54v Procaccini.
für Mailand und viele andere Städte; da ihn abersein Oheim Julius Caesar unterwies , stärkte erseine Talente, und verfertigte viele historische Ge-mälde für den Turiuischen Hof. Hercules unter-hielt auf eigne Unkosten eine Zeichenschule nach demLeben Der Herzog von Savoyen beschenkte diesenKünstler mit einer göldnen Kette und daran hängen-dem Schaupfenninge, procaccini st. 1676. zu Mai-land 80. I. alt. 6»arie »tr.
* procaccini (Jul. Cesar), des altern Her-cules Sohn legte sich Anfangs auf die Bildhauer-kunst; da er aber seineReisen gen Rom, Venedig , Mo-den«, Genua und andere Städte zu Ende gebrachthatte, entschloß er sich, den Meissel mit dem Pinselzu verwechseln, und setzte sich aus den ManierenRaphaels, Correggio's, Titians und der Carracci eine eigne natürliche zusammen, womit er Probenseiner Geschicklichkeit, Fertigkeit und edler Gedankenin öffentlichen und Privatgemälden ablegte. Er zeich-nete in einem angenehmen Geschmacke mit Kreideund Feder, procaccini unterwies seine Schülersehr liebreich, und zeigte ihnen die wahren Regelnder Kunst getreulich an. Sein Haus war beständigvon Fürsten, Gönnern und Kunstverständigen be-sucht. Dieser trcfliche Künstler st. um 1626. etwa78. 1 . alt. Bey ihm findet man öfters ein kräftigesColorit, welches fast des Rubens seinem gleich kam;einen genauen und sehr richtigen Geschmack in derZeichnung; sein Genie war groß, lebhaft und hur-tig, sei» Pinsel breit und lieblich; er studirte auchfleißig nach der Natur. Man siehet Vieles von sei-ner Arbeit zu Mailand und zu Genua . Selbst geätztbat er ein kleines Marienbild mit dem Jesuskinde.F. Villamena, C. Maratti, I. Camerata, u. s. f.haben nach ihm gearbeitet. I. 286.
procaccio (Angelas), ein Venetianer; bauteden Pallast Contarini bey der Kirche St. Vitus zuVenedig . Man findet davon einen Stich in des L.Carlevarys Sammlung. Kitmttv cki
prodorus. S. den Act. Clesias.
* profondavalle (Valerius) von Löwenin Braband gebürtig, war ein berühmter Geschichts-maler auf Glas. — Seine Tochter prudenriafolgte seiner Manier und hinterließ zu Mailand tref-liche Merkmale ihrer Kunst. Beyde lebten um 1690.
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* prokoff oder Brockoff (Johann), einSiebenbürger von Geburt; machte das Modell zuder in Erzt gegossenen Statüe des H.Neponmc aufder Pragerbrücke; dann die Gruppe der MutterGottes mit dem Kinde Jesus , nebst zween Engelnin Grein gefertigt, aber von mittelmäßiger Kunst.— Sein Sohn Ferdinand, geb. zu Prag , lernteauch bey Quiteiner, einem böhmischen Bildhauer,und übertraf den Vater weit; die sieben Statuenauf gedachter Brücke, die er aus Bescheidenheit mitdem Namen seines Vaters bezeichnet, sind von ihm,so wie auch andere Gtatüen und Figuren. Ferdi-nand ward nach Wien und hernach in Schlesien berufen. Er st. zu Prag r/öi. 43 I. alt. — Vonseinen Brüdern half ihm A nron mitarbeiten. Derzweyte Bruder Joseph, ward bey Kaiser Carl VI.Hofpoet, und malte ebenfalls zu seinem Vergnügen.S. M. Rauchinüller. HI.Blbfiorh. schön. Wis-senschaft. XIX. 3 Zo.
«- pronk (Cornelius), geb. zu Amsterdam 1692.lernte bey Arnold van Doonen , und wird mit allemRecht unter die guten Bildnißmaler gezählt. Erarbeitete in ganz Nordholland , besonders zuAlkmaer;nachher legte er sich auf das Zeichnen, und kopirtedes Wilhelm van der Beide u. a. berühmter Malerin Wasserfarben Werke die ihm wohl bezahlt wur-den. Hiernächst zeichnete er die ansehnlichsten Städteund Dörfer mit ihren Land- und Seeaussichten, wieauch die schönsten Gebäude von Holland und See-land, die wegen der gründlichen Regeln derBerspec-tiv sehr angenehm sind und in verschiedenen Büchernin Stichen vorkommen. Bey Anlaß der Abbände-rung, die pronk jn seiner Kunst vornahm, kann
Pro«.
