Z6«> Long-Jean.
lerey eine zu schwere Sphäre für ihn sey, so wählteer weislich die Gattung, die seinem Genie am ange-messensten war. Durch seine seltenen und witzigenEinfälle erfand er eine ganz neue und ihm eigeneManier, in kleinen Figuren allerhand Gesellschaften,Spiele, Maskeraden u. s. f. mit so guter Färbungund Natürlichkeit vorzustellen, daß man sogleich diePersonen und Oerter, die er in seinen Gemälden an-brachte, erkennen konnte. Seine Werke wurden des-wegen sehr beliebt, und in hohem Preise verkauft;viele von denselben brachte Joseph Wagner mit sei-ner schönen und angenehmen Manier in Kupfer.Longhi wagte sich zuweilen auch an das Historische,wie man aus den sieben Sakramenten sieht, die I.M. Pitteri gestochen hat, woran man aber die allzukurzen Figuren mit Recht tadelt. Er lebte noch 2762.M. 22.
Long-Jean (Remigius). S. Lang-Jan.
* Longlune (Zacharias), französischer Bau,meister, lernte bey Johann van Bott. Er kam nachBerlin , wo ihn König Friedrich I. in Dienste nahm,und in Italien studiren ließ. Nach dieses Fürsten Absterben ward er an den Dresdnischen Hof berufen,wohin er auch seinen Lehrmeister zu bringen Gele,genhcit hatte; beyde lebten beständig in großer Ver-traulichkeit. Er war ein starker Zeichner, und hattedie Ehre, den Churprinzen zu unterrichten. DieserKünstler starb als Ober-Landbaumeister zu Dresden
1748. tstachr. v. Künstlern 1. 29.
* L 0 ng 0 (Peter), lernte in der Schule des PaulCaliari . Er malte an der Decke des großen Raths-saals und in einigen andern Zimmern des PallastesSt. Marco zu Venedig . Diese Werke sind mit einerröthlichen Farbe im Helldunkel ausgeführt. Louisahat den Martyrtod des Paul Erizzo nach ihm geetzt.
L 0 ngone (Joh. Baptist), von Monza in demHerzogthum Mailand gebürtig, lernte die Architek-tur- und Perspectivmalerey bey Johann Anton Ca-stelli, ward hierin sehr geschickt, und arbeitete an vie-len Orten. Er war auch in mathematischen Wis-lenschaftenwohl erfahren.— Seinen SohnAnronunterwies er in eben diesen Künsten. Beyde lebten
UM 1710. Srranentr.
*LongueiI( ), französischer Kupferste,cher, arbeitete um 1768. zu Paris nach Metay, Ver-tier, Eisen u. s f. Sa-a».
* Loni oder Lomi (Alexander), Maler zuFlorenz , lernte bey Carl Dolce, und folgte feiner flei-ßigen und ausgesuchten Manier Er verfertigte fürden Großherzog ein nicht gar Fuß hohes Gemäld,worin er bey hundert ganze Figuren vorstellte. Die-ser Künstler st. 1702. 47, 1 alt. Suanimtr'.
Loni (Peter Maria), Bildhauer von Lugano ,arbeitete zu Bologna , wo man in der Kapelle Zan-chini der Kirche St. Andrea delle Scuole die Sta-tuen des Erzengels Michael und St. Johann desTäufers als seine erste Arbeit findet. ^-co-o.
Lonk. S. Lonck.
Lonsing (Franz). S. A. Campanella.
* L 0 0 f ( ), Stahlschneider von Middelburg
in Seeland , verfertigte 1629. einen Medaillon auf dieEroberung von Herzogenbusch , der bey Bizor II.167. im Stich zu sehen ist. Einen andern auf die Ein-nahme von Breda; ebendas. S-189 nebst verschie-denen andern Stücken, die mit seinem Monogrammbezeichnet sind.
Loojmans ( ), Vater und Sohn, gute
Eeschichtsmaler von Antwerpen Der Sohn thatverschiedene Reisen in Frankreich und in Deutsch-land . III. 336 .
Losn (van). S- vanloo.
* Lopes (Caspar), genannt dai /iori, einNeapolitaner, lernte bey I. Baptist du Buisson undbey Andreas Belvedere. Er ward ein treflicher Blu-menmaler, und besah auf seinen Reisen Rom , Vene-
Lorenzeni.
big, Dresden und Florenz , wo er von dem Groß-herzog zu seinem Hofmaler angenommen wurde. Erkam daselbst 2722. meuchelmorderischer Weise umsLeben, ungefähr 55 . 1 . alt. OoE-ricr. III. 576.
