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Italien zu thun; er blieb aber zu Bourdeaux, woer sich verheyrathete; alsdann gieng er nach eini-ger Zeit nach Holland und setzte sich in Haag. Hierfieng er an, kleine Kabinetsstücke zu malen, welchesehr gesucht wurden; allein die Gewinnsucht ver-leitete ihn, diesen das Bildnißmalen vorzuziehen.»Jerscher hatte einen bessern Geschmack im Zeich-nen als sein Lehrmeister Douw, und mehr Genie;seine Ausarbeitung ist markigt und geschmelzt, dieFärbung natürlich und goldfarbige. Er übertriftalle niederländischen Maler in Nachahmung derStoffen, besonders im weissen Atlas; in demsel-ben hat er den Glanz und den silberfarbigten Tonso wohl dargestellt, daß man über dieses Blend-werk erstaunt; seine Figuren haben ein ganz einfa-ches Aussetzn, öfters einige Zierlichkeit, und immereinen natürlichen Ausdruck. Alles was den Haupt-gegenstand seines Gemälds umgiebt, ist sehr fein,und mit vielem Fleiß ausgearbeitet. Er malte dieThiere, Früchte und Blumen sehr gut, und mansieht dergleichen fast in allen seinen Gemälden.Seine Gewänder haben große Falten; und da ersich jederzeit die Natur zu seinem Modelle wählte,so haben seine Werke niemal etwas Gemanirirtes;man findet allenthalben Geschmack und schöne Aus-wahl. Seine beßten Bilder sind klein, und ha-ben gewöhnlich etwas Vorzügliches in einer trefli-chen Kenntniß des Helldunkels- Er war gewohnt,einen Firniß über seine Gemälde zu ziehen, eheer die letzte Hand daran legte; sodann gab er denFarben das erforderliche Leben, verband undschmelzte sie in einander. lJerscher, von Poda-gra und Steinschmerzen ausgemergelt, st. 1684.Visscher, Bary, Verkoste, Blooteling, Edelink,Blcsendorf, Wille u s. f. haben nach ihm gesto-chen. Derca»r/-5 III. 78.
*rZ e tsche r(Constantin), Caspars Sohn, ver-lor diesen schon in seinem Vierzehnten; allein des-sen hinterlassene Gemälde, die er unter der stren-gen Zucht seiner Mutter studirte, ersetzten ihm denMangel einer länger» Unterweisung, so daß erhierdurch ein geschickter Künstler wurde, und öf-ters scherzweise bekennen mußte: Seine Mutterhab' ihn die Kunst gelehrt- Er malte sehr vieleBildnisse für die vornehmsten Familien in Holland ;unter diesen wird eines, worin 7—8. Kinder desBaron Suasso, in ganzen Figuren, spielend ab-gebildet sind, für sein Meisterstück gehalten. Lon-stantin war in seiner Arbeit etwas langsam. In1699. ward er Mitglied der Malerakademie inHaag, in welcher er nacheinander die vornehmstenStellen bekleidete, und starb daselbst 1722. 52 . I.alt - Sein Bruder Anron, malte ebenfalls Bild-nisse; weil er ein lüderliches Leben führte und seinErbgut durchgebracht hatte, ward er nach Ostin-dien gesandt, wo er auch gestorben ist. vn» 600/I. 267.
* — — (Theodor), genannt der Franzos,geb. zu Bourdeaux i 6 (i>. ward von seinem VaterCaspar in der Kunst wohl unterwiesen, und stu-dirte bis in sein Achtzehntes mit großem Fleiß;da er aber von Jugend auf eine Neigung zumHofleben trug, gieng er mit dem französischen Gesandten Grafen von Avaux nach Paris . Hier malteer eine Menge trefliche und kunstreiche Bildnisse, be-sonders von Frauenzimmern dieses Hofs, die ihmgroßen Ruhm erwarben, und brachte bey zwan-zig Jahren daselbst zu. Als der holländische Ge-sandte Oudyk nach Hause reiste, ließ sich Netscher,unter Versprechung eines ansehnlichen Amts, be-reden, mitzureisen, wo er nach langem Wartenendlich die Stelle eines Zolleinnehmers zu Hülsterhielt, die er aber durch einen andern verwaltenließ. Er selbst folgte seiner Neigung zum Hofleben,wohnte meist im Haag, und arbeitete daselbst fürvornehme Standespersonen, wiewohl sehr langsam,weil ihm seine Lebensart viele Zeit raubte Erkam 1715. als Kriegszahlmeister der holländischenHilfsvölkcr in England, wo er durch die Bekannt-schaft mit dem Ritter Dekker, einem reichen Kauf-mann, sein Glück machte. Gegen das Ende seines
N e w n h a m.
