Z42 Kamelor.
auch daneben auf Schreiner - und Goldschmiedsar-beiten. Er zeigte ein ungemeines Genie in Erfin-dungen von allerhand Zierathen für Zimmer,Schränke, Uhren, u. s. f. Um kam er nachBerlin , wo er sich bald durch seine Geschicklichkeitbekannt machte, und in königliche Diensie genom-men wurde, in welchen Alles, was von Bildschni,tzer- Goldschmied- und Schreinerarbeit für den Hofgemacht werden sollte, durch seine Hände gieng,und nach seinen Zeichnungen verfertigt wurde. Erhielt sich gewöhnlich zu Potsdam auf, wo er sichein großes Haus nach seinem Angeben erbauenließ. Unter seinen Werken wurden vornehmlich die1762. für den türkischen Hof verfertigte königlicheGeschenke, von massiv-silbernen Spiegelrahmen,Uhrgehäusen, Tischen, u. s. f. von sehr ansehnli-chem Gewichte, bewundert. M. Gesterreich zie-het diesen Künstler in Beschreibung der prächtigenMcublen der königlichen Schlösser an. Rambliwar besonders geschickt, die florentinische Arbeitvon eingelegten kostbaren Steinen in der größtenVollkommenheit nachzuahmen, wozu ihm aber öftersder Anlaß und eine anständige Belohnung mangelte.
Ramelor (Joseph). S. den Artikel M. I.Schilinagel, seines Schülers.
Rampen (Jacob van). S. Campen.
Ramphuyzen (Theodor), geb. zu GorkumG86. lernte bey Theodor Goverz, den er nach derZeit übertraf. Er malte kleine Landschaften mitzerfallnen Gebäuden, Ställen, Figuren, Pferden,Hornvieh, u. s. f. die er mit großem Verstand aus-arbeitete. Theodor legte sich von seinem Achtzehn-ten an auf die Wissenschaften, siudirte die Theo-logie und ward Prediger, mußte sich aber wegenseinen besondern Meinungen, von allen andernSekten verfolgt, flüchtig machen. — Er hatte einenSohn, der die Malerey übte, aber damit kein Auf-sehen machte Vielleicht ist dieser derjenige Her-mann von Rampfhausen, Maler zu Hamburg um 167». der als Lehrmeister des Christian Bernetzbekannt ist, oder aber I. C- Ramphuyzen, wel-cher Landschaften malte. Drscam/n I. Zh'g.
Raper; Bentname von de Zeelander.
Rappen (Franz van der), Geschichtsmaler vonAntwerpen, studirle zu Rom , wo er in der »ieder-länd. Künstlergesellschaft den Benlnamen Studiebekam, welcher nachher auch seinem MitbürgerHeinrich von Linr gegeben wurde. //onbrnLe-rII. 55 j. 65 .
* Rappers (Anton), geschickter Maler vonMünster gebürtig, lernte bey Mattheus Terwesten,den er hernach übertraf. Er besserte seine Kunstauf den Reisen, die er in Braband und Frankreich that- Man siehet von diesem Künstler einige schöneGemälde in den Kirchen seiner Geburtsstadt. Erstarb daselbst 1762. hh. I. alt. Aachrichr. vonRünstlern II. 27.
* Rarg (Georg), Bildnißmaler von Augspurg,lebte um den Anfang des XVII. Jahrhunderts.Lucas Kilian hat viele Bildnisse, besonders derevangelisch» Prediger dieser Stadt, nach ihm ge-stochen. von Srerren Brief VII.
— (Hans), ist in dem Artikel WilhelmFrommer angeführt.
Rarger c ), deutscher Baumeister, bauteden prächtigen Cosclische» Pallast zu Dresden . S.den Art. Rlengel. Marperger S. gbj.
* Rarlsteen (Arfvid), schwedischer Medail-leur, von Karlskoga gebürtig, gieng 1668. aufReisen, wo er eine geraume Zeit zu Paris und her-nach unter Johann Roettier zu London arbeitete.Man berief ihn nach Dresden und Berlin ; weil eraber einen Beruf in sein Vaterland bekam, zog erdiesen den beyden andern vor, und erhielt ihgs.den Adelstand. Er verfertigte eine große MengeSchaumünzen, nicht allein für Schweden , sondernauch für Dänemark , Vraunschweig und Hollstein.^n der Ae hnlichkeit war Rarlsteen sehr glücklich;auch m alteer gut in Miniatur, »md punktirte Bild-
Kay.
nisse in Stahl. Er starb zu Stokholm 17 »8. 71.I. alt. Rochier IX. 108.