man nicht umhin, eine sehr kluge Anmerkung, dieGersaint in dem Register zu Lorangere's CaralogS. 6 s. macht, anzuführen, wo dieser geschickte Ken-ner behauptet: Der herrschende Geschmack der hol-ländischen Liebhaber, welche die Handrisse den Ge-mälden vorziehen, werde in kurzer Zeit den gänzli-chen Untergang der Malerey in diesen Landen zurFolge haben , und glaubt, man fange schon an, dieWirkung davon zu spüren, rm» 600/ II. 19Z.
pronner (Leo), geb. zu Thalhausen in Körn-chen um i 55 o. kam um 1600 nach Nürnberg , undverfertigte aus Bein, Holz, Kirschsteinen, Gold,Silber, u. s. s. Altäre, Kruzifixe, Lodtenköpfe,allerhand Thiere und Figuren, die so klein und zartgearbeitet waren, daß man sie durch ein Nadelöhreschieben konnte. Er fuhr in dieser Arbeit bis in sein80. Jahr ungehindert fort, und st. um 16Z0. Dop-pelmayr S. 218.
* pronti (Cesar) genannt Ravennare, lerntezu Bologna bey I. Franz Barbier!, genannt Guer-cino. Neben zierlichen Figuren malte er auch Per-spektive, uud arbeitete in verschiedenen Städten derLandschaft Romagna , wie ;u.Rimino in demOrartorio St. Hieronymus, wo er viele Verzierungenund Bilder, besonders kleine Genien, die er treflichwohl malte, und acht Geschichten vorstellte. Erzierte auch mit schönen Prospekten und Figuren dasTheatrum auf dem Platze zu Ravenna , welches beyUmhertragung eines Marienbildes der Hauptkirchegebraucht wird. Lesar malte hiernächst große undkleine Tafeln für Palläste, Gallerten und Kirchen,verfertigte auch viele Bildnisse. Er begab sich in denAugustinerorden, und st. -708 82. I. alt. S- denAct. Benedrcr da Rinnno. /ħco/r 11 . 17h.
Propertia. S. p. Rossi.
prospecrive (Augustin delle) von Bologna ,wurde also genannt, weil er in der Perspectivma-lerey berühmt war. Er wußte die Linien so geschicktnach dem Augpuncte zu ziehen, daß sie von außer-ordentlicher Große, leine Grau in Grau gemalte Fi-guren ganz erhaben, und seine Aussichten die Na-tur selbst zu seyn schienen. Er konnte auch mit sei-nen nachgeahmten Treppen, Fenstern, Thüren,u. s. f Menschen und Thiere tauschen. Augustinblühete um 162). p. 612.
proro (Bono). S. Bons.
* Prorogen es, Maler von Caunus in derJnsul Rhodus, und Zeitgenoße des Apelles, waranfänglich aus Armuth genöthigt, Schiffe mit Far-ben anzustreichen; darauf malte er allerhand gemeineGegenstände, und einige Bildnisse die ihn in großenRuf brachten. Unter seinen Gemälden ist vornehm-lich der Jäger Jalyssus bekannt, an welchem er sie-ben Jahre arbeitete; und damit er zu dieser Arbeitdesto tüchtiger wäre, lebte er in dieser ganzen Zeitsehr nüchtern. Seine Werke waren in so großer Ach-tung, daß als Demetrius die Stadt RhoduS bela-gerte, er lieber die Belagerung aufheben, als ge-statten wollte, daß diejenige Gegend der Stadt, inwelcher prorogenes seineWerkstatte hatte, inBrandgesteckt wurde, welches doch das einzige Mittel war,diesen Ort zu bezwingen. Die Weise, wie er mitAvelles bekannt wurde, ist anmerkenswerch: Die-ser kam nach Rhodus, fand aber den prorogenesnicht zu Hause; er zeichnete eine Figur auf eine Ta-fel, die jener sogleich nach seiner Heimkunft für desApelles Arbeit erkannte, sie aber mit einer verschie-denen Farbe verbesserte. Apelles tam zum zweyten«mal diesen Künstler zu besuchen, und da er ihn über-mal verfehlte, zeigte man ihm die verbesserte Tafel,die Apelles nochmals durchsah' und zurgrvßren Voll-kommenheit brachte, worauf prorogenes letztemaufsuchte, und mit ihm genaue Freundschaft stiftete.
Er schrieb auch zwey Abhandlungen, eine von derMalerey und die andere von Modellen.
Proropapa (Hieronymus ). S. den Art.
A. Alignini.
* prou (Jacob), Bildhauer zu Paris ; ward1682. Mitglied der Königlichen Akademie, Professor