Band 
Erster Theil.
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535
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Pozz r.

pozri (Carl Lucas) / geb. zu Castel St. Pie-no r/Za. lernte bey seinem Vater Franz, einemguten Stuccatnrarbeiker. Er arbeitete in Schwa-ben, in Niederlanden , vornehmlich aber in demchurfürstl. Lustschlosse Schwezingen, wo er in demsogenannten Kaiserzimmer ein sehr schönes Kaminvon Architectur, Bildern und Verzierungen fertigte,pozzi arbeitete auch einige Zeit an den sürsil. Höfenzu Ludwigsbnrg und Baden Baden , und half sei-nem Vater an der Stuccaturarbeit der neuen Kirchezu Solothurn . Er lebte um 17 / 4 - in seinem Va-terland«!. — Sein älterer Bruder * Joseph standals Hof-Stuccaturardeiter zu Mannheim in Dien-sten. Füßli IV. ,6(>.

— — (Carl Maria ). S. den Art. I. A-Corvinus.

— — (Dominicus), geb. zu Castel St. Pie-tro 1744. lernte bey seinem Vater Franz und beyJoseph Baldrighi. Er bekam in demselben Jahrebey der academischen Beurtheilung historischer Ge-mälde den zweyten Rang. Die Behandlung seinesGegenstands, der Verklarung, wurde sehr gelobt.Dominicus arbeitete in Deutschland , vornehmlichzu Mannheim , wo er in der Bibliothek des GrafenCastelli ein schönes Deckenstück malte. Man siehtauch von seiner Arbeit in den Pfarrkirchen zu Solo-rhurn und zu Mendris. Füßli IV. i 85 .

— — (Franz) von Dalsoldo, zierte eine Kapelleder Kirche St. Gaudentius zu Novara mit in Erztgegossener Arbeit. Va» to/r II. — Ein anderer Franzpozzi, geschickter Stuccaturarbciter, hatte dreySöhne: * Joseph, Carl Ludwig u. Dominicus.

— — (Michel) malte i 638 . in der Kapelledes H. Kreuzes der Pfarrkirche St. Salvator zuMailand das Bildniß der H. Maria, /.atnacia.

— — (Peter Anton). S. Salvaror pozzi,seinen Vater.

* — — (Rochus), Johann, eines römi-schen Bildhauers in Elfenbein Sohn, lernte dasKupferstechen bey Joh Hieronymus Frezza. Er etzteeinige Starüen nach P. Bracci; das Bildniß PabstBenedicr Xlll. nach P. Subleyras; einige Maler-bildnisse in das Musco Fiorentino u. s. w. — * Franzpozzi war sein Neffe und Schüler. S. den Art. I.Alloja.

— — (Salvator), Maler zu Mailand —Seine Söhne, * Job. pcrer und Perer Anton,übten gleiche Kunst zu Piacenza , Turin u. s. w. ZuAlexandria bemalten sie die ganze Kirche St. Lau-renkius mit Figuren und Architekturen auf frischenKalk. V-rrto.'i II.

— (Stephan), Maler zu Rom , lerntebey Andreas Procaccini. Er verfertigte sieben Oval-gemälde zwischen den Fenstern der Kirche St. Syl-vestre in Monte Cavallo, arbeitete auch für einigeandere Kirchen dieser Stadt. Dieser Maler zeich-nete zwar richtig aber nicht ausführlich genug; seineFarbe ist gut und die Zusammensetzung verständig.Er malte für die Jesuiterkirche St. Jgnatius eineTafel, die eine sichere Probe seiner Verdienste ab-siebt. Man trug ihm auf, die Verklärung Ra,phaels zu copire», damit die Musivarbeiter sie juMMuster für die St. Peterskirche brauchen könnten.Er blühete um 1700. P. Campana, I. H. Frezza,N. Mogalli u. s. w. haben nach ihm gestochen.co/i II. 7,07.

— — ( ) zwey Brüder, Bildhauer von

Mailand , verfertigten einige Statüen von carrari-schem Marmor für die Kapelle St. Joseph der da-sigen Franziscancrkirche. Latxasta.

