G i r l a n d a j o.
Marmorstücke selber auszuarbeiten, war er genö,thigk diesen wichtigen Theil seiner Kunst andern juüberlassen, die. ob sie gleich geschickte Leute wa-ren, dennoch den Geist und das Wahre nicht inder Ausführung anzubringen wußten, welche derErfinder selbst, semcn Werken gemeiniglich ein-prägt. Girardon hatte seine Wohnung und Werk-statt in den Galerien des Louvre, wo er aus denseltensten Stücken der Bildhauer - und andern Kün-sten ein berühmtes Kabinct anlegte, welches des-wegen auf etliche Blätter in Kuvfer gestochen ist.Dieser geschickte Künstler starb als Direktor undKanzler der königl. Academie 1710. 88. I. alt,und ward in der Kirche S. Landn begraben. G-Audran, G. Edelink, Chatillon, Lhomaßin, Si-monen», u. s. f. haben nach ihm gestochen. S.den Art. ss. du sshemin. /.acomde.
Giri an dass. S. Ghirkandajo.
Girslams di Tizians, Beyname vonHier. Dann.
* Girolla ( ), italienischer Bildhauer;
arbeitete um 1760. zu Potsdam für den König inPreussen, und zu Reinsberg für seinen Bruder,den Prinzen Heinrich. M.
Giron ( ), französischer Maler; arbeitete
um die Mitte des XVII. Jahrhungerts eine ge-raume Zeit zu Venedig , wo seine mit Wäldern,Hügeln, Seen, Wasserfallen und wohl unterschie-denen Bäumen angefüllte Landschaften sehr beliebtund gesucht wartn. SEüim p. h/,5.
Girone. S- den Art. Gagini.
Girupeno, Beyname von Ludwig Gca-ramucci».
Gis braut (Johann), Maler aus England;hielt sich viele Zeit zu Lissabon auf, wo er dieTafel des hohen Altars in der Kirche St. MariaMagdalena mit guter Zeichnung und Colorit malte.Er lebte um 1680. 6»arre»tr.
Gisle ni (Joh.Baptist), Baumeister zu Rom ;arbeitete in seiner Gcburtsstadt und in Polen . Erstarb zu Rom 167s. 72. I. alt, und ward in derKirche St. Maria del Popolo begraben. Manfindet daselbst sein von Horaz Quaranta verfertig-tes Monument, und von Ferdinand gemaltes Bild-niß, samt einer weitläufigen Grabschrift, welchelJemei; S. iZg. anführt. /ħro/i II. 5Z2.
* Gismondi (Paul), genannt peruginojlernte bey I. Anton Scaramuccia und bey PeterBeretinö. Man siehet von seinen Gemälden inder Kirche St- Agatha auf dem Platze von Na-vona zu Rom und an verschiedenen andern Ortendieser Stadt. Er ward 1668. Mitglied der Aka-demie St. Lucas und st. 1682. 70. I. alt. St.Vvuillement hat nach ihm gestochen, /wea/i p. 202.
* Gissey (Heinrich), geschickter Zeichne? undMitglied der königl. Malerakademie zu Paris .Er bekleidete an dem französischen Hofe die Stelleeines Zeichners der Balleren, und st. 167/,. sse-lrbreu IV. Z28. — Ludwig Geßi, welcher vonle Conire III. 107. angeführt wird, scheint einigeGleichheit mit Obigem zu haben.
Gitiades, ein Lacädemonier; baute den Tem-pel der Göttin Minerva und goß ihre Statüe ausErzt. Dieser Tempel selbst war von Erzt, inwelchem Gitiades mit vieler Kunst alles das ab-bildete, was die Dichter Fabelhaftes von der Ge-burt dieser Göttin erzählen; ingleichem des Her-kules Thaten, und viele andere Gegenstände ausder Mythologie. /ÄuEE I.. III.
* Gittsrd (Daniel), Baumeister zu Paris ,war 1699. Mitglied der königl. Acadeime von derzweyten Ordnung. Er gab die Zeichnungen zuder Kirche Gt Jacques de hauts Pas, zu einemTheile der Kirche zu St. Snlpice, dem Hotel dela Force in der Straße Taranne, und zu Erneue-rung des Schloßes Et. Maur. Man beschuldigt
Gnisti. 285
ihn eines allzugroßen Eigensinnes in Ausführungseiner Arbeiten. I. Marot hat in seinem bekann-ten Werke nach ihm geetzt. Jnchsf.
