Küsset.
das Bildniß Czaar Peter des Großen zu verfertigen.Don Wien giengRupetzky endlich nach Nürnberg ,wo er, ungeachtet vieler Einladungen an königlicheund fürstliche Höfe, seine übrige Lebenszeit zubrachte,und 1740-starb. — Sein Sohn, Christian JohannFriedrich, zeigte in einem zarten Alter ein so vor-trefliches Genie zur Malerey, daß man sich sehr vie-les von ihm versprechen konnte. Er starb aber r/ZZ.17 I. alt. Johann Rupeykp war unstreitig einerder größten Bildnißmaler sturer Zeit. In seinenGemälden findet man die Starke von Rubens , dasZarte und Geistige von Vandyk und das Bezau-bernde im Helldunkel von Reinbrand. Bernhardund I. Christoph Vogel, Vater und Sohn, haben sehrviel nach ihm in Schwarzkunst geschabt. FüßliS. i8.
* Rüssel (Melchior), Kupferetzer von Aug-spurg, war Schüler des ältern Matthäus Merian zu Frankfurt , und hernach sein Tochtermann, undwohnte auch lange in dieser Stadt; aber nach sei-nes Schwiegervaters Absterben kam er in sein Va-terland zurück, und st. 168Z. Von ihm kennt mannach Wilhelm Baur die Geschichte Jesu, viele ita-lienische Gärten, Springbrunnen, Meerhaven, Pal-läste, Straßen u. s. f. Dann den Pastor Fido undbieOvidischen Verwandlungen. Man bewundert inseinen Blattern vornehmlich den ungemeinen Fleißund Nettigkeit seiner Radirnadel in perspektivischenGebäuden. Diese nun sind meist unter dem Namender kaiserlichen Miniaturen bekannt. — Seine Töch-ter, Christians, * Johanna Spbilla und Mag-dalena arbeiteten mit gutem Erfolg in ihres Va-ters Kunst, besonders die zweyte, welche den Jo-hann Ulrich Rraus heyrathete. Sie st. 1717. 67.I. alt. - * Matthäus Rüssel, Melchiors Bru-der, arbeitete mit gleichem Fleiß und Ruhm zu Mün-chen . Man hat von ihm vortrefliche mit dem Grab-stichel ausgeführte Bildnisse; mit der Etznadel ge-rißne theatralische Opernstückein mehr als 4» Blat-tern nach Ludwig Burnaccini u. s. w. Er st. 1682.Sandrart l. ölrh.
Lüssel (Philipp). S. d. Art. I. p. Stenglin.
Russens (Cornelius). S. Ruffeus und denArt. walther Craberh.
Ruyck (Johann van), ein guter Glasmaler;wurde wegen Irrthümern in der Religion zu Dort-recht eingezogen. GeinRichterlwollte ihn ledig lasse»;deswegen malst er zur Erkenntlichkeit das UrtheilSalomons, und bildete seinen Beschützer unter demBilde dieses Königs ab. Allein die Geistlichkeitregte sich wider seine Erledigung, und bracht' es da-hin, daß er th/Z. lebendig verbrannt wurde. JanLuiken stellt diese Geschichte in seiner Schaubühneder Märtyrer 91. vor. Derca»r/»r l. 144.
Ruyl (Gisbert van der) und Arrhus Ver-baast, zwey Glasmaler von Gouda , lernten in derSchule der Crabette. Sie machten, als vertrauteFreunde, mit einander die Reise durch Frankreich nach Rom , und studirten eifrig daselbst, verhaaftward nach einem elfjährigen Aufenthalt, unter derBedrohung, ihn zu enterben, gezwungen, in sein Va-terland zurückzukehren, wo er 1666. verstarb, vanderRuyl verweilte sich noch neun Jahre, kam nachseines Reisegesellen Tod nach Hause, und st. 1670.S. den Art. Jacob L»an- I. 212.
* Ruyp (Albert', geb-zu Dortrecht 1606. SeinVater, Jacob Geerirs, Schüler von AbrahamDloemaert, malte schöne Landschaften, welche meistGegenden um Dortrecht vorstellen. In denselben,besonders in den kleinen, brachte er Kühe, Schaafeu- s- f. an. Savery , R. Persyn, Vivares, Elliot
s. w. haben nach ihm gestochen. Aiberr übertrafleinen Vater. Er stellte in seinen Gemälden Flüsse,Waldwasser, Seen, Gebäude, Brunnen, Thiere,Reisende n. s. f. vor. Den Morgen, den Mittagund den Abend wußte er durch verschiedene Merk-male kenntlich zu machen, und sein Mondschein ist>ehr schön. Ferner rühmt man seine meisterhafte
Laat. Z5Z
Färbung. Seine Zeichnungen in schwarzer Kreide,chinesischer Dinte, und oft mit vielerlei) Farben ver-fertigt, werden von Kennern stark gesucht und tbeueebezahlt. DeLcaur/>5 II. 7g.
