Band 
Erster Theil.
Seite
263
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Gagini.

Bnonaroti erntn nackten Leichnam Christi verfer-tigt halte, sagte er zu dem Besitzer dieses Kunst-stücks : «Wenn ihr dieses Bild wollt bekleidet haben,so sendet es dem Anron Gagini nach Palermo , wel-cher diese Kunst besonders wohl versteht." Es istvermuthlich eben dieser Bildhauer, welcher die Sta-tuen des Chors in der Cathedralkirche zu Palermo verfertigte. Man macht viel Wesens davon. SeineManier ist nicht übel; allein alle seine Bilder sindkurz, und die Stellungen übertrieben. Man findetauch einen * Andreas Gagini, Bildhauer. Vot-ill- s??. Kot. (I.). Noch findet man in demKirchcnschatze des Karthäuserklosters zu Neapel voneinem Gagini viele silberne mit Blumen von glei-chem Metall angefüllte Erfasse, deren Arbeit manbewundert, indem sie die Natur in aller ihrer Schön-heit nachahmt. Dieser Künstler hatte hierin einen,Namens Girone, zum Gehilfen. BlainviUe.

Gagini (Joh. Franz), Maler von Bissone , ar-beitete zu Brescia , wo man in den Kirchen St. Claraund St. Francisc von seinen historischen Werken inFresco siehet. Er malte auch verschiedene Altar-blätter und Frescvarbeit in einigen Kirchen in Pie-mont. In diese letztere malte» Carl, Joh. Baptistund Peter Anton pozzi die Architektur,öarto/i.

Gagliani. S. Galiani.

* Gagliardi (Bartholome), geb. zu Genua , 555 . wurde Spagnolerro genannt, weil er einigeZeit mit den Spaniern in Indien gereist hatte. Erzeichnete mit einer starken wohlausgedrückten Ma-nier, in des Michelangelo Geschmacke . Gagliardimalte sehr wohl in Oel und Fresco, und etzte auchin Kupfer. In 1620. fiel er ab einem Gerüste zutodt. Man sieht nach ihm Blätter in der GaleriaGerini.

* — — (Bernhardin ), geb. zu Cilta di Ca-stello um 1600. lernte bey Rainal Rinaldini und beyAvanzino Nucci. Er wohnte fast beständig zu Pe-rugia , wo er das Bürgerrecht erlangte. Man fin-det aber auch von ihm Gemälde in den Kirchen zuRom . Gagliardi ahmte in seinen Werken die Ma-nieren der Carracci und Guido Rcni nach. Er bekameinen Ritterorden und starb um 1660. Bina/iH. Z 5 .

* — — (Philipp), Baumeister und Maler zuRom um liiko. Er besorgte die Ausbesserung derKirche St. Martin» uelli Monti, und malte alle Per-spektive des mittlern Theils derselben CI. Goyrand,C- Cungiuü u. s. w. haben nach ihm gestochen. Dti.

* Gag'iieres (Johann), französischer Ku-pferstecher, arbeitete gegen das Ende des XVII.Jahrh, nach Blanchard, Vignon, AUemaud, Mig-»ard, Valentin u. s. f. La-au.

Gahr (A>). Don diesem Maler sieht man inder Galerie des Schlosses Salzdahlum zwey kleineauf Holz gemalte biblische Geschichten. Eberlein.

Gai (Anton), geb. zu Venedig 1686. lernte beyeinem Bildschnitzler in Holz. Er arbeitete mit gros-sem Verstand und Wissentchaft in Erjt, Marmor

s. f. Neben viele» Statuen und andern Werken,welche er für Privatpersonen lieferte, und in andereStädte versandt hatte, arbeitete er auch für die Re-publik i» der St. Marcuskirche, aufderselbenPlatze,und in der Galerie des Pallastes, wo er zwey Bas-reliefs verfertigte, welche neben zwey andern von Ja-cob Sausovino stehen. Er starb um 1760. — SeinSohn /ranz übte gleiche Kunst, und war Mitgliedder Künstleracabcmie zu Venedig , ^sanettr.

Gailiard ( ), Bildhauer zu Paris , wo

man in der Kirche der kleinen Augustiner auf deinhohen Altar ein Basrelief von verguidelem Erzt, wel-cbes die Taufe Christi abbildet, von seiner Arbeitsiehet, ürire.

