Band 
Erster Theil.
Seite
573
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Rooker.

Diese Stücke können mit den Werken der beßten Mei-ster in dieser Kunst verglichen werden. Er malte sieum i6Zc». /,». I. alt. — Sein Sohn Jacob lerntebey Johann Davids de Heem, besten Manier er inFrüchten, Blumen u. s. f. vortreflich nachzuahmenwußte, so daß er hiedurch Reichthum und Ehre er-warb. Aber er war sehr zur Schwermuth geneigt,die ihn 1681.5o. I. alt, des Lebens beraubte. D»-caM/rr I. 397. — Aar-b-mLe» III. 11.

Rooker (Eduard), englischer Kupferstecherum 177». Man hat von ihm viele Landschaften undAussichten nach T. Sandby, G. Pars u. s. w. Eretzte auch nach Collins die Stiche einer Ausgabe deserlösten Jerusalems .

— — (Michel Angelo), guter Landschafts,und Architecturmaler zu London . In dem letztemkömmt ihm, sowohl im natürlichen Colorit als Per-spectiv, keiner bey. Er blühete um 1770.

Roopel. S. Roepel.

Roore (Jacob de), Maler von Antwerpen ,pen, lernte bey Ludwig van den Bosch, van derSchoor und Johann van Opstal, bey welchem ereinige Gemälde nach Rubens, Vandyck und Teniers copirte, die ihm von den Kunsthändlern wohl be-zahlt und für Originale verkauft wurden. Er malteauch aus eigener Erfindung für viele Privatperso,nen, bediente sich aber Hiebey einer eigenen Manier.Man findet auf dem Rakhhause zu Antwerpen De,ckenstücke von seiner Arbeit. Seine meiste Beschäf-tigung bestand jedoch in einem sehr starken Gemälde-handel. Er wohnte einige Zeit zu Amsterdam , her-nach zu Rotterdam , und endlich in Haag, wo er1747- 61. I. alt starb, va» 600/ II. 86.

Roos (Cajetan), Philipps Sohn, malte nachder Manier seiner Voreltern. Er arbeitete um r/ 3 ».zu Wien , wo er, neben Anderm, zu dem Leichen-gerüste des Prinzen Eugens von Savoyen einigemit vieler Kunst gezeichnete Feldschlachteu verfer-tigte. /femr, p. 87.

— — (Jacob), genannt Rosa von Neapel,weil er sich daselbst haushablich niederließ, lerntebey seinem mütterlichen Großvater, HiacynthBrand.. Er ahmte seines Vater«» Manier so ge-nau nach, daß man sich leicht in Unterscheidungihrer Bilder bekriegen kann. Aemz/ p. 86.

— -> (Johann), Maler von Antwerpen ,lernte bey Johann de Wael und ben Fr.in^ Sney,ders. Er malte sehr schöne und der Natur ähnlicheBlumen, Früchte und Thiere. Johann gieng nachRom und von da nach Genua , in der Meynungnach Hagse zu kehren, fand aber in dieser Stadt soviele Arbeit, daß er sich entschloß, daselbst seineWohnung aufzuschlagen. Seine Manier ist sehrschön und lebhaft, und erneuerte die Wunderwerkedes Leu>is, der mit seinen gemalten Trauben Vo-gel herzulockte; dieses that Roos mit Haasen undFischen gegen Katzen. In seinen Figuren folgte erVandycks Manier und malte sehr ähnliche Bildnisse.Er starb zu Genua 16Z8. J> alt, und ward inder Kirche St. Catharina begraben. I. E. Heißhat nach ihm geetzt. ä'o^Eri p. 322.

— — (Joh. Friedrich) lernte zu Amsterdam

bey Bernhard Graat. Er malte lebensgroße Thiereund war einer der geschicktesten Künstler seiner Zeit.Roos kehrte in Deutschland zurück und übersandtenach einiger Zeit seinem Lehrmeister zu Bezeugungseiner Dankbarkeit sein eigen Bildniß mit drey Bü-chern von Schaafen, Böcken und Ziegen, die er inKupfer geetzt hatte. Er blühete um den Anfang desXVIII. Jahrhunderts. II. 227. Die-

ser ^oh. Friedrich Roos ist vermuthlich vergleichfolgende I. Heinrich Roos , der nach Houbra-kens Bericht ebenfalls Bernhards Graats Schü-ler war.