Glugni (Franz), Maler von Brescia ; lerntebey dem jünger,, Jacob Palm«, den er auf dasgenaueste nachahmte, wie man solches an feinenGemälden, die er in Oel und Fresco für öffent-liche und Privatgebäude seiner Gcburtsstadt ver-fertigte, scheu kaun. Er st. ,HI6. 62. I. alt-Li-io-? II. 2H8. — Ein andrer Franz Giugniist in dem Art. Zugno zu suchen.
— — (Nosso de), ein Florentiner; verfertigteum , 56 o. Bildnisse und Medaillons in Wachs.
III. 29Z.
Giulians, ein geschickter Krystallschneiderzu Mailand , blühcte im XVI. Jahrhundert, undwird von Lonrazzo angeführt. Bey diesem An-laß kann man bemerken, daß die Stadt Mailand jederzeit berühmte Künstler in dieser Arbeit her-vorgebracht, welches ohne Zweifel dem, aus denbenachbarten Alpgebirgcu häufig hcrvorgegrabeneuBcrgkrystallc zuzuschreiben ist. S. den Ärt Ta-verna. 6ittü'a»e//r p. 2).
— — ( ), Miniaturmaler ; lernte bey Pe-
ter Anton Leone. S. Fuenre.
— — (Johann), Bildhauer von Venedig ;lernte bey Feichtenbergcr, Hofbiidhauer zu Mün-chen. Er arbeitete zu Wien und in dem Klosterzum H. Kreuze, zwey Meilen von dieser Haupt-stadt. Dieser Ort gefiel Giuliano so wohl, daßer sich für seine übrige Lebenszeit daselbst verdingteund 3 (,. Jahre daselbst zubrachte. Er st. 17J4.81. I. alt. Seine meiste Arbeit besteht in Sta-chen von Marmor, Stein und Holz, nebst vielenModellen, welche sammt seinem Bildnisse in be-weibtem Kloster sorgfältig aufbehalten werden.7^. /Ättck P. l/,2.
— — (Marc). S. Julians.
* Gl« 1 10 (Don). S. den Art. Alexander.G > u! rs - R 0 mans. S. Pipi.
Glunta (Franz Fil di), vermuthlich ein Bau-meister; lebte um ,40h- zu Siena , wo er, we-gen Veränderung einer Mauer, in der ehemaligenPfarrkirche St. Paul, ein Frescogemäld des XI V.Jahrhundert mit dem Mauerwerk heraussagen ließ,und an einen andern Ort versetzte; welches alseine ganz neue Erfindung würdig geachtet würbe,durch einige beygesetzte alberne Reimen in Ge-dächtniß erhalten zu werden, /'eccr.
Giiinralocchis (Dominicus ) von Prato ,Schüler von Niclaus Soggi, der ihn als einenSohn liebte, und in der Baukunst, Geschichts-und Bildnissemalen unterwies. Zu Rom fand Girrn-talocchro sein Glück durch den portugiesischen Gc,sandten, der ihn dem damaligen Vicekönrg in Si-cilien, D. Ferdinand Gonzales empfahl, welchemer mit seinen Talente» diente. Dieser Herr wardhernach Gubernator des Herzogthums Mailand ,wohin ihm Dommicus folgte, und sich bey ihmin große Gnaden zu setzen wußte. Nach dessenAbsterben kam er in sein Vaterland zurück, undverordnete von seinem Reichthum ein Capital vonroooo. Thalern, aus dessen Einkünfte» junge Leutein der Malercy unterwiesen werden sollten. Erblühete um i 56 s. III. Z90.
Giussans (Christoph). S- den Art. I. A.pianca.
Giusti (Anton), Maler von Florenz ; lerntebey Cesar Dandini und bey Marius Balassi.Er war sehr fruchtbar in Erfindungen, und itrvielen Gattungen der Kunst geübt Giusti maltenämlich Landschaften, Thiere, Figuren und Ge-schichten, die er bis in sein Hohes Alter mit ei-nem kräftigen Colorit und gründlicher Zeichnungverfertigte. Er st. 170b. 81. I alt, und wardin der Kirche St. Lucia de i Magnesit begraben.L^ttai'icnti.