* — — (Robert), Kupferstecher zu Paris umI?6u. Man Hai von ihm Bildnisse und historischeBlatter nach Bouchcr, Latinville, Rigaud u. s. f.6a§au.

Galbesio. 26z

Gaillard le Lonsumeau (Peter Jo-seph), Kunstliebhaber und Kupferstecher, von wel-chem man verschiedene kleine Blätter, neben Anderneine Sammlung von den Alterthümern zu Aix hak.Er lebte um 1760. Sa-a-r.

Gaillon (Paris ); Name, den Harms demJohann le Maire giebt.

*Gainsborough (Thomas ), englischerKünstler, war eigentlich unnachahmlicher Land-schaftsmaler. Sein Colorit ist harmonisch, dieZeichnung der Figuren und des Viehes correct undmeisterhaft; dessen ungeachtet legte er sich auf dasBildnißmalcn im Großen, worin er, was die Na-tur, Aehnlichkeit und das Colorit betrift, Wenigeseines gleichen hatte, nur daß seine Farben etwasbunt find. Er wohnte zu Bath , und ward einesder ersten Mitglieder der 1/69. zu London neuerrich-teten konigl. Künstleracadcmie. I. Dixon, Ardell,Vivares, Watsvn, V. Green u s. w. haben nachihm gestochen und geschabt. Er selbst hat ebenfallsin Kupfer gearbeitet. zJ. Biblisch. der schönenw-ffensch. IX. 162.

Gaiso (Johann de). S. den Art. JosephMarita.

Eal (Banent). S. Gaal.

* Galalino (Balthasar), genannt Aloyss,Maler zu Bologna , lernte bey seinen Vettern, denCarracci , und ward durch ihre Unterweisung einguter Zeichner und Maler. Er arbeitete mit vielemRuhm an dem Leichengerüste des Augustin Carraccio.Allein zu Rom waren seine historischen Gemälde nichtbeliebt; daher begab er sich auf das Bildnißmaleu,und war darin glücklich. Aioyfi st. - 638 . 60.1. alt.Er hat nach H. Carraccio den Almosen ausspenden-dcn St- Rochus geetzt. - Sein Sohn, JosephLarl, ward ein großer Maler, starb aber 3o. I. alt.Seine Werke bestehen meistens in traurigen Gegen-ständen. — Sein zweyter Sohn, Veit Andreas,übte ebenfalls die Malerey. Mac. II. -76.

— — Alvisi (Joh. Baptist), Maler vonCrevalcore, arbeitete zu Bologna , wo er 16^7. starb.

7>it/r/ce III. 20.

Galante, Maler zu Bologna , lernte bey LippoDalmasio, den er in der Kunst soll übertroffen ha-ben, welches aber Malvasia I. 27. widerspricht.Galante lebte um den Anfang des XV. Jahrh.

* Galanrini (Hypolithus), geb. zu Florenz 1627 lernte bey I. Baptist Slefaneschi. Er nahmdcnCapuzinerordenan. Galantim malte Geschichteund Bildnisse in Miniatur und Pastel. Er arbeitetefür den Konig in Frankreich und viele andre Fürsten .In der großherzogl. Galerie findet man Verschiede-nes von seiner Arbeit. Er st. 176». chfnteo /ro-rrntrno III. 196.

* Ga lasst (Galasso), genannt del prado ,Maler von Ferrara, arbeitete zu Bologna in Gesell-schaft mit Jacob, Simon und Christoph da Bo-logna Galassi malre für seinen Antheil in derKirche Mezzaratta die Leidensgeschichte Christi , wel-che er vollendete. Man findet eine umständ-liche Nachricht von seinem Lebenslauf und Werkenbey Borrari II. 6mnta p. 25 .

Galasso. S. G. Alghisi.

Galaro, antiker Maler, stellte in einem seinerGemälde den speyenden Homer vor, und andereDichter, welche das Ausgespeyke auffassen.

/ra«rt- s>. Xlil. L. 22.

Galaverna (Christoph), berühmter Bau-meister zu Modena , lernte bey Joh. Baptist Spez«zini. Er baute und erneuerte verschiedene Kirchenseiner Geburtsstadt. Dieser Künstler starb in frü-hen Jahren. p. chä-

Galbani (Anton) S. den Art. A-Aligm'ni.

Galbesio (Joseph), vortrcflicher Maler vonBrescia , der weder dem Ridolfi noch dem Averoldobekannt ist. Man sieht aber von diesem Künstler andem Auswendigen eines Hauses nahe bey dem Be-