Lebens, welches er 1782. beschloß, setzte er sich zuHülst, und entzog sich aller bisher so beliebtenGesellschaft, vam 600/ I. 172
*lIeuberger (Daniel), einer der berühmte-sten Wachspossirer, von Augspurg gebürtig, bil-dete in dieser Arbeit Geschichte, Fabeln, Feld-schlachten u. s. f. wozu er das Wachs so hart alsMarmor zuzurichten wußte. Man ficht von seinenWerken in vielen Kunstcabinetten, besonders in derkaiserl. Galerie, als er sich um 1660. zu Wien auf-hielt — Seine Tochter, * Anna FeUcitas, maltein Oel und Gummifarben, formte aus Wachshistorische Blider auf kleine Tafeln, und sehr schöneFiguren; schnitzte ganze Geschichten aufKirschsteineund Kruzifixe, die durch ein Nadelöhr geschobenwerden konnten. Sie lebte um 1720. noch in ho-hem Alter zu Regenspurg. Sandrarr I. Z 5 i. undII. 80. — Guarienn gedenkt auch * FerdinandsJeubergers, Daniels Bruder und Mitarbeiter,dessen aber Sandrarr, auf den er sich beruft, keineMeldung thut.
* <Jeve (Franz van), Maler von Antwerpen ,studirte nach Rubens und Vandyks Werken, wieman solches in seinen eignen Gemälden bemerkt.Der gute Fortgang in seiner Kunst spornte seinenFleiß noch mehr an; er gieng nach Rom , wo dieAntiken und Raphael seine Muster waren. Alser in sein Vaterland zurückkehrte, verdiente er zu-Antwerpen , wo so große Meister entstanden, denRuhm eines geschickten Malers, und seine Werkewurden überall begehrt. Man sieht davon vielehistorische Bilder in dem Lusthause von Leyen un-weit dieser Hauptstadt Seine Composition ist feu-rig, die Zeichnung nach der italienischen, und dieFärbung nach der niederländischen Schule einge-richtet. Er blühete um die Mitte des XVII. Jahr-hunderts. Man hat verschiedene von ihm selbstradirte kundschaften, die wegen der schönen Baum-blätterung billig bewundert werden. Hainzelmannhat nach ihm gestochen. Dercam/-- II. zfii.
lJeveu (Mattheus), geb. zu Leyden 1647.lernte bey Abraham Lorenvliet und bey GerardDouw Er ahmte diesen letztem so geschickt nach,daß seine Arbeit fast eben so wohl gefiel, als die-ses berühmten Meisters. Er malte Gesellschaftenvon Musik und Spiel, Mahlzeiten, Bälle u. s. f.Seine Bilder, ob sie gleich geringer als seinesLehrmeisters sind, haben doch eine gute aber etwasnachläßigere Ausarbeitung; die Gesichtsmienen sindangenehm und bisweilen sehr fein, immer wohlgemalt, schön gefärbt, und mit ziemlich gutem Ge-schmacke gezeichnet. Deren»-/-- Iii 205.
iJeufschareau (Jacquin de), berühmterBildhauer aus Lothringen , war Mitglied der kö-niglichen Akademie zu Paris . Er arbeitete mitvielem Beyfall um das Ende des XVii. Jahr-hunderts. Er und sein Sohn arbeiteten in Dien-sten Philipp, Herzogs von Orleans, Bruders Kö-nig Ludwig XlV- Sie verfertigten einige Bild-hauerarbeit für das Theatrum anatomicum derWundärzte zu Paris . Dnernievi/ir.
Neufcharel; Beyname von »Jiclaus Lu-cidel-
* sJeufforge ( ), Baumeister und Ku-
pferetzer zu Paris , schrieb eine Sammlung von denRegeln der Baukunst, die viele Entwürfe der ar,chilenischen Ordnungen nach den verschiedenenMeynungen der alten und neuen Baumeister endhalten. Er gab dieses Werk 1760. in drey Folio-bänden mit Kupferstichen.
zJeuland. S. pZieukanr.
*>Jeumann (Caspar), deutscher Stahlschnei-der , lebte um »72». Man hat von ihm Brustbilderberühmter Männer.
pJewnham (der Lord ), radirte mit vieler Leich-tigkeit und Geschmacke verschiedene Landschaftenund Aussichten der Gegenden um Skanton Harcourt,nach der Natur und nach P. Sandby. Lre/r/».