Rarrervyn. S- Harrervyn.
Rarsch odcr Rarses (GerardJoseph), Ma-ler von Münster , arbeitete in Diensten des Chur-fürsten von der Pfalz um 1720. Er war Kammer-rath und Aufseher der Kunstgalerie zu Düsseldorf ,von welcher er ein Verzeichniß drucken ließ. Aou-lvaken III. 35 ö.
* Larrarius oder Lartarus (Marius).S Carrari.
Rauffer (Wilhelm), Schwarzkunststecher zuAugspurg, lernte bey I. Elias Riedinger, undarbeitete um i/ 65 . in dessen Verlag, von Ster-ten, Brief X.
* Raufmann (I. F.), deutscher Kupferste-cher , arbeitete um 1720. zu Paris nach C. le Brun,I. van Schuppen, u. s. f.
— — (Joh. Michel). S. den Art. Christianwink , seines Schülers.
* Rauffmann (Maria Angelica), geb. zuChur in Bündren um 17H2. lernte bey ihrem VaterJoseph, einem mittelmäßigen Bildnißmaler, ausder Herrschaft Bregenz am Bodensee gebürtig. Siegieng mit ihm nach Constanz und hernach in Ita-lien , wo sie nach den beßten Meistern copirte. Mansieht Bildnisse von ihrer Hand, welche in der Aehnrichkeit, Ausführung, Colorit und schöner Erfin-dung in Stellungen, de» Werken großer Meister andie Seite gesetzt werden können. Diese trefijcheKünstlerin wandte sich dann aufdas Geschichtsma-len in Figuren von mittlerer Größe; ihre Com-positioncn sind sehr poetisch, der Ausdruck meistglücklich und voll Geist. Ihr Colorit ist harmo-nisch, sanft und kräftig, nach der neuesten, beßtenitalienischen Manier. Sie versteht die Antiken,verräth aber in männlichen Figuren zuviel von ih-rem Geschlechte. Sie fieng auch um 176Z. an ei-nige Blatter mit einer leichten und freyen Manierzu radieren, hielt sich um diese Zeit zu Neapel auf,kam 176 s. nach Rom , und gieng 1766. in Eng-land, wo sie 1769. zum Mitgliede der Maleraka-demie zu London aufgenommen wurde. Spiis-bury, Watson, Burke, u. s. f. haben nach ihrgearbeitet. Diese Künstlerin ist dort unter dem blos-sen Namen Angelika bekannt und berühmt. Mrc.
* Rauke (Joh. Fried.), Kupferstecher zu Ber-lin, lernte bey Schiene» und siudirte zu Dresden um 1755. Er kam nach zwey Jahren in sein Va-terland zurücke, wo er Bildnisse und Geschichtennach I. C. Füßli, I. Courtin, M. de la Tour,B. Rode, A- Pesne, u. s. f. in Kupfer gab.Beschreib, von Berlin S. 885 .
Raulenberger ( ). Von diesem Ma-
ler sieht man in der Galerie zu Pomersfelden dieGeschichte Simsons und Delila auf einer 9^ hohenund k? breiten Tafel vorgestellt. S. Nr. 174.
* Ranperz (Joh. Veit), Kupferstecher vonGräz, lernte zu Wien bey Jacob Schmuzer. Erarbeitete daselbst um 1770. mit dem Grabstichelund in Schwarzkunst nach Maulpersch, Mieris,Aescanius, Terbnsch, Tenier, A. Graf, u. s. f.
*R«rurv (Gabriel), geschickter Landschaftsma-ler zu Bern , lernte bey seinem Vater Albert. Ermalte in Oel und Wasserfarben; beßer in letztern.Raurv arbeitete einige Feit mit vielem Ruhm inNürnberg ; aber nach seiner Heimkunft nahm er,wegen schlechter Bezahlung, in der Kunst so starkab, daß man in seinen spätern Gemälden nur keineSpuren feiner vorigen Geschicklichkeit finden konnte.Heinrich Roos hat einige von seinen Landschaftenmit Thieren staffirt. Fußlt II. 182.
Ray (Wilhelm), Maler von Breda, lernte beyLambert Lombard . Er wußte die Natur sehr wohlauszusuchen und nachzuahmen. Seine Werke wur-den wegen der Lieblichkeit und des Markigten sei-nes Pinsels mehr gesucht als anderer seiner Zeit-genossen. Seine Compositionen sind voll Verstand;man findet zwar in demselben nicht das Feuer sei-