— — (Joh.Heinrich), geb.zuOtterdorfinderuntern Pfalz 16Z1. Julian du Jardin, ein geschick-ter Geschichtsmaler zu Amsterdam , war sein Lehr-meister, und hernach Adrian de Bie. Roos malteLandschaften und Thiere, besonders Pferde, Kühe,

Roos. 57Z

Schaafe und Ziegen. Dies war sein vorzüglichesTalent; doch malte er auch die Bildnisse des Chur -fürsten von Maynz und seiner Hofleute, und manbelohnte ihn mit göldenen Ketten und Schaupfen-ningen. Er starb zu Frankfurt am Mayn 1682. inder Feuersbrunst, die in diesem Jahre einen beträch t-lichen Theil dieser Stadt verwüstete; der Rauch er-stickte ihn, als er noch einige Kostbarkeiten rettenwollte. Seine Thiere malte er in den verschieden-sten und seltensten Stellungen, die er, so schwer sieimmer waren, mit der größten Richtigkeit zeichnete.Auch kennt man von ihm gute Landschaften. Einestarke Färbung, Bäume, in welchen er die Gestal-ten wohl zu wählen wußte, herzhafte Pinselstricheund ein großer Geschmack in der Zeichnung machenden vornehmsten Werth seiner Gemälde aus Manhat etwa 20. von ihm selbst radirte schöne Blätter.M.Merian, B.Kilian, E.Hainzelmann, I. Wag-ner u. s. f. haben nach ihm gestochen. S. den Art.I. Friedrich Roos. Oncam-n II. 437.

Roos (Joh. Melchior) ist allem Vermuthennach derjenige Künstler, den weyermann, undnach ihm Descamps, ohne Taufnamen anführen.Er ward 1629. zu Frankfurt am Mayn geb. undlernte bey seinem Vater Joh. Heinrich; wie die-ser, malte er Viehsiücke. Er trug seine Farben sehrdicht auf und unterschied sich hierdurch von seinemBruder Philipp, der sich leichter und zarter Pinsel-striche bediente. I. Melchiors Gemälde gefielenniemand als den Künstlern, die darin viel Genie,richtige Zeichnung und eine schöne Farbenmischungbemerkten. Nach Harms Bericht arbeitete Rooszu Frankfurt, Würzburg, Cassel, Braunschweig ,Schafhausen u. s. f. Er heycathcte des jungemJoseph Werners Wittwe und starb 1721. Set-letzky, Leiler u. a. arbeiteten nach ihm.

III. goo.

— — (Joseph), Philipps Sohn, arbeitetezu Neapel . Er unterhielt den Ruhm, den sein Va-ter und Großvater durch ihre Kunst erlangt hatten.— Sein Neffe, Joseph Roos , ward 1728 zuWien geboren. Er lernte bey seinem Vater und stu-dirte nach den Gemälden seines Großvaters Phi-lipp , wiewohl er auch die Natur bey seinen Wer-ken zu Rathe zu ziehen nicht aus der Acht ließ. Inseinen Landschaften findet man eine helle, schoneund lebhafte Färbung Er ahmte auch die Werkeseines Aeltervaters, Joh Heinrichs, in der mar-kigten und leichten Behandlung des Pinsels, be-sonders in Thieren. genau nach. Roos arbeitetean dem Hofe zu Dresden und war Mitgl-'-'d der da-sigen Academie, auch Ehrenmitglied der AcademiaClementina zu Bologna Endlich ward er Dircctorder kaiserl. K mstgalerie zu Wien . Er hat in demLustschloß Schön! runn etliche Zimmer mit recht schö-nen Landschaften geziert. N. B. le Eueur O. «Zah-ler u. s. w. haben einige von seinen Landschaften,die mit Figuren geziert sind, gestochen

— — (Philipps, Joh. Heinrichs Sohn, er-warb durch sein friih.emg bezeigtes großes Beuie dieGunst des Landgrafen von Hessen Cassel, der chn aufseine Kosten in Italien reisen ließ, mit dem Bedinge,daß er wieder an leinen Hof kommen sollte; aberPhilipp vergaß hernach undankbarer Weise seinesGutthärers. Da er zu Rom des Malers HiacynthBrandi Tochter, wider des Vaters Willen, gehey-rather hatte, ließ er sich zu Livoli haushablich nie-der, daher er unter dem Namen Rosa da Twoliin Italien bekannt ist. Hier unterhielt er vielerlei)Thiere, um dieselben nach der Natur zu malen. Erführte ein lüderliches Leben und begegnete gedachtemLandgraten, der ihn bey seiner Durchreise zu Rom aufsuchen und für sich kommen ließ, auch mit mög-lichster Freundlichkeit empfieng. ganz »»höflich.Selten war er bey Hause, sondern immer in Scycnk-häusern, und starb als ein wohlbekannter D'-nstlerund ein berüchtigter Schweiger zu Rom 1706. 5 » I.alt. Dieser Maler, der in der niederländischen Schil-derbent den Beynamen Mercurius bekam, arbei-tete mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, wel-ches aber seinen Gemälden nichts an der Ausarbei-

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