Band 
Erster Theil.
Seite
422
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4»r Mengs.

frischen Kalk an der Decke der Benedirtinerkirche St.Eusebius. Sein Plafond in der Villa Albani vor derPforte Salara zu Rom ist vielleicht einer der schön-sten in seiner Art. Man bemerkt darin den großenSchüler Raphaels, der Natur und der Antiken. Ersuchte in den Figuren die schönsten Formen der Na-tur und in den Köpfen meist idealische Schönheitenanzubringen. Man sieht, wie er sich bemüht hat,des Correggio Grazie und reizendes Colorit nachzu-ahmen , ohne daß die Richtigkeit der Umrisse darun-ter litt. In dem ganzen Gemälde, welches Apollomit den Musen vorstellt, findet man keine Verkür,'zungen, weil er diese für bloße Licenzen ansieht. DieWerke dieses großen Meisters können sich eine langeDauer versprechen; denn er pflegte viel Ultramarinunter seine Farben zu mischen. Er ward 1760. miteinem Gehalt von 10,000. Scudi an den königl. Hofnach Madrid berufen, von wo er um 1770. für einigeZeit nach Rom kam und hernach wieder in Spanien zurückgieng. Ein woll ine taoxere, welches er fürdie Universität zu Oxford malte, ward mit 1000.Guineen bezahlt. Man hat von ihm eine deutscheSchrift: Gedanken über die Schönheit undüber den Geschmack in der Malerey. I. Casa-nova beschrieb eine Himmelfahrt, die dieser vortref-liche Künstler für die Dresdner -Gallerie gemalt hat.p. 171.

* Mengs (Jsmael), geb. zu Kopenhagen 1690. lernte bey Samuel Cooper . Er machte sich inder Miniatur, in Schmelzarbeit und in Pastelfarbenberühmt. Jsmael arbeitete zu Hamburg , an demHofe zu Dresden und zu Rom , wo er sich von1740-64. aufhielt. In diesem Jahre ward er, nochabwesend, zum Ehrenmitglied der zu Dresden neu-errichteten Künstleracademie erwählt, da er zugleichvon diesem Hofeine Pension erlangte; er trat dar-auf seine Rückreise nach Dresden an und starb da-selbst um das Ende bemeldten Jahrs. — SeineTochter * Theresia copirte zu Rom viele historischeGemälde in Miniatur, und erhielt, in Betrachtungder ausnehmenden Verdienste ihres Bruders, vondem spanischen Hofe eine Pension von 1200 Tha-lern , und reiste 1764. selbst nach Madrid .

* Mengucci (Joh. Franz), geschickter Ma-ler von Pesaro , arbeitete unter Johann Lanfranc. —* Domlnicus Mengucci, ein Landschaftenmalerdaselbst, ahmte den I. Andreas Donducci nach.Beyde werden von Malvasia angeführt.

Menia (Raphael), Baumeister von Modena ,machte sich durch seine vortreflichen Talente und durcheine hurtigeAussührung seinerErfindungen berühmt.Er ward deswegen i 6 i 5 . nach Bologna und hernachnach Parma berufen, ^ech-r'am p. 129.

Menicucci 0 (Baptist), Baumeister zu Rom ,baute die Kirchen St. St. Ambrosius und Carolus alCorso nach des Honorius Lunghi Zeichnungen. Mar-perger S. 4 ig.

Menighella ( ), ein schlechter und ein-

fältiger Maler von Valdarno , diente öfters derSchule des Michel Angelo zur Kurzweil,

Menil, s. Mesnil.

Menini (Lorenz) von Bologna , lernte beyFranz Geßi, der ihn mit sich nach Neapel nahm, umihn bey der Arbeit der Schatzkapelle zu gebrauchen;allein hieraus wurde nichts, weil Geßi viele Ver-folgungen ausstehen mußte. Menini ward einstüberredt, eine zum Absegeln fertige Galere zu bestei-gen; unversehens wurden die Anker gelichtet, erwußte also wider seinen Willen die bestimmte Reisemitmachen. Er lebte um 1620. Ma/van'a II. 348 .

Menippus. Don diesem Namen waren zweyMaler und ein Bildhauer, die von Diogenes Laer,rius angeführt werden. Arwir».

Menocchi (Franz). S. Minzocchi.

* Menodorus, DildhauervonAthen, ahmtein einem von ihm verfertigten Cupido den Praxitelesnach. S. den Art. Larron. F«»i«5.

