-j9.
Freschi (Paul de), geschickterBildnißmaler,von welchem man in verschiedenen öffentlichen Ge-bäuden, besonders in etlichen Sälen des herzogl.Pallastes zu Venedig Arbeit findet. Er lebte um,28». Zanerri hält ihn mit j). Franceschi für dengleichen.
Fresne (Raphael). S. Tricher und den Art.Fresny
* Fresnoy (Carl Alphons dM, ein Pariser,lernte wider seines Vaters Willen die Malerei) beyFranz Pen ier und Simon Vonet. Er reiste hieraufnach Rom , wo er mit Peter Mignard eine Freund-schaft stiftete, die bis in den Tod dauerte. Hier stu-dirle du Fresnoy nach Hannibal Carraccio in derZeichnung, und nach Titian im Eolorit; man willsogar behaupten, niemand sey diesem großen Mei-ster so nahe kommen als er. Aus den Anmerkungen,welche er über die Werke dieser und andrer großerKünstler gemacht harte, entstand sein vortreflichesGedicht: Oe arte ^rapiilea, welches hernach inviele Sprachen übersetzt wurde. Er kopirte die Ge-mälde Titians, arbeitete aber wenig und langsam,indem er, ohne gedachte Copien, nicht über 5 o. histo-rische Bilder und einige Landschaften malte. DieserKünstler starb unweit Paris 166h. 5 §. I. alt.Von seinen öffentlichen Gemälden findet man alleinin der Kirche St. Margarethe, zu Paris das Bildnißdieser Heiligen, und einen sehr schönen Plafond indem Lustschlosse von Rincy. Franz Poilly hat nachseinen Zeichnungen die Geschichte von Leander, undSebastian le Eiere eine Sammlung von akademischenFiguren in 22. Blattern gestochen, welche zu obgc-dachtem Gedichte dienen, äe /'r/er p. H8Z.
Fresny (Carl Riviere du), geb. i6-j8. zu Pa-ris aus einem guten Hanse. Er hatte Lust zu allenKünsten: Malerey, Giidhauen, Baukunst und Gärt-nere,). Im Zeichnen erfand er den Vortheil, ohneBlei-stift", Pinsel oder Feder, vortrefliche Blätter zuverfertigen. Er wählte sich nämlich aus verschiede-nen Kupferstichen Theile von Menschen, Thieren,Pflanzen oder Bäumen, die er herausschnitt undaus denselben ein Ganzes nach dem Begriffe, den erblos in seiner Idee davon hatte, zusammenzusetzenwußte. Er trieb seine Kühnheit so weit, daß er inden von ihm gewählten Köpfen, Augen, Munde,Nasen und andere Theile des Gestchts, mit andern,
Frey.
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die ihm besser gefielen, vertauschte- Die Zusammen-fügung vieler von ungefähr gefundener Theile abermachte doch ein Ganzes aus, welches die Kennerin Verwunderung setzte und jedermann vergnügte.Er war Controllenr der königl. Garten, und besaßein großes Talent in derselben Anlegung und ihrervielfältigen Verschiedenheit. Fresny legte dem Kö-nige zweyerley Pläne von denen zu Versailles vor;weil aber ihre Ausführung allzukostbar gesundenwurde, so wurden sie nicht angenommen. Diesergeschickte Künstler st 172-j- A'ormna/ äe äfauans1702. R-m-iei- XR h. Laeombe führt ihn unterdem Namen Dufeesny in seinem Dictionair an.Vielleicht ist es auch eben dieser, den Basan unterdem Namen du Fresne giebt. Man hat von die-sem einige Blätter; neben Andern, die Zusammen-kunft des H. Nils und Kaiser Otto 111 . nach Do-minichino.
* Freudenbergee (Sigm und), geb. zu Bern 17 ^ 5 . lernte bey Emanuel Handmann . Er gicng1765. mit A- Zingg nach Paris , wo er nach undnach mir N. Halle, I, G-Wille, Bouchcr, Grenzeund Roslin Bekanntschaft machte; diese alle trugendas ihrige zur Fortsetzung seiner Studien bey. Freu-denberger matte Bildliche und Eonversationsstücke;diese letzwrn untcrwarfe, dem Urtheil und den unter-weisenden Anmerkungen seiner Freunde.Da abcrOcl-gemäide viel Zeit erfordern, versuchte er eine leichtereManier die Liebhaber zu befriedigen, indem er seineErfindungen in gefärbten Zeicynungen ausführte.In seinen Oeibiloern ahmte er die Zusammensetzung,kocalfarbe, Helldunkel und reizenden FarbenschmelzAdrian's van Ostade »ach; aber seine Gegenständefind weil edier als die seines Vorbilds. Vvyez, Linge,Janivet, Romanel, Duclos, Maloeuvre, Ingoufu. s. w. haben nach ihm gearbeitet. Füßli lV- ,89.
Frey (Agnes), Albert Dürers Ehefrau,macht in der Geschichte ihres Gemahls eine sehr häß-licye Figur, indem man ihr den frühzeitigen Tod die-ses vortrcflichen Künstlers zuschreibt, da sie ihn be-ständig durch ihreZanksucht und Geiz plagte. Man fin-det in Dürers Sammlungen einige äußerst schlechteCopien, und kleine Stöcke von den WunderwerkenU H welche diesem Weibe zugeschrieben werden; an-dre Schriftsteller, besonders Christ, halten diesesVorgeben für eine Fabel. Gandellini führt ihrvorgebliches Zeichen an. /Äp/ 7 /o,r.
* — — (Jacob) von Luzern in der Schweiz ,mußte gezwungner Weise das Wagnerhandwerk er-lernen , welches er aber bald verließ, und in seinem22. Jahre nach Rom gieng; daselbst genoß er derUnterweisung Arnolds van Westcrhout, und besuchtedie Schule des Ritters Maratti, wodurch er, be-sonders in historischen Blättern, einer der berühm-testen Kupferstecher seiner Zeit wurde, und ihm keineandern, als Niclaus Dorigny und Gerard Audran an die Sctte gesetzt werden dürfen. Die prächtigstenund vortreflichsten Malereyen in Rom waren meistdie Gegenstände seiner Arbeit, und sie macht sowohlwegen der Anzghl als des Formats einen ansehn-lichen Band aus. Er starb zu Rom 1722. 71 I. alt.Dieser Künstler verband eine richtige Zeichnung miteiner sanften Ausführung, und er kömmt dem kräfti-gen Ausdrucke einesGemaldcs so naheals es für einenKupferstecher möglich ist. Er beobachtet Zeichnungund den Ausdruck des Originals genau,und vermehrtüber dieses noch zuweilen die Wirkung. In seinerganzen Stärke sieht man ihn in dem Blatte: In cou-speccu /z,nAeIorum psullam clbi. — Sein Sohn* Philipp, geb. 1728. hat ebenfalls einiges in Kupfergebracht; allein er studirte spatherhin die Medicin,und führte sowohl seines Vaters als des R Aude-naerd's Kupferstiche im Verlag. Füßli II. 222.
— — (Johäniy, geschickter Tonkünstler, ver-fertigte tragbare Springbrunnen, uns schnitt sehrzart in Holz, wovon man einige Heiligenbilder zeigt.Erst- ,22Z. nach einer sechsjährigen Krankheit. Die-ser war der obenangezeigten Agnes Baker. t 7 mr-ciellr'nr.
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