Prina.
geehrt ward, und von seinen Zeitgenossen obgemeld-reu Deynamen erhielt. Seine Manier im Bildniß-malen war unvergleichlich, und er wußte Alles inseinen Gemälden schicklich zu verbergen, was ihmMühe kostete. primo malte wahrend seinem Auf-enthalte zu Rom die Bildnisse Alexander VII. ver-schiedener Cardinale u. a. Personen von Stande.Man weiß nicht, was diesen Künstler bewog, sichvorzüglich auf das Bildnißmalen zu legen, obgleichman in seinen historischen Tafeln eine große und kühneManier bemerkt. Tiri führt einige Altarstücke undFrescoarbeiten an, welche er während seinem dreißig-jährigen Aufenthalte zu Rom verfertigt. Man steheteinige schöne Arbeiten von ihm in den Kirchen St.Michael und der Dominicaner zu Gent . Nach pas-seri's Bericht st. er ziemlich arm, obwohl erbey verschiedenen Anlaßen viel gewonnen hatte. C.Tloemaert hat nach ihm gestochen. OeLcamxL II. 82.
* prina (Peter Franz) von Novara ; lernte zuBologna bey M.A. Franceschini. Er war ein tteflicherKünstler, der mit gründlicher Wissenschaft und gu-ter Erfindung Perspective und Architekturen malte,und um i/ru. zu Mailand arbeitete. — Joh.Lranzprina von Como , sein Mitschüler, malte sehr an-genehme historische Tafeln nach der Manier seinesLehrmeisters, und übte sich in der Dichtkunst.
* prince (Joh. Baptist le), Maler; giengmit einem Gesandten seines Königs nach Rußland ,wo er etliche Jahre blieb. Er zeichnete daselbst dievornehmsten Aussichten, die verschiedenen Kleider-trachten, Gebrauche und Ceremonien dieser Nationin kleinen Figuren, die er bey seiner Zurückkunft inGemälden vorstellte, und in einigen radirten Blat-tern zum Vergnügen des Publikums bekannt machte.Seine Landschaften haben wohlgewahlte Stande,klare und glänzende Lüfte, einen sanften Ton in denVerschiessen, wohlbeblatterke Baume, durchsichtigeund leichte Wasser, eine liebliche Färbung; jederGegenstand wird durch dieselbe einnehmend. DieserMaler, dessen Werke allerley Handlungen des bür-gerlichen Lebens abbilden, kann unmittelbar nachWouwermans undDerghem gesetzt werden. Er wardi/hh. Mitglied der Königlichen Academie. Henri-quez, Chevillet, Dcsmarccaux, Parizeau, R. Gail-lard, Tilliard, u.s.w- haben nach ihm gestochen.Er selbst hat die Manier, nach getuschten tzandriffenin Kupfer zu atzen, um Vieles verbessert.
— — (le), Bildhauer; war um 1720. Mit-glied der Academie zu Noucn.
prisco (Cesar Andreas). S. Briosco.
* priscus. S. Actius.
pristinari. G. preftinaro.
— — (Marc Anton), Bildhauer; verfertigteein Basrelief, welches einer Kapelle der Domkirchezu Mailand zum Altarbiatt dienet, und Christus amKreutze mit der H. Maria Magdalena zu seinen Füs-sen vorstellt. T-atnacia.
probener (Michel), polnischer Maler vonGraudenz gebürtig, studirte in Italien , und arbei-tete unter der Regierung Churfürst Friedrich Wil-helm des Grossen zu Berlin . Er malte mit gutemErfolge Deckenstücke; man siehet aber wenig mehrvon seiner Arbeit, weil sie vermuthlich durch Ver-änderung der Gebäude zu Grunde gegangen ist: Nurfindet man noch einigein dem SchlosseOranienburg,probener ward 1696. Professor der Academie zuBerlin , mit einer Pension von hoo. Rthlr. und starbals Rector 1701. Harms führt ihn unter demNamen provener (1'ab. 5 v.) an. jslachricht. v.Rünstl. I. 7^. '
— probst (Joh. Balthasar), geschickter Kupfer-stecher zu Augsburg ; heyrathete die Tochter desKunstverlegers Jeremias Wolf , und arbeitete Vie-les für diese Handlung. Er hat einige Bildnisse ge-stochen, die ihm viel Ehre machen; neben anderndes Prinzen Eugens von Savoyen, des Cardinalsvon Sintzendorf, und des Bischöfen von Bamberg .Nach seines Schwiegervaters Tod fieng er einen eigr
Pr 0 cacci 11 i. 539
nen Verlag mit einem Theile des Wölfischen an, undst. 1748 . 70. I. alt. Seine Kupferstiche sind nachKupetzky, Auerbach, Eichler, Riedinger, u. s. f.von Sterken Lr. IX.