Merano .

Menodorus undDiodorus, vermuthlichVater und Sohn, von Nicomedien in Boeotien ge-bürtig, von denen man noch im XVI. Jahrh, dieStatüe eines Hercules zu Rom sahe. Eine griechisch«Jnnschrift, die zu dieser Arbeit gehörte, ist alleinübriggeblieben. W i n k e l m a n n G d. Ä. S. 33 a.

* Menogenes, antiker Bildhauer, war invierspännigen Wagen berühmt. An-r/r-r.

Menon, Bildhauer, lernte bey Phidias . Erist bloß wegen einer falschen Anklage gegen seinenLehrmeister bekannt. Lestor,».

* Menophanrus, antiker Bildhauer, ko-pierte die Statüe derjenigen Venus, die zu Lroas,einer Stadt die auch den Namen Alexandria und An,tigone führte, öffentlich verehrt war. Winkel-mann G. d. Ä- S. i 65 .

Mensaerr ( ), niederländischer Maler,

von welchem man in der Jesuiterkirche zu Brüssel sieben Tafeln siebet, die er mit H. van Welle ge-fertigt hat; sie stellen das Leben der H. Maria vorEr malte auch mit Diesbeck und C. Perry auf ih.große Tafeln das Leben Christi und der Maria fürdie Dominicanerkirche bemeldter Stadt. Alle dieseKünstler lebten um 1760. cie

Menrel (Johann), deutscher Edelmann vonStraßburg , wird dem Lorenz Coster an die Seite ge-setzt und von einigen Schriftstellern für den Erfinderder Buchdruckerey gehalten. Sie behaupten, erhabe anfänglich Buchstaben in Bux- und Birnbaumgeschnitten und nachher aus Metall verfertigt. Erblühete um das Jahr 1440. I. 114.

* Meneon (Franz), von Alkmaer gebürtig,lernte bey Franz Floris , und ward selbst ein geschick-ter Maler. Er zeigte vielen Verstand, und seineCompositionen sind von guter Manier Menronmalte und zeichnete sehr gut; er bereicherte sich mitPortraitmalen. Dieser Künstler radirte auch mirGeschmack und Verstand, und sein Ruhm zog ihmviele Schüler zu. Er lebte noch 1604. Hinwiederhat man die Geschichte Loths auf vier Blatter nachseiner Erfindung gestochen. DcrcE/n I. 212.

* Mentor, ein treflicher antiker Goldschmied,von welchem man einige Gefasst in den Tempel derDiana zu Ephesus setzte. L. Crassus kaufte zweyBecher von seiner Arbeit für hundert Sesterzen, dienach heutiger Rechnung 7000. Gulden machen; aberCrassus durfte sich ihrer, aus übertriebener Sorg-falt, nicht bedienen. Frmmr.

Men; (Israel van). S. Mecheln.

* Menzani (Philipp), Maler von Bologna ,lernte bey Franz Albani Die Liebe und sorgfältigeAbwart, welche Menzani seinem Lehrmeister le-benslang erwies, wird von Malvasia umständlichund sehr beweglich beschrieben. Er starb kurze Zeitnach Albani. Man hat von ihm einige wenige Ge-mälde. Tl/a/vana II. 282.

* Menzius (Balthasar), Formschneider vonNimwegen, arbeitete in Sachsen ; aber seine Werkesind sehr mittelmäßig. Thrist führt S. 127. sein Mo-nogramm an. /'a/nllo» I. 194.

Menzochi (Franz). S. Minzochr.

Mer (I. de), einer der alten Formschneider,wird von Papiklon 1 . 134. angeführt.

* Mera (Peter), niederländischer Maler,arbeitete zu Venedig , wo er in der Kapelle Dendra-rium der Kirche St- Maria dell Orto einen H. Fran-zisc, in St. Lorenz die Taufe Christi, und in derAugustiner -Nonnenkirche St. Giacomo e Philipp»die Heimsuchung malte. Er lebte vermuthlich um1670. weil er für den Cardinal Ludwig von Este ar-beitete. Anton Vaffllacvi hat dieses Künstlers Bild-niß gemalt, und der jüngere Egidius Sadeler haknach ihm gestochen. SaL§aZ 7 ia.

* Merano (Franz), genanntOaggio, Ma-ler von Genua , lernte bey Dominicus Fiasella undbey Julius Benso. Er malte mit gutem Geschmacke