Band 
Erster Theil.
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375
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L i p p o.

renz, wo er seinen Landesherr» bediente. Endlich be-gab er sich »ach Spoleto , wo er 1469. mit demVerdacht von empfangenen Gifte starb. Er lie^t inder dastaen Hauptkirche, die mit seinen Gemäldengeziert ist/ begraben. Loren; von Medicis ließ ihmein Grabmal verfertigen, woran die Inschrift vonAngelus polirianus aufgesetzt ist. Die Werkedieses Malers werden überhaupt für sehr schön ge-halten. Er war der erste/ der den Malern Muthmachte, mehr als lebensgroße Figuren in richtigemEbenmaaß zu verfertigen; aber in kleinen Figurenübertraf er sich selbst, indem sie so zierlich sind, daßihm hierin keiner seiner Zeitgenossen und wenigevon seinen Nachfolgern zu vergleichen find. M. A-Bonaroki liebte nicht allein seine Manier, sondernahmte sie auch in vielen Stücken nach. — SeinSohn * Philipp ist unter dem Zunamen Filippmobekannt, und lernte nach seines Vaters Unterwei-sung bey Sandro Botticelli . Er zeichnete und maltemit vielem Verstände seltsame Erfindungen, Gro-tesken, Gefäße, Helme, Siegeszeichen, Waffen,Streitäxten, Fahnen, Kleidungen u. s. f-, die erhin und wieder in seinen Werken sehr wohl anzu-bringen wußte, und das Costume genau beobachtete.Er war auch sehr fruchtbar in Erfindung von Mas-gueraden, womit die florentinische Jugend sich zuCarnevalszeiten erlustigte. Der König Matthiasvon Ungarn berief ihn zu sich, was er sich zwar ver-bat, aber für denselben zwey sehr schöne Gemäldeverfertigte. Filippino arbeitete zu Rom, Bologna ,Lucca und Florenz , und ward für den größten Künst-ler seiner Zeit gehalten. Er st. zu Florenz iä/4- 46.I. alt, und ward in der Kirche St. Michael begra-ben. — Sein Sohn, Robert di Filippmo, warddes I. Franz Rusticchio Schüler. Er arbeitete umi 5 » 5 . mit vielen andern Künstlern zu Floren; unterGeorg Vasari- — Franz Lippi, Philipps zweyterSohn, ein geschickter Goldschmied, wird von Ben-venuro Cellini in dessen eigner LebensbeschreibungS. iö. angeführt. Fottarr l. Z48. u. II. /,9-r.

* Lippo, Maler, geb. zu Florenz iZ 5 s. va-sari macht ihn zum Schüler des Giottino; weil aberdieser iö 56 . soll gestorben seyn. so muß Hiebey einIrrthum vorgegangen seyn. Obwohl Lippo sichetwas spat auf die Kunst begab, überstieg er dochdurch seine Talente gar bald alle ihre Schwierigkei-ten. Er war einer der erste», der in seinen Werkenlebhafte und abwechselnde Composirionen, belebte,Wohl gefärbte und gekleidete Figuren und künstlicheVerkürzungen anbrachte. Lippo arbeitete zu Flo-renz, Ärezzo, Bologna, Pisa und Pistoja. SeineBilder wurden meist in den italienischen Kriegen zuGrunde gerichtet. Als ein zänkischer Mann stieß ergegen einen seiner Gegner harte Worte aus, der ihnim Eifer mit etlichen Messerstichen i/,i 5 . ermordete.Lottarr l. i 58 .

* Lippold (F.), deutscher Bildnißmaler 17G.nach welchem B Vogel, E. E. Heiß, I. I. Hayd,C. Fritsch, Wolfgang u. s. w. gearbeitet haben.

Lironi (Joh. Peter), geb. zu Darallo in derSchweißer-Landvogtey Mcndris, lernte die Bild-hauerkunst. Er arbeitete mit gleicher Geschicklichkeitin Gyps, Holz und Marmor. Der Neid seiner Kunstgenossen vertrieb ihnvon Rom,daherer in sein Vater-land zurückgieng, wo er Vieles zu Como und in dorti-gen Gegenden arbeitete. Eine Himmelfahrt Maria,in Hol; geschnitten, die manzuCastelSt-Ptetro vonihm zeigt, wird unter die seltensten Kunststücke ge-zählt. Lironi starb an beygebrachtem Gifte zuComo 1692 Füßli IV. 5 i. Er ist vermuthlicheiner von den nachfolgenden Künstlern.

— — (Joseph), Bildhauer von Mailand , ar-beitete um 1720. zu Rom für die Kirchen S. Peterim Vatican , S. Maria Maggiore und S. Jo-hannes von Lateran . Dtr.

