Band 
Erster Theil.
Seite
418
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4*8 Meer.

Man hat einige von ihm selbst geätzte Blätter nachseiner Erfindung; neben Anderm vier kleine Landeschaften mit Schaafen, die sehr selten find. st'^-

* Meer (Johann van der), des vorigen Sohn,geb. um i 665 . lernte nach seines Vaters Tode beyNiclaus Berghem, der ihn so weit brachte, daß erLandschaften und Thiere nach der Natur malen undsich mit seinem Verdienste reichlich nähren konnte,indem seine Bilder in guter Achtung waren. Manfindet in denselben eine geistreiche Composition undein wohl eingerichtetes Helldunkel, wobey er sichaber einer eigenen Manier bediente, und das Erha-bene seines Lehrmeisters nicht erreichen konnte. Erwar ein guter Freund des Theodor van Berge, mitdem er viele Zeit in den Schenken zubrachte, unddurch ein liederliches Leben in so armselige Umständegerieth, daß er bey seinem Absterben, um den An-fang des X VIII. Jahrh, zu Harlem , auf Unkostenseiner Freunde mußte bestattet werden, rm» 600/II. 460.

* — — (van der), genannt der Jüngere,

des ältern Johanns Bruder, malte die Schaafebesser als Berghem und andere Holländer. SeineBilder bestehen meist in Landschaften mit Schäfer undSchäferinnen samt ihren Heerden, an welchen manfich kaum satt sehen kann. Seine Figuren, Vor-grünbe, Lüfte, Bäume, Alles ist mit großem Ge-schmacke gemalt. Man steht in seinen Werken we-nig Pferde, Kühe u. a. Thiere; nur Schaafe undZiegen, aus die er seinen meisten Fleiß verwendete.Er soll 1690. gestorben seyn. —

Hagedorn gedenkt S. 196. Anmerk. X. auch einesvan derMeer, der um das Ende des X VII. Jahrhzu Wien kleine Figuren und Jagdstücke malte. Ermag wohl einer von den vorgemelbten seyn.

Meeren (Egidius van der), Maler vonAntwerpen, studirte zu Rom , wo ihm die nieder-ländische Schilderbent den Zunamen Voorrvinr bey-legte. III. 101.

Meerkerk. (Theodor), geb. zu Gouda um,602. Sein Lehrmeister ist unbekannt. Er durch,reiste ganz Italien, und hernach Frankreich , woer in Diensten des Bischofs von Nantes arbeitete,in dessen Pallast und Kirche er Verschiedenes malte.Kaum kam er in seine Vaterstadt zurück, so fiel er,als er einst von einem Leichcnbegängniß nach Hausgehen wollte, nahe bey seiner Wohnung in einenKanal und ertrank. II. 182.

Meer roth. S. den Art. D. Heschler.

* Meerr (Peter), geb. zu Brüssel um 1618.erlangte im Bildnißmalen einen großen Ruhm. Mankann ihm kein größeres Lob beylegen, als ihm Cor-nelius de Lie giebt, der ihn mit Dandyck in EineLinie setzt. Man sieht zu Brüssel in verschiedenen Ge-sellschaftshäusern von seinen Bildern. L. Vorster,mann hat nach ihm das Bildnjß des Adrian de Biegestochen. OenaMjoL II. 260.

Meester (Cornelius Bonaventura). S. denArt. van Salm, seines Schülers.

* Megacles. S. den Art. Anriphilus.

Megali (Carl). S. Migali.

* Megan ( ), geschickter Landschaftsma-

leraus Brabant, arbeitete in allerhand Größen auffrischen Kalk u. s. f. Er wurde wegen seiner Kunstan dem kaiserl. Hofe zu Wien wotzl angesehen, woer vermuthlich um ib6o. blühete. Sandrarr II. 78.

Megari (Alexander) malte für die Domini-canerkirchen zu Vicenza einen St. Dominicus, derüber Meer fährt, in der Manier des jüngern Palma ;die Glorie darin ist ziemlich schön. Locür» III. 174.

Megarri ( ), genanntCapaccro. S. Oc-

tavius vannini, seinen Schüler.

Megliavacca (Melchior). S-den Art. S.de Ursinigo.