* pozzo (Andreas), geb. zu Trient 1642.lernte zu Mailand ; als aber sein Lehrmeister sah',daß der Schüler mehr von der Malerey verstand alser selbst, gab er ihm den Abschied, worauf pozzonach Hause gieng und die Natur zu seiner künftigenFühren« wählte. Er trat » 665 . in den Je>uiter-orden, da er denn Anlaß genug hatte, seine aus-nehmenden Talente in der Perspectivmalerey in den

Pojzo. SZ5

Kirchen seines Ordens an Decken, Gewölben, Kup,peln, Gerüsten zu Aussetzung des H. Sakramentsan hohen Festtagen und bey andern Feyerlichkeitenzu zeigen. Die schönen Gemälde an der Decke derprächtigen Kapelle St. Jgnatius in der Kirche Je-sus zu Rom haben ihm einen unsterblichen Ruhmerworben. Die vornehmsten Städte in Italien sindmit seiner Arbeit geziert. Endlich ward er auch nachWien berufen, wo er verschiedene schöne Werke ver-fertigte, und starb dort 1709. Seine Kunst schränktesich nicht allein auf die Perspectivmalerey ein: Ge-schichte , Architectur, Landschaften, Seestücke,Früchte, Blumen, Alles mußte zu Auszierung sei-ner Werke etwas beytragen. Er malte auch mitgleich gutem Erfolge einige Bildnisse. Schade istes, daß pozzo sich in seinen Gemälden keiner dauer,haften Farben bediente; denn viele derselben sollenschon ganz schwarz seyn, folglich auch ihre ehemalsbewundernswürdige Wirkung meist verloren haben.Seine Schriften sind: Eine Abhandlung von derPerspectiv in zwey Foliobänden, latein- Und ita-lienisch , 1690. u. 1700. zu Rom gedruckt. Dererste hat io 5 . Kupfertafeln, der zweyte 121. mitJnnbegriff der Titelblätter und des Verfassers Bild-niß. Dieses Werk ist auch ins Deutsche und insEnglische übersetzt. Außer diesen Stichen hat manauch einige von N. Dorigny, Mariotti u. s. f. nachihm. — Sein Bruder * Joseph, ein Carmeliter-Baarfüßer-Laybruder, baute die Kirche und Vor-derseite St. Hieronymus zu Padua. cl'^»-§e»rvi/le.

* pozzo (Darms), Maler von Verona , ver-fertigte einige wenige öffentliche Werke, die von sei-nen Talenten zeugen. Er ward aber mehr durch seinenSchüler Claudius Ridolfi bekannt. pozzo N"^setzt sein Absterben auf ibm. im 60. I. seines Alters.Aber dieses reimt sich nicht wohl mit dem Alter desRidolfi, der 16)4. 84 - I. alt starb.

* -- — (Hieronymus Graf dal) , geb zuVerona r6r8. legte sich aus Neigung auf Baukunstund Zeichnung, brachte es auch ohne einen Lehr-meister hierin sehr weit, da er in den Büchern desVitruvs, Palladio, Scamozzi u.s. f. studirte. Manbewundert unter seinen Werken den sehr angenehmenLandpallast der Grafen Trisfini in dem Vicentini-schen. Er hat eine Abhandlung geschrieben von denVerzierungen in der bürgerlichen Baukunst nach derantiken Manier, und eine andere von den antikenSchaubühnen und der Idee ein solches Theaternach dem heutigen Gebrauch einzurichten.

ch'ni p. 424.

* — — (Johann), Stahlschneider zu Flo,renz, blühete um 1717.

— (Joh. Baptist), Maler von Mailand ,war einer von denjenigen geistreichen Jünglingen,die auf Befehl Pabst Sixt V. an der H. Treppe,in dem Büchersaale des Vakicans, in der Galerievon welcher der Pabst den Segen ertheilt, in derKirche St. Maria maggiore u. s. f. arbeiteten. Seine,Gemälde waren sehr angeiiehm und zart. In einerKapelle der Kirche Giesu sind von ihm Chöre vonmusicierenden Engeln, in welchen man recht ent-zückende Ideen in den Köpfen, ein liebliches Coloritund eine trefliche Harmonie findet; sie sind so schön,daß sie den übrigen Gemälden dieser kleinen KapelleSchaden thun. pozzo starb daselbst , 586 . 48. I.alt. /InFü'o»! p Z7. — Ein anderer Joh. Baptistpozzo, Stahlschneider von Mailand , arbeitete mitObigem um die gleiche Zeit zu Rom . Er verfer-tigte die Schaupfenninge aller Päbste; aber sie wa-ren sehr mittelmäßig, daher der berühmte S. Urbainangefriseht wurde, diele Arbeit von Neuem zu unter-nehmen. Böhlet XV III. ölig. — Ein dritter *Ioh.Pozzo, s. pozzi.

* — — (Leopold), ein Deutscher, malte inder Kirche St. Marcus zu Venedig die Geschichtevon der feyerlichen Einholung des Körpers diesesHeiligen, durch den Doge, Patriarchen und denganzen Rath. Sebastian Ricci gab hierzu Car-tons, und pozzo brachte ihn in Musivarbeit. Die-ses Bild ist wegen seiner Erfindung und Ausarbci-