— — (Loren;). S. den Art. Anron All'gnim.

L is (Joh. van der). S. Lps.

Liscorner (Jacob), Maler von Danzig , ver-

Litterinj. Z75

fertigte mit einer leichten und guten Manier histo-rische Bilder. Er st. 164V.

Lisfriirck. S Liefrinck.

* Lisiberren (Peter van), niederländischerKupferstecher, arbeitete an des Erzherzog LeopoldsGallerie; dann nach P. van Mol. Vandyk u s. f.Man findet auch unter seinen Blattern eine Samm-lung von Vögeln. Erlebte um die Mitte des XVII.Jahrhunderts.

* Lifieurvsky (Georg), geb. zu Olesko indem Dalatinat Belz in Klein-Polen 1674. Er kamanfangs in Dienste des Freyherr» Eosander , der,als er einige Talente für die Malerey bey ihm ver-spürte, ihn bey einem geschickten Maler lernen lies.Ll'fieuwskp setzte sich zu Berlin , wo er den Ruhmeines guten Bildnißmqlers erhielt; er hatte beson-ders ein vortrefliches Colorft. Man kennt von ihmeinige sehenswnrdige Familienstücke. Dicsir Künst-ler starb in hohem Alter. I. Jac Hayd hat nach ihmin Schwarzkunst gearbeitet — * Sein Sohn malteum 1768. Bildnisse zu Dresden. — * Seine ältereTochter Rosina, geb. zu Berlin i/rZ., malte Bild-nisse, und heyrathete in ihrer ersten Ehe D. Ma-chte», einen Maler. Sie ward 1762. an den brann-schweigischen Hof berufen. I I. Hayd hat nacheinige» von ihren Gemälden in Schwarzkunst gear,beitet. — Ihre beyden Söhne aus der ersten Eheübten die Malerey; der Aeltere arbeitete um »768.zu Schwerin ; der jüngere, ein geschickter Bildniß-maler, lebte zu Berlin um 177b. Sie hatte aucheine Tochter, die diese Kunst übte. — Anna Do-rothea Lisieuwkckp , Georgs zweyte Tochter, geb.zu Berlin 172 t. malte Bildnisse und zuweilen histo-rische Stücke in großen Eompvsitionen. Im I.176Ü. gieng sie nach Paris , wo sie 1767. in die kö,nigl. Academie aufgenommen wurde. Sie ist auchunter dem Namen ihres Gemahls sJ. Therbuschbekannt, Lftachrichr. von Bünftl. I. 6^. und Be-schreib. von Berlin . S- 091.

* Liste (Pasquier de). S Isle.

Lismann, vielleicht Leismann, Maler,von welchem man zwey Stücke Landschaften mitFiguren staffirt in der Dresdnischen Galerie sieht.—Von einem andern Künstler, der in Beschreibungbemeldter Galerie Eisenmann heißt, und mit obi-Namen viele Gleichheit hat, s. den Art. Earl Bri-sigbella, genannt Eismann.

L i ß (Johann) S. Lps.

Lissandrino; Beyname von A- Magnasco.

Lifse (Johann van der), geschickter Histori-en-und Landschaftenmaler in Holland ; arbeitete um1700. zu Breda - Er war ein westlicher und fertigerKünstler, der aber Vieles anfieng und wenig ausar-beitete. lll 49.

* Lift (G- N- und F. G-V Bildnißemaler ausSchwaben, arbeiteten um das Ende des XVII.Jahrhunderts an dem fürstlichen Hofe zn Stutt-gard. B. und Tb. Kilian, L- C Heiß u. s. w. habennach ihnen gearbeitet.

Liszka (Christoph), Maler aus Schlesien, lern-te bey seinem Schwiegervater Michel Wilmann, undahmte dessen Manier nach. Er malte die Erhöhungdes Kreutzcs Christi, ein sehr schönes Altarblatt, fürdie Kirche der Ritter vom rothen Kreutze zu Prag .Man steht auch von ihm ein großes historischesBild in der Galerie zu Dresden . Dieser Künstlerblühete um 1680. » p. 290.

* Lirrcrini (Augustin), Maler zu Venedig ,wo er i(>cj2. geb. ist, lernte bey Peter della Vecchia.Er folgte der Manier seines Lehrmciste s nicht, son-dern formte sich einen eignen Styl, der zwar nichtgelehrt, aber doch ziemlich lebhaft und angenehm ist.

— Sein Sohn Barcholomö, geb. 16(19. »raite inder Kirche der Kapuzinerinnen di Castello genannt,Christus in dem Garten Gethsemane und dessenGeißelung; in der Kirche S- Petrus Martyr dieSchlagung des Felsens in der Wüste, und das