* Meglinger (Joh. Caspar), Geschichts,und Bildnißmaler von Luzern in der Schweiz , zierte

Meissonier.

die zwey Kreuzgänge des Baarfüßerklosters, in wel-chen er die Lebensgeschichten des H. Anton von Pa«dua und St. Anton des Einsiedlers in Bildnissenseiner damals lebenden Mitbürger niedlich vorstellte.Er malte auch Todtentänze auf der Müllenbrückeund in dem Jesuitercollegio. C. Meyer hat nachseiner Zeichnung eine Thesis radirt. Meglingerlebte vermuthlich nach der Mine des X VII. Jahrh./aesi II. 3 i. Er wird auch von /üeßli III. 69. an-geführt.

Meglio; Beyname von I. Coppi.

* Meheux (Franz), französischer Kupferste-cher, blühete um das Ende des XVll. Jahrh. Erarbeitete mit dem Grabstichel und in Schwarzkunstnach P. Mignard, C. Visscher u. s. f.

Mehus (Livius ). S. Meus.

* Met (Bernhard), Maler von Siena , ar-beitete zu Rom , wo man in den Kirchen S. MariaDel Popolo und della Pace von seinen Bildern findet.Auch sieht man viele von seiner Hand in den Kirchenseiner Geburtsstadt. Dieser Maler etzte verschie-dene Blätter mit einer richtigen Zeichnung. Manhat auch von W Chateau ein Blatt nach ihm. Erstarb zu Rom 1676. Gandellini führt sein Mono-gramm an. Dti.

Meier, s. Meyer und Mayr.

* Meierspeck (M. Wolfgang). S. denArt. G. Liberal.

* Meil (Joh. Wilhelm), treflicher Zeichnerund Kupferetzer, geb. 1702. zu Altenburg , wo seinVater Hofbildkaucr war. Er studirte zu Bayreuth und auf der Hohenschule zu Leipzig . Meil hattenur schwache Anfänge in der Zeicheukunst; indessentrieb ihn doch sein großes Genie an, darin fortzu-fahren Er kam 1752. nach Berlin , wo er für dieBildhauer, Goldschmiede, Juwelierer, Sticker u. s. f.zeichnete, wodurch er eine große Geschicklichkeit inErfindungen bekam Er hat viele zu seiner Zeit her-ausgegebene Bücher mit Stichen von einer angeneh-men, leichten und gelinden Manier geziert, undhiedurch seine damals meist unbekannten Talenteentdeckt. Sein Werk ist sehr zahlreich, unter wel-chem einige Blätter schon überaus selten gewordensind. — Sein älterer Bruder, * Joh. Heinrich,arbeitete zu Leipzig , wo er auch Vignetten, Titel-blätter und eine Sammlung von Gellerts Fabelnauf i i2. Blätter geetzt hat. Beschreib, von Berlin S. 087.

Meiler (Franz), deutscher Maler, arbeitetein einigen Kirchen zu Turin , wo man historischeBilder von ihm siehet. Lnrto/r I.

Mein (Hermann van der). S. Myn.

Meinir ( ), Edelsteinschneider zu Wien

um 1740. Die Kaiserin Königin Maria Theresia sandte ihr von diesem Künstler verfertigtes Bildnißan Pabst Beneblet XlV. ibi.

Meins. S. Mengs.

Meire (Gerard van der), geb. zu Gent umi 45 o. war nach Jovann van Eyk einer der ersten Oel-maler. Alle seine Werke sind wohl ausgearbeitet,von gutem Colorit und ziemlich richtig gezeichnet.ilercanrxiL II. i 5 .

Meiren (Christian van). S. den Art. vonE- Herma, seinem Schüler.

Meissens. S. Meyssens.

* Meissonier (Justus Aurelius), Zeichner,Maler. Bildhauer, Baumeister und Goldschmiedvon Turin , zeigte in allen gemeldten Künsten un-gemeines Genie, fruchtbare Einbildungskraft undleichte Ausarbeitung. Er kam nach Paris , woseine Talente allein genugsam waren, ihn zu denStellen eines konigl. Goldschmieds und Cabinet-zeichners zu befördern. Er that sich mit einer Zeichrnung zu dem Feuerwerke, welch-s 1729. bey derGeburt des Dauphins zu Versailles gespielt wurde,sehr hervor. Eines von seinen öffentlichen Werkenist das Grabmal des Schweizerobersten von Beiem