* procaccini (Andreas), Maler zu Rom ;lernte bey Carl Maratti. Er war einer von den be-rühmtesten Künstlern, die Pabst Clemens Xl. aus-suchte , die zwölf Propheten des alten Testamentsauf sehr große ovale Tafeln, für die Kirche St. Jo-hann von Lateran zu malen, procaccini stellte denPropheten Daniel vor. Man siehet auch noch ver-schiedene andere Gemälde von ihm in den Kirchenund Pallästen zu Rom. Er ward 1720. in Spanien berufen, und zum königlichen Kabinetsmaler er-nannt; er zierte die Palläste des Königs mit seinerArbeit, und st. zu St. Jldefonse 1704. i' 3 . I. alt.procaccini hat einige Blätter nach seinen eignenErfindungen und nach Raphael radirt. G Rossi,R. Audenaert, u- s. f. haben nach ihm gearbeitet,/'mco/i II. Zgg.
* — — (Camillus), geb. zu Bologna G 46 .
lernte bey seinem Vater Hercules, verließ aber des-sen Manier, und nahm eine größere und eigene an.Er arbeitete mit den Carracci um den Vorzug; be-gab sich auch mit seinem Vater und Brudern genMailand , und richtete daselbst eine berühmte Kunst-schule auf, aus welcher hernach viele trefliche Män,ner entstanden. Von da gieng Camillus nach Rom ,wo er seine Wissenschaften noch um Vieles vermehrte,so daß er bey seiner Zurückkunst mit einer ausgesuch-ten Manier und schönem Colorit für öffentliche undPcivatgebäude arbeitete, und seine Werke mit einemhurtigen Pinsel ausführte. Seine Gewänder sindzierlich gefaltet, und seine Gesichtömienen vorkreflich;er gab seincnFiguren guten Ausdruck undBewegung.Man kann ihm vorwerfen, daß er öfters aus bloßerUebung gemalt habe. Wann ihn sein flüchtiges Ge-nie hinriß, so war seine Zeichnung sehr unrichtig;aber er verbesserte hernach die Fehler, so er ausUedereilung gemacht hatte, mit gutem Verstände-Seine vornehmsten Werke sind zu Bologna , R-'ggiound Mailand . Man hat von ihm einige geatzteBlätter von eigner Erfindung. Villamena, I. Su-deler, P. Steil«, A. Wierx, H. David, Camera-ta, u. s f. haben etwa 18. Bl. nach ihm gestochen.Er st zu Mailand 1626. I. 27h.
— — (Carl), Ordensbruder in der berühm-ten Carrhanse zu Paoia; malre in dieser Kircye dieArchitektur, wo sein Bruder Joseph verschiedeneChöre von Engeln in Fresco darstellte. Von diesemletzrern siehet man an gleichem Orte einige historischeBilder in Oel. Vartoii ll.
»— — (Carl Anton), des ältern HerculesSohn und Schüler; verließ die Musik, und begabsich auf die Male-'ey. Er verfertigte sehr angenehmeLandschaften, die er mit herzhaftem Baumschlagund hurtiger Manier ausarbeitete, procaccinimalte mit gleicher Geschicklichkeit Früchte und Blu-men. Für das obere Orarormm verfertigte er einesehr schone Alrartafel, die Christus am Kreutze, nebstdem H. Carolas Borromeus und andern Heiligenknieend vorstellt. Sie ist mit seinem Namen und berJahrzahl ibuö. bezeichnet. Man suchte seine Ge-mälde in alle Kunstkabiiicrte auf, und die Guberna-toren von Mailand kauften dieselben häufig für denKonig und die Großen in Spanien . ck 7 nma§ml. 289.
----- (Hercules), der ältere, war dasHaupt von der Schule dieser Familie, die lange Zeitzu Mailand blühete. Da er in seinem VaterlandsBologna sein Glück neben den Sabbatini, Cesi,Passerotti, Samacchini, Fontana und Carracci nicht finden konnte, gieng er um 127». mir leinenSöhnen »ach Mailand , und bot da den Figini, Lui-ni, Cerani und Morazzoni die Stirne. Sie berei-cherten diese Stadt mit ihrer Arbeit, die von vielenSchriftstellern gerühmt wird. Ikka/r-aftn 1 . 272.
----- (Hercules), der jüngere; lernte beyseinem Vater Carl Anron, und malte anfangs, wiedieser, Fruchte und Blumen in erstaunlicher Menge
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