* Lopez (Christoph), Maler aus Portugal ,
lernte bey Sanchez Coello. Er ward Kabinetsma-ler bey König Johann III., der ihm den Ritteror-den de l'Avis ertheilte. Lopez st. 2570. 54 - I- altzu Lissabon , wo man ehedem seine meisten Gemäldezu sehen bekam, dl". 14.
— — (Michel). S. Don v-Rodriguez.
* — — (Peter). S, A. Pizzarro.
Lopo. S- Lapo-
L 0 eam ( ), ein Lyoner-Frauenzimmer, kam
1766. nach Paris , wo sie allerhand Risse zu Stick-werk verfertigte. Diese Künstlerin malte sehr sauberund zierlich auf seidene Zeuge. Die Farben, die sieHiebey brauchte, hatten einen helle» Glanz, und hiel-ten die Probe wider das Wasser aus.
* Lorch oder Lsrichius (Melchior), Maler,Kupferstecher und gelehrter Antiquar, geb. zu Flensrbürg 1527. Er that eine Reise nach Constankinopel,wo er die Bildnisse des Großsultans und seiner vor-nehmste» Favoritin, zwey sonderbare und seltneBlatter, in Kupfer stach. Lorch gab auch eine sehrmerkwürdige Sammlung von Klcidertrachieu inHolzschnitten, die einen ganzen Band ausmachen.Diese sind vermuthlich eben die, welche er i 5/6 ge-zeichnet, M. Feyerabendt in Holz geschnitten, undSiegmund Feyerabend zu Frankfurt verlegt hat.Lorch arbeitete auch um i 58 o. zu Rom nach Ra-phael, Polydor u. s f Seine Blatter sind von1548. bis 2586 datirt. Christ führt sein ZeichenS. 22. und 22Z. an.
* Lorenese . Diesen Deynamen trugen sJi-claus de Baar. Claudius Gelee, Carl Mesl n,und perer voeicior. — Baldinucce führt in des/ran; NuesnoyLeben ClaudiusLorenese, einenKupferstecher oder vielleicht Bildhauer (lnts^lia-tore) an, ein Name, der sich auf keinen bekann-ten Künstler aus Lothringen von diesem Zeitpunkteschickt.
Lorenrino oder Loren;» (Angelus di),geschickter Maler lernte bey Bartholome dellaGatta Er arbeitete in der Kirche St Dominicuszu Arezzo , und erneuerte in der bischöflichen Kapelleeine sehr schöne Verkündigung, die Johann Tossicunk2 ZZ 5 - gemalt hakte, aber durch die Feuchtigkeit zuGrunde gegangen war. S. vasari in den Lebens-beschreibungeu seines Lehrmeisters und des ThomasGiorrino.
Lorenzani (Jacob). S. Laurenriani.
* Lorenzerri (Ambrostus), Maler von Sie-
na, lernte bey Giotto oder bey Peter Laurati. Erbediente sich einer neuen und edeln Erfindung in Zu-sammensetzung der Figuren, um dieselben mit Fleißund Leichtigkeit zu malen Lorenzerri war der erste,der es wagte, Winde, Regen, stngewitler und neb-lichtes Wetter, die so viele reizende Wirkungen inden Gemälden hervorbringen, abzubilden. Aus die-sem schließt man, daß er eine gute Kenntniß von demColorit müsse gehabt haben. Er malte 2358 . denganzen Friedenssaal des Regierungspallastes. Die-ser Künstler vereinigte die Feder mit dem Pinsel,schrieb zu Gunsten seines Vaterlandes, und ward zuwichtigen Geschäften gebraucht. Er st. um 2260.83 . I. alt. Lottari I. g 5 . und 26.
* — — (Joh. Baptist), Maler von Verona ,arbeitete mit einer guten Manier in Oel und Fresco.Er malte in der Dominicanerkirche St. Anastasiadas Gewöib der Kapelle des H. Rosenkranzes; dieseArbeit ward ihm mit 220». Ducaten bezahlt. Mansieht auch von ihm Bilder in den Kirchen zu Vene-dig . Er blühte um 254». B-sur-o d!°. ivc>.
* —- — (Peter), des Ambrosius Bruder, lernte
bey Peter Laurati. Er half dem erstem an den Ge-