L.
Laap (Adolph). S- Gaap.
* Laan (A. van der), niederländischer Kupfer-etzer, arbeitete zu Paris nach Johann GlaubersLandschaften. Er radirte auch aller GattungenSchiffe und den holländischen Wallfischfang, nachden Zeichnungen des A F. Vandermeulen. Dannzeichnete und etzte er das Titelblatt des 17ZZ. ge-druckten Alcorans von du Ryer. Sara».
Laanen. S. Laenen.
* Laar (Peter von), genannt Vamboccio, geb.zu Laare» unweit dem Städtchen Naarden in Hol-land um i 6 i 3 . lernte bey Johann del Campo. Erbildete seinen Geschmack in Italien, und zu Rom ward er in kurzer Zeit hochgeachtet und theuer be-zahlt. Wegen seiner kurzen und Übeln Leibesgestsltbekam er obigen Deynamen; aber seine Talente undangenehmer Umgang ersetzten diesen Mangel reich-lich. Poußin, Sandrart und Claudius Gelee warenseine Freunde; für diese erfand er jeden Tag neueArten von Vergnügungen. Nach einem sechzehnjäh-rigen Aufenthalt zu Rom kam er i6Zg. nach Amster-dam, und darauf nach Harlem , wo man vieles vonseiner Arbeit sieht. Man sagt, Bamboccio sey ausVerdruß gestorben, weil man Wouwermans Werkeden scinigen vorzog, weyermann behauvtet, daßer 1670 oder 74. an Schwermukh gestorben sey.Seine Gemälde stellen Jagden, Räuberbanden,Marktplätze, Landschaften vor; in diesen letztemwußte er Figuren und Thiere sehr wohl anzubrin-gen. Nach seinem Beynamen wurden hernach allevorbeschriebne Gattungen der Malerey Bamboc-ciaden genannt. Seine Zeichnung ist fein und rich-tig, die Färbung lebhaft und natürlich Durch seineEinbildungskraft bracht' er in seine Werke eine un,gemeine Verschiedenheit, die ihnen einen besondernVorzug geben. Die mannigfaltigen Abänderungender Lüfte stellte er mit einer bewundernswürdigenGenauigkeit vor, baß man die Tagszeiten in seinenGemälden ohne Schwierigkeit bestimmen kann. DieBilder dieses Meisters fanden gleich anfangs Lieb,Haber, und folglich auch viele Nachahmer, die sichseit der Zeit immer fortgepflanzt haben, aber derKunst vielmehr Schaden als Nutzen bringen: Dennman mag zu ihrem Vortheil sagen was man will,so sind sie doch bloße Kleinigkeiten, die nur einenmittelmäßigen Verstand erfordern, da hingegen hi-storische Gegenstände von ungleich mehrerer Wich-tigkeit sind, und allein von den erhabensten Genieskönnen tüchtig ausgeführt werde». Man kann nach-sehen, was der Marquis d'Argens in: Lxamoncritigue p. 460. von dem verdorbnen Geschmackeder Maler und der Liebhaber von dergleichen Ge-genstände» urtheilt. Unser r>an Laar radirte 14.Landschaften mit Pferden u. s. f. und 8. Blattervon Thieren, die er r6Z6. zu Rom geetzt; sie sindalle wohl charakterisirt und mit einer dreisten Handausgeführt. Seine übrigen Stecher sind die Dis-scher, I. Suyderhoef, Stoopendael u. s. f. S.s). Wander. Dercam/»r II. Loh.
Laar (Roland van), Peters älterer Bruder, geb.um 1610. Man glaubt, er habe mit diesem bey glei-chem Meister gelernt; sie reisten auch mit einandernach Italien . Roland malte mit Petern in gleichemGeschmacke, starb aber sehr jung zu Genua , oderzu Venedig Seine Werke sind außer Italien bey-nahe unbekannt — Ein dritter Bruder, auch einMaler, kam nahe bey Rom unglücklich um sein Le-ben, da er von einem Berge zum andern über einehölzerne Brücke reiten wollte: Der Esel, den er ritt,stolperte, und stürzte sich mit dem Jüngling in einenreißenden und sehr tiefen Strom. Dsrrs-»/»